Unsere Forderungen: - Änderung des Berliner Landesimmisionsschutzgesetzes

  • Ausnahmeregelung des Schutzes der Nachtruhe zwischen 22 und 24 Uhr für Geräusche, die verursacht werden durch die Nutzung von Tonwiedergabegeräten und Musikinstrumenten, gültig für Wohngebiete innerhalb des Innenstadtrings

  • Anerkennung der Nutzung von Tonwiedergabegeräten und Musikinstrumenten als Ausdruck der menschlichen Entfaltung und Gemeinschaftsbildung als grundsätzlich sozialadäquat und damit zumutbar

Begründung

Um seine Musikszene wird Berlin weltweit beneidet. In dieser Stadt gibt es nicht nur eine Vielzahl talentierter Musiker/innen, die angezogen von der vibrierenden Musikszene von nah und fern in diese Stadt übersiedeln, sondern auch zahllose Musikfans aller Altersgruppen, eingeboren, zugezogen oder Wochenendtourist, die mit Ihrer Leidenschaft für Livemusik unzählige Clubs und Kneipen befüllen: Berlin ist Musik und das nicht nur zum Sommeranfang. Blickt man genauer hin stellt man schnell fest, worin die Basis dieser Lebendigkeit und Attraktivität begründet ist: eine über die Jahre gewachsene Struktur aus kleinen und großen Veranstaltungsorten, Clubs, Galerien und Kneipen.

Doch dieses besondere Kulturgut ist Gefahr. In den letzten Jahren mussten Dutzende Veranstaltungsorte aufgrund von Anwohnerbeschwerden das Live-Programm zurückfahren oder gar komplett einstellen. Der Knaack-Club, das SO 36 oder der Schokoladen sind nur die bekanntesten Namen.

Die Debatte dreht sich dabei oftmals um das Thema Anwohner gegen Clubs. Doch im Grunde geht es dabei um mehr: je eingeschränkter die Freiräume für Livemusik werden, desto weniger Möglichkeiten haben Musiker und Musikfans, desto unattraktiver wird diese Stadt für die Menschen, die in ihr leben und sie besuchen. Den Teufelskreis dieser negativen Entwicklung und seine Auswirkungen auf das kulturelle Leben der Stadt und die Musikwirtschaft wird man wohl erst in den kommenden Jahren erkennen.

Auch Musiker/innen und Musikfans sind Anwohner und Nachbarn, und auch diese haben ein Recht auf „ihre“ Stadt und ihren Erlebnisraum. Und so wie der Lärm spielender Kinder als sozial angemessen eingestuft wird, bedarf es auch eines entspannteren Umgangs mit möglichen durch Live-Musik verursachten Geräuschen , der der Lebenswirklichkeit der Stadt entspricht. Uns geht es dabei nicht darum, die Fronten zwischen Anwohner und Club zu verhärten, sondern eine Ausgleich zu finden zwischen dem berechtigten Anliegen nach Lärmschutz einerseits und dem Wunsch nach dem Livemusik-Erlebnis andererseits. Aus diesem Grund fordern wir eine zeitlich angemessene Ausnahmeregelung vom gesetzlichen Schutz der Nachtruhe für Livemusik.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Pro

Musik ist eine Sprache, die eine zwischenmenschliche Urqualität besitzt. Ich glaube, das Musik deswegen noch heute eine so große Bedeutung hat, weil sie aus Sicht der Kommunikation emotional vor der Sprache, und hinter der Gestik liegt. Also genau dazwischen. Die Gestik ist direkt, und unmissverständlich. Die Sprache ist ausgefeilt, und perfekt. Musik ist das Bindeglied.

Contra

Wegziehen oder im Sommer mit geschlossenem Fenster schlafen, damit die hedonistische Feierlaune des überwiegend touristischen Publikums nicht gestört wird? Sorry aber es gibt auch andere Lebensbereich außerhalb der Party- und Musikwelt die ein Recht auf Nachtruhe erforderlich machen. Ich unterstelle mal das diejenigen, die für diese Petition stimmen, sicher nicht von einer Lärmemission betroffen sind oder gerade ihre Partyphase haben - für die Mehrheit der Bevölkerung trifft das jedoch nicht zu.