Für den Beruf Pharmazeutisch-technische Assistenz (PTA) plant das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) aktuell einen Gesetzesentwurf für dessen Reformierung, der nicht ausreichend ist und dringend erweitert werden muss!

Für eine funktionierende Gesundheitsversorgung stellen wir folgende fünf Kernforderungen auf:

  1. Die PTA-Ausbildung ist integraler Bestandteil des Projektes „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe des BMG – Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung werden umgehend berücksichtigt.

  2. Die Ausbildungsdauer beträgt zukünftig drei Jahre. Der erforderliche Kompetenzerwerb für die Berufsausübung ist damit gesichert und Ausbildungsabbrüche werden vermieden.

  3. Die Ausbildung soll in einem Wechsel von theoretischen und praktischen Teilen erfolgen.

  4. Die Qualität der kompetenzorientierten Ausbildung wird durch Anleitung am Praxiseinsatzort gesichert. Lehrkräfte werden gezielt für den Unterricht in der Schule qualifiziert und begleiten den Praxiseinsatz der Lernenden.

  5. Weiterbildungsmöglichkeiten sind gesetzlich geregelt und sollen bundesweit angeboten werden. Ebenso eine leistungsgerechte Vergütung.

Daher möge der Deutsche Bundestag beschließen, die Ausbildungsdauer von Pharmazeutisch-technischen Assistent*innen auf drei Jahre festzulegen, Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung gemäß Koalitionsvertrag sowie eine leistungsgerechte Vergütung zu garantieren und Weiterbildungsmöglichkeiten zu schaffen, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Reason

Trotz erweitertem Tätigkeitsfeld soll die Ausbildung in diesem Gesundheitsfachberuf hinsichtlich Dauer, Struktur und Inhalt sowie Finanzierung weiterhin deutlich hinter den der anderen Gesundheitsfachberufe zurückstehen, obwohl die Bundesregierung dies in Ihrem Koalitionsvertrag beschlossen hat.

Das Tätigkeitsfeld von PTA hat sich in der letzten Dekade entscheidend gewandelt. Sie tragen als Mitwirkende im pharmazeutischen Team im direkten Kontakt mit Patienten und interdisziplinär als bedeutende Berufsgruppe im Gesundheitssystem eine hohe Verantwortung hinsichtlich der Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung und der Vorbeugung, Linderung bzw. Heilung von Erkrankungen.

Der erforderliche Kompetenzerwerb ist in einer zweijährigen Theorieausbildung an der Schule nicht gegeben und wird auch nicht durch eine Praxisausbildung von sechs Monaten ohne rechtssichere Vorgaben zur strukturierten Anleitung aufgefangen. Ausbildungsabbrüche sind bereits jetzt in steigendem Maß zu verzeichnen. Die Attraktivität der Ausbildung sinkt gegenüber anderen Berufsgruppen drastisch. Der Fachkräftemangel ist schon jetzt deutlich spürbar. Dies ist nicht tragbar!

Der Beruf PTA braucht Ihre Unterstützung in diesen Punkten, denn „bei Risiken und Nebenwirkungen“ beraten Sie gut aus- und weitergebildete PTA in jeder Apotheke gern. Vielen Dank im Sinne unserer Gesundheit!

Thank you for your support, Martin Seipt from Dresden
Question to the initiator
pro

Ich bin seit 22 Jahren in einer Krankenhausapotheke tätig, davon 13 Jahre im Herstellungsbereich. Als ich meine PTA-Ausbildung beendet hatte, gab es glücklicherweise einen über Zytostatika in einer Fachzeitschrift, so dass ich überhaupt einigermaßen wusste, was in der Krankenhausapotheke auf mich zukommt. Während meiner PTA-Ausbildung habe ich das Wort Zytostatika nicht einmal gehört. Da es immer mehr Chemo-herstellende Apotheken gibt, gehört diese Arzneimittelgruppe im angemessenen Rahmen mit zur Ausbildung dazu. Deshalb muss es unweigerlich zu einer längeren Ausbildungszeit führen.

contra

Reicht die geforderte Verlängerung der Ausbildungszeit wirklich aus? Sollte der beruf nicht besser auf Fachhochschulniveau gehoben werden - inklusive einer befristeten Möglichkeit, Inhaber öffentlicher Apotheken zu vertreten? - Das wäre eine echte Kompetenzerweiterung (die auch zu honorieren wäre). - Approbierte fehlen bundesweit, und PI (derzeit mit Vertretungsbefugnis) werden rar.