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Bild zur Petition mit dem Thema: Obstbauern immer mehr in finanzieller Notlage - Landschaftspflege muß finanziell entlohnt werden ! Obstbauern immer mehr in finanzieller Notlage - Landschaftspflege muß finanziell entlohnt werden !
  • Von: Bernhard Schilpp mehr
  • An: Landtag
  • Region: Baden-Württemberg mehr
  • Status: Der Empfang der Petition wurde bestätigt
    Sprache: Deutsch
  • In Bearbeitung
  • 71 Unterstützende
    21 in Baden-Württemberg
    Sammlung abgeschlossen

Obstbauern immer mehr in finanzieller Notlage - Landschaftspflege muß finanziell entlohnt werden !

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Die Einkommensverhältnisse der Obstbauern verschlechtern sich mehr und mehr ! Im Oktober 2014 habe ich von meinen Obstwiesen 110 kg Äpfel aufgelesen und diese bei der BayWa bei der Obstannahmestelle abgeliefert. Für die abgelieferten 110 kg Äpfel wurden mir 4,40 € ausbezahlt. Für die Ablieferung von 100 kg Äpfel werden also 4,00 € ausbezahlt, d.h. für 1 kg Fallobst erhält man 4 Cent. Die Einnahmen durch den Verkauf von z.B. Tafeläpfel halten sich ebenfalls sehr in Grenzen ! Die Marktpreise für Tafeläpfel stagnieren seit Jahren Es steht außer Frage, daß angesichts solcher Einkommensverhältnisse immer mehr Obstbauern (im Haupterwerb- oder Nebenerwerb) sich verschulden und verarmen. Eine Aufgabe ihres Mittelstandsbetriebes oder Kleinbetriebes ist oftmals die logische Folge. Eine Folge dieser Entwicklung ist natürlich auch, daß Hanglagen oder gar Steillagen nicht mehr bewirtschaftet werden und in Brachland übergehen. Diese einzigartige Kultur-landschaft mit den vielfältigen, gepflegten Streuobstwiesen und der Insektenvielfalt wird sich radikal verändern, falls unsere Abgeordneten nicht schleunigst dagegensteuern. Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine „grüne“ Regierung eine Ausweitung von Brachland auf relativ fruchtbaren Böden gutheißen kann. Der Idealismus von uns Obstbauern ist nicht grenzenlos, die Schmerzgrenze ist längst überschritten. Der Arbeitsaufwand für den Naturschutz, den Umweltschutz und für die Landschaftspflege muß entlohnt werden und kann nicht abgegolten sein durch die äußerst dürftigen finanziellen Erträge für das geerntete Obst ! Mit der Pflege von Obstwiesen sind Arbeiten wie - Gras mähen, - Bäume schneiden, - Baumschnitt häckseln oder Baumschnit beim Häckselplatz abliefern, - Größere Schnittwunden der abgesägten Äste versorgen, - Baumstammanstrich vornehmen, - Pflanzenschutzmaßnahmen ergreifen, aufgrund der immer schlechter werdenden Umweltverhältnisse (z.B. Feinstaub) und Wetterverhältnisse (z. B. saurer Regen), - Komposthaufen anlegen, - Obstbäume düngen, - Obst ernten, - usw. verbunden. Aufgrund solcher vielfältiger Arbeiten und der äußerst geringen finanziellen Erträge kann man weder leben, noch überleben. Angesichts solcher Arbeitsaufwendungen für den Naturschutz, den Umweltschutz und für die Landschaftspflege erheben wir folgende Forderungen : 1.) Lohnkostenzuschuß für die aufgeführten Arbeiten. Dieser Zuschuß muß sich wenigstens an einem Mindestlohn von 8,50 € / Stunde orientieren; 2.) Übernahme der Kosten für die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft; 3.) Übernahme der Kosten für die Weiterbildung bei Seminaren, Kursen und Lehrgängen; 4.) Zuschüsse für unsere Investitionen bei Neuanpflanzungen von entsprechenden Obstwiesen;

Begründung:

Man kann von uns Obstbauern nicht erwarten, daß wir Naturschutz, Umweltschutz und Landschaftspflege zum Nulltarif liefern. Einer grünen und sozialen Regierung muß diese Landschaftspflege etwas wert sein ! Von bloßer Anerkennung können wir uns und unsere Familienmitglieder nicht ernähren ! In diesem Zusammenhang darf ich Sie (die Landtagsabgeordneten) an Ihren Amtseid erinnern, der da lautet : „Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, Verfassung und Recht wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ In diesem Amtseid kommt zum Ausdruck, daß die Abgeordneten ihre Kraft - dem Wohle des Volkes – auch dem Wohle der Obstbauern – widmen wollen; - den Nutzen des Volkes – auch den Nutzen der Obstbauern – mehren wollen; - dazu verwenden wollen, um Schaden vom Volk – auch Schaden von den Obstbauern – abwenden wollen; - Im Amtseid kommt ferner zum Ausdruck daß die Abgeordneten , Gerechtigkeit gegen jedermann ausüben wollen; hiermit ist sicherlich auch daran gedacht, daß die Abgeordneten gegen jedermann (auch gegenüber den Obstbauern) sich für Lohn-gerechtigkeit einsetzen wollen. Die Regierenden reden immer gern von sozialer Marktwirtschaft. Wir Obstbauern verspürten bisher keine soziale Komponente in dieser Marktwirtschaft, sondern nur den Kapitalismus in seiner extremsten Ausprägung, der uns Obstbauern von der allgemeinen Einkommensentwicklung nicht nur ausgenommen, sondern von Jahr zu Jahr mehr benachteiligt hat. Dieses Mißverhältnis von Arbeitsaufwand und Einkommen besteht bei uns Obstbauern nicht erst in jüngster Zeit ! Auch in der Zeit der sog. christlichen Landesregierungen, der Ära Späth, der Ära Teufel, der Ära Öttinger oder der Ära Mappus, wurden unsere Leistungen für den Umweltschutz, den Naturschutz und für die Landschaftspflege ignoriert. Wir wurden diesbezüglich von unseren christlichen Landesregierungen und Abgeordneten stets stiefmütterlich behandelt. Es gehört zur christlichen Tradition und zur christlichen Gepflogenheit, daß Versäumnisse und Fehler aus der Vergangenheit korrigiert werden. Wir Obstbauern fordern deshalb außerdem für die vergangenen Jahre, in denen die CDU (Christliche Demokratische Union) an der Regierung war, für unseren Arbeitsaufwand für den Naturschutz, den Umweltschutz, den Landschaftsschutz und für die Landschaftspflege, eine angemessene finanzielle Entschädigung.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Löwenstein, 16.12.2014 (aktiv bis 15.03.2015)


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