DEINE STADT - DEIN THEATER - DEINE KULTUR

  • Das Trierer Theater gehört bundesweit zu den am niedrigsten finanzierten Dreispartenhäusern.
  • überdurchschnittlich hohe Einsparmaßnahmen sind bereits erfolgt
  • hohe Leistungsfähigkeit, Effizienz und Publikumswirksamkeit wurde von externer Unternehmensberatung ICG attestiert
  • keine weiteren Einsparmöglichkeiten im gegenwärtigen Bestand
  • bis Juni 2013 sollen „strukturelle“ Maßnahmen durch die Unternehmensberatung ICG erarbeitet werden, um zusätzliche 400.000 Euro pro Jahr einzusparen
  • Die 210 Mitarbeiter/innen des Theaters Trier befürchten die kurzfristige Umsetzung der schlimmsten Szenarien: Personalentlassungen im großen Rahmen.

Ich stimme den „strukturellen“ Änderungen nicht zu und setze mich mit meiner Stimme für den gegenwärtigen Bestand des Theaters Trier und all seiner Sparten und des Philharmonischen Orchesters ein!

Begründung

  1. Das Trierer Theater gehört bundesweit zu den am niedrigsten finanzierten Dreispartenhäusern! Ausgehend von der städtischen Förderung des Theaters, die letztendlich 1-2 % des Trierer Gesamthaushaltes ausmacht, profitieren die Bürger/-innen durch zusätzliche Landeszuschüsse von 5,6 Millionen Euro, da das Theater als einer der größten Arbeitgeber mit 210 steuerzahlenden Mitarbeitern und gleichzeitiger Auftraggeber für städtische und regionale Zuliefer- und Handwerksbetriebe ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist.
  2. Die im vergangenen Jahr verhängten überdurchschnittlich hohen Einsparmaßnahmen nahmen keine Rücksicht auf die Planungsabläufe im Proben- und Spielbetrieb, sondern gefährdeten diese sogar empfindlich!
  3. Alle Mitarbeiter/-innen haben diese Vorgabe, oftmals bis zur Grenze der Belastungsfähigkeit, konstruktiv, ideenreich und mit Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Stadt mitgetragen, wenn auch mit schmerzlichen, künstlerischen Kompromissen!
  4. Seit Sept. 2012 begleiteten und unterstützten die Theaterleitung sowie die Mitarbeiter/-innen mit all ihren Kräften die Untersuchungen zum Beratungsauftrag der Fa. ICG nach weiteren Einsparmaßnahmen!
  5. Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten der Firma ICG bestätigt die hohe Leistungsfähigkeit, Effizienz und Publikumswirksamkeit explizit und die Unmöglichkeit von weiteren Einsparmöglichkeiten im gegenwärtigen Bestand!
  6. Die ICG wurde am 11.04.13 durch Herrn Beigeordneten Egger und die Mehrheit der Mitglieder des Kulturausschusses beauftragt nach weiteren zusätzlichen Einsparpotentialen von 400000 Euro pro Jahr zu suchen.
  7. Dieses ist nur noch durch „strukturelle Änderungen“ im Theaterbetrieb, d. h. die Beschneidung der drei Sparten in ihrer Existenz zu erreichen.
  8. Die 210 Mitarbeiter/-innen befürchten die kurzfristige Umsetzung der schlimmsten Szenarien: Die ausschließliche Nutzung des Theaters als reines Bespieltheater: Dies würde die Kündigung fast aller Mitarbeiter/-innen bedeuten! Die Zusammenlegung der Theater Kaiserslautern, Koblenz und Trier zu einem Landestheater = Kündigung eines Großteils aller Mitarbeiter/-innen in den Theatern aller drei Städte!
  9. Dieses Vorgehen wäre der Höhepunkt einer Kette von „Konsolidierungsmaßnahmen“, mit der Folge eines bisher beispiellosen kulturellen Kahlschlags in der Weltkulturerbe-Stadt. Der begann spätestens damit, dass im Jahre 2010 die Mittel für die Antikenfestspiele ersatzlos gestrichen und das Festival eingestellt wurde.
  10. Es wird riskiert,

- dass die Trierer Kulturlandschaft ausblutet und damit zur „Provinz“ im schlechtesten Sinne des Wortes herabgewürdigt wird, - dass ihr bisheriges Alleinstellungsmerkmal des vielseitigen Ensembletheaters als wichtiger Standortfaktor eliminiert wird, - dass nicht nur Trier damit sein unverwechselbares Gesicht verlöre. Die nachhaltig verheerende Wirkung eines bundesweiten negativen Echos sei hierbei nur am Rande erwähnt, zumal es dem Theater Trier immer wieder gelingt, mit seinen Produktionen bundesweite mediale Beachtung zu erlangen. 11. Die gegenwärtige künstlerische Unterrichtstätigkeit durch eine Vielzahl von Orchester- und Ensemblemitgliedern und die identifikationsstiftende Zusammenarbeit von professionell ausgebildeten Ensemblemitgliedern des Theaters mit Schulen, den Universitäten und allen kulturellen Institutionen der Stadt Trier, in vielen soziokulturellen Projekten, in der interaktiven, generationsübergreifenden Einbindung der Bevölkerung im Rahmen der Theater- und Musikpädagogik (Theaterclub 60 +, Jugendtheaterclub) bereicherten das kulturelle Leben der Stadt in vielfältiger Weise und sind ebenso in ihrer Existenz bedroht! 12. Nur durch das Zusammenspiel und die gegenseitige Ergänzung aller drei Sparten und dem Orchester kann ein Theater seine volle Strahlkraft entfalten! Tausende von Zuschauern konnten in dieser Spielzeit dieses u.a. bei ihren Besuchen der Inszenierungen der Oper LA TRAVIATA (Musiktheater und Orchester), des Musicals EVITA, des Schauspiels LEBEN DES GALILEI, die WELTMUSIKKONZERTE des Philharmonischen Orchesters oder gerade jetzt mit der Tanztheaterinszenierung von FALCO erleben und bedankten sich dafür mit der allergrößten Zustimmung. 13. Die unwiderrufliche Beschädigung einer Bühne mit über 200-jähriger Tradition, verbunden mit dem langfristigen Verlust von über 200 Arbeitsplätzen in Trier und somit auf eine noch tiefere Beschneidung des ohnehin deutlich reduzierten Kulturangebots.

Wir fordern daher alle, die im Stadtrat politische Verantwortung für diese Stadt tragen, sowie alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich für das Theater in seiner jetzigen Form als Dreispartentheater einzusetzen! In der Sitzung des Kulturausschusses am 13.06.13 und der Stadtratsitzung am 03.07.2013 soll der Rat der Stadt Trier über die Zukunft des Theaters Trier entscheiden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Pro

Warum gehen Leute ins Theater? Die wollen etwas fühlen. Etwas besonderes, was die im Alltag nicht erleben können, weil die mit dem Alltag beschäftigt sind. Deswegen genau sind die Künstler da ? um die Erscheinungen zu erschaffen, die sonst nie existieren wurden. Um etwas zu erschaffen, das auch uns erschafft, macht uns Menschen und nach der Verdaung nicht in der Toilette verschwindet, sondern bleibt für immer. Um diesen Effekt auf der Bühne zu erreichen reicht es nicht dass man es nur will. Um das richtige auf der Bühne zu tun, muss man Technik, Wissen, Idee und Talent mit einer Erfahrung zusammenbinden. Die Musiker, Schauspieler und Tänzer müssen sich auch menschlich gut kennenlernen um eine gemeinsame künstlerische Sprache zu finden, oft und regelmässig zusammenproben. So wurde vor etwa 2500 Jahren das Theater erfunden. Das nennen wir Kunst. Was muss man tun um echten Kunst zu produzieren? Man muss es studieren. Jahre lang. Emotionell und körperlich ist so ein Studium eine harte Arbeit. Jeden Tag, stundenlang übt man sein Instrument, Schauspiel oder Tanz, kämft bei den Wettbewerbe, investiert Geld. Und so sieht es auch später aus. Es ist ein schweres Job, ein Künstler zu sein. Ich wiederhole: es ist ein Job. Ein Beruf. Es ist kein Hobby. Die Ideen, das man die Kunst mit der "Kreativität von Bürgerinnen und Bürgern" ersetzen kann, sind leider sehr gefährlich. Unterschied zwischen kreativen Bürgern/innen und Künstler ist prinzipiell. Kreativ kann man sein, wenn man gerade Zeit und Lust hat. Und wenn man am Ende kein grosses Kunstwerk bekommt, freut man sich sowieso. Ein Künstler lebt mit dem Kunst die ganze Zeit und produziert diese Kunst nicht um sich zu entspannen, sondern um beste mögliche und vom seinen Wissen und Professionalismus entstehende Version zu erschaffen. Dafür gibt der Künstler alle seine Kräfte, Möglichkeiten und oft eigenes Geld. Wie kann es ohne stabiler, sicherer, stattlicher Förderung funktionieren? Die Antwort ist klar: es wird so nicht funktionieren. Es wird sterben, weil ohne stabiler Förderung werden Künstler was anderes tun müssen um überleben zu können. Und das Publikum bekommt am Ende nur den..."kreativen" Erzac.

Contra

Diese Form der Bestandpflege ist Stillstand. Stillstand ist Rückschritt. Statt hier rum zu lamentieren und sich als den einzig wahren Hort der Kunst an und für sich in Trier und Umgebung hoch zu stilisieren, sollten die aktivistsichen Theaterleute sich bgewdanken über ein Theater Trier 2025 machen. Weder Wille noch Vison sind zu erkennen. Klare Zahlenwerke trauen sich die Befürworter schon mal gar nicht zu präsentieren. Kultur und Kunst sind im steten Fluss und das Theater mauert sich ein.