Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veranlasst die Abschiebung von Mohamed Camara zu nächster Woche Donnerstag, den 14.08.2014. Das wollen wir nicht still hinnehmen!

Begründung

Mohamed ist ein junger, motivierter Mensch, der 2011 von Mali nach Europa kam, um sein Jurastudium in den Niederlanden fortzuführen. Dabei fiel er leider auf einen unseriösen Mittelsmann herein, der ihm, wie sich zeigen sollte, ein ungültiges Visum und falsche Dokumente einer Universität in den Niederlanden ausgestellt hatte. Vollkommen illegalisiert führte Mohameds Weg ihn nach Deutschland, wo er sich nicht nur in kürzester Zeit selbst die deutsche Sprache beibrachte, sondern ebenso motiviert in diversen Projekten, u. A. an Schulen, bei einem Integrationsverein in Magdeburg und als Übersetzer tätig ist. Im Rahmen seiner Duldung hat Mohamed sich hier ein Leben aufgebaut, viele Freunde gefunden und hofft weiterhin, sein Jurastudium irgendwann wieder aufnehmen zu dürfen. Seit Anfang des Jahres ist er zudem glücklich verlobt und die Vorbereitungen zur Hochzeit befinden sich in vollem Gange. Und nun droht ihm die Rückführung in die Niederlande, um von dort zeitnah zurück nach Mali abgeschoben zu werden. Aufgrund dieses vollends bürokratisierten Abschiebewahns nicht nur deutscher Behörden wird hier ein junger Mensch seiner Freiheit und seinen Zukunftsplänen beraubt. Doch allein schon rechtlich ist die sogenannte „Rückführung“ in die Niederlande in Frage zu stellen, da die in den Niederlanden aktuell vorherrschenden Bedingungen für Asylsuchende als nicht menschenwürdig eingestuft wurden (s. Beschluss vom 09.05.2014 – 4 L 491/14.DA –VG Darmstadt, Antragsverfahren nach § 80 Abs. 5 VwGO). Zudem ist die Situation umso prekärer dank der mangelnden Informationspolitik der zuständigen Ausländerbehörde. Denn das Schreiben, in welchem Mohamed der Abschiebungstermin mitgeteilt werden sollte, wurde seitens seines Sachbearbeiters der Ausländerbehörde in Wolmirstedt bereits am 08.07.2014 erstellt. Mohamed erhielt dieses Schreiben jedoch erst ganze drei Wochen später, knapp vor der nun nächste Woche anstehenden Abschiebung. Wir, Freunde/-innen und Unterstützer/-innen, wollen dies nicht still hinnehmen! Wir fordern, die rechtliche Zulässigkeit der Abschiebung zu prüfen und bis dahin mindestens einer Fortführung der Duldung stattzugeben. Die Zeit drängt und da sich niemand auf die nur vereinzelt vorhandene Humanität bei Gerichten und zuständigen Ämtern verlassen sollte, wollen wir u. A. über den Weg einer Petition versuchen, dieser menschenverachtenden Alltagspraktik etwas entgegen zu setzen.

Helft mit, gegen die Illegalisierung von Menschen, für ein menschliches Miteinander ohne Grenzen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Arbeitskreis Antirassismus Magdeburg aus Magdeburg
Frage an den Initiator

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Pro

Eine Abschiebung nach Mali würde Mohamed in ein Krisengebiet verschicken, die Menschenrechtszustände dort sprechen eindeutig dagegen, ihn dort hin zu schicken. Genau das würde abe rgeschehen, wenn er in die Niederlande geschickt würde. Andererseits hat Deutschland offensichtlich ein Interesse daran, Herrn Camara hier zu halten, wenn er zur Bildung unserer Menschen beiträgt.

Contra

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Illegal eingereist ist illegal eingereist. Wann lernen endlich die Realitätsverweigerer, oft in nicht produktiven Bereichen tätig, dass Deutschland nicht jeden dahergelaufenen Ausländer aufnehmen kann. Ich hoffe inständig, dass Menschen mit Vernunft dieser Petition keine Aufmerksamkeit schenken werden. PRO ABSCHIEBUNG!