Region: Bad Vilbel
Construction

Petition gegen das geplante Neubaugebiet „Hofacker“ zwischen Nidda und Dortelweiler Straße in Gronau

Petition is directed to
Bürgermeister/in / städtisches Gremium
1,085 supporters 754 in Bad Vilbel

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  1. Launched December 2022
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Im Bad Vilbeler Stadtteil Gronau soll ab 2023 ein neues Baugebiet zwischen Nidda, Dortelweiler Straße und Stockwiesenweg entstehen. Aus den folgenden Gründen sollte von einer Bebauung des o.g. Gebietes abgesehen werden:
Umweltschutz
- Der Naturschutz wird durch das Vorhaben nicht gewürdigt.
- Das Auengebiet soll erhalten bleiben.
Erhöhtes Hochwasserrisiko
- Das Risiko einer Überflutung wird durch die Versiegelung, Aufschüttung und Bebauung der Fläche weiter erhöht.
Grundwasserverknappung wegen fehlender Versickerung
- Flächen zu versiegeln am Wassereinzugsgebiet wird mittelfristig zur Grundwasserverknappung beitragen.
Unzureichende Infrastruktur
- Der Platz im Kindergarten und der Grundschule wird nicht ausreichen.
- Die Verkehr- und Parkplatzsituation wird sich zum Problem entwickeln.
Hohe Erschließungskosten
- Grundstückpreise werden für Normalverdiener nicht erschwinglich sein.
Denkmalschutz
- Der Hofacker sollte als optischer Bestandteil des Gronauer Hofs ein Acker bleiben.
Die Begründung im Detail:
Details zum Argument Umweltschutz
Der ehemalige hessische Landwirtschaftsminister, Herr Görlach, hat bereits in den 1980er Jahren den Naturschutz und hier auch im Besonderen eine Auenschutzverordnung auf den Weg gebracht. Auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof 3. Senat schreibt (Aktenzeichen 3 TH 1528/93 https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/LARE190026392 ) in diesem Beschluss folgendes: „Dem Auenschutz, der etwa in § 1 Abs. 1 Nr. 3 HENatG ausdrücklich erwähnt ist, kommt jedoch bei der Beurteilung der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege besondere Bedeutung zu.“ Auch kann man in der aktuellen Verordnung über den Landesentwicklungsplan Hessen (https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/VB-HE-AD-GVBl2021-31-393-G) lesen: „Die Planungsregion Südhessen besitzt mit ihrem reichen städtebaulich-kulturellen Erbe, den attraktiven Landschaften der Mittelgebirge Taunus, Spessart und Odenwald und den Flusslandschaften etwa entlang des Rheins, des Mains und der Nidda eine große Bedeutung für Freizeit, Naherholung und Fremdenverkehr.“
Entsprechend der Auenschutzverordnung und des Landesentwicklungsplans sollten die Niddaauen ungeschmälert erhalten werden. Um dem Schutzziel der Förderung von auentypischen einheimischen Pflanzen- und Tierwelt eine ökologische Voraussetzung zu erhalten. Damit wird gleichzeitig die gewünschte Naherholungsmöglichkeit, von welcher man sich nicht nur an sonnigen Sonntagen selbst überzeugen kann, bewahrt. Auch dies war schon vor der Jahrtausendwende der Fall. So durften damals die 10 Reihenhäuser im Weissdornweg (auf dem Bild links) nur unter sehr restriktiven Auflagen (auf Betreiben von Minister Görlach) errichtet werden. Zum Beispiel wurde eine ungewöhnlich niedrige Bauhöhe vorgegeben. Um damit den Übergang zu den großen Mehrfamilienhäusern und der massiven Breitwiesenhalle zu einem harmonischen Aueneindruck zu gelangen und diesen zu erhalten.
Zudem würde wertvolle Ackerfläche verloren gehen. Die Bodenqualität zählt zu den besten in ganz Deutschland.

Reason

Details zum Argument Erhöhtes Hochwasserrisiko
Das für die Bebauung geplante Gebiet war in den vergangenen Jahren immer wieder überflutet. So zum Beispiel in 1995, 2003, 2011 und zuletzt in 2021 (s. Bild von 2003).
Die Renaturierung der Nidda beinhaltet große Überschwemmungsflächen. In Summe wurden für diesen Zweck viele Hektar zugeordnet. Dennoch kam es auf dem infrage stehenden Baugebiet im Jahr 2021 zu einem Hochwasser! Dieses hat nachweislich zu einigen Wassereinbrüchen in den Kellern der angrenzenden Wohnhäuser geführt. Eine Anwohnerin am Glossop-Ring berichtet, dass das Wasser beim letzten Hochwasser bereits bis auf eine Handbreit ans Kellerfenster gestiegen sei.
Details zum Argument Grundwasserverknappung wegen fehlender Versickerung
In den 90er Jahren wollte die Stadt Bad Vilbel auf jeden Fall alles irgendwie anfallende Wasser in die Kanäle haben, damit dort genug Druck und Durchfluss herrschen sollte. Inzwischen musste man umlernen: Überall, wo es möglich ist, darf nicht mehr versiegelt werden. Der Grund – es zeichnet sich die Entwicklung einer dramatischen Wasserverknappung ab. Aber die Stadt Bad Vilbel will lieber eine natürliche Aue zubetonieren.
Es läuft aktuell eine ernste Diskussion um Wasserlieferung und Wasserverbrauch zwischen den Vogelsberggemeinden und der Stadt Frankfurt.
Überall wird für Versickerung geworben. Gleichzeit wird jeder Versiegelte quadratmeter besteuert. Für weiteren Wohnbedarf in Gronau gibt es durchaus noch Flächen abseits der Versickerungsproblematik.
Details zum Argument Unzureichende Infrastruktur
Der Kindergarten und die Grundschule wurden neu gebaut und erst 2006 eröffnet. Mit dem Neubaugebiet Glossop-Ring, welches gleichzeitig in Planung war, wurde schnell erkannt, dass das Platzangebot in Kindergarten und Grundschule nicht ausreicht. Nach vielen Jahren, in welchen die Kinder in Container ausweichen mussten, wird in Kürze der Erweiterungsbau der Schule eröffnet. Dieser wird nach unserem Kenntnisstand für die derzeitigen Ortsgröße / Anzahl an Kindern ausreichen. Für neue Familien werden dann auch wieder nur zusätzliche Container für die Kinder aufgestellt.
Die Verkehrssituation innerhalb Gronaus wird durch die weitere Bebauung verschärft. Es ist auch abzusehen, dass der Stau auf der L3008 noch länger werden wird. Das große Neubaugebiet in Niederdorfelden wird dies bereits tun. Dieses Neubaugebiet wurde von unserem ehemaligen Bürgermeister, Herrn Thoams Stöhr, genau aus diesem Grund kritisiert.
Neben der Verkehrssituation wird sich mit dem Neubaugebiet auch die Parkplatzsituation nachhaltig verschärfen.
Details zum Argument Hohe Erschließungskosten
Die geplante und nötige Aufschüttung des Geländes wird zu einem erheblichen Schwerlastverkehr führen müssen. Diese wollen bezahlt werden. Auch der zusätzliche baulich notwendige Schutz vor Grundwasserschäden erhöhen die Baukosten, sodass es fraglich ist, ob der Wohnraum dann noch bezahlbar ist.
Schon jetzt ist die Rede, dass ein Quadratmeter Bauplatz mit deutliche mehr als 1000 € zu Buche schlagen wird, damit das Ganze sich überhaupt für die Stadt rechnet.
Details zum Argument Denkmalschutz
Das der Gronauer Hof als Hessisches Kulturdenkmal eingestuft ist, ist hinreichend bekannt (https://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/objekte/). DerHofacker gehörte ursprünglich zum Gronauer Hof. Dies wird offensichtlich bereits durch den Name ausgesagt. Da dieser Acker direkt am Gronauer Hof liegt, sehen wir den Gesamteindruck dieses Kulturdenkmals nachhaltig gefährdet.
Und was sonst noch
Auch die Medien haben bereits Zweifel an der Wahl des Baugebiets geäußert. Hier zwei Quellen welche lesenswert sind.

Thank you for your support, Martin Nöth from Bad Vilbel
Question to the initiator

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News

Die Behauptung es gebe keine privaten Bauplätze welche zu verkaufen wäre kann nicht Bewiesen werden und würde ich nachdrücklich in Frage stellen. Abgesehen davon wird zur gleichen Zeit am Bahnhof Gronau ein Baugebiet erschlossen. Die Stadt wird diese Fläche wohl bei der geschilderten Not auch für den Wohnungsbau öffnen.

In Gronau gibt es keine bestehenden Grundstücke mehr, die aus privater Hand verkauft werden wollen um sie zu bebauen. Entsprechende Eigentümer wollen diese behalten oder unbebaut an ihre Kinder / Enkel weiter geben (Eigentümer wurden befragt). Haben sie mal versucht als Gronauer ein Baugrundstück in Nachbarorten zu bekommen? Es ist unmöglich, da direkte Einwohner in entsprechenden Orten innerhalb eines sozialen Punktesystems immer bevorzugt werden.

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