Petition richtet sich an:
Rat Delmenhorst
Wir fordern eine Neubewertung der Schulentwicklungsplanung in Delmenhorst unter Berücksichtigung der aktuellen Anmeldezahlen und der tatsächlichen Nachfrage der Eltern und Schülerinnen und Schüler.
Die vorliegenden Anmeldezahlen zeigen ein deutliches Bild: Während für die IGS 242 Anmeldungen bei einer Kapazität von 120 Plätzen und für die Realschule an der Lilienstraße 148 Anmeldungen bei lediglich 60 verfügbaren Plätzen vorlagen, erreichten das neue Käthe-Stüve-Gymnasium im ersten Anmeldeverfahren lediglich 12 Erstanmeldungen und die neue Realschule Uhlandstraße zunächst drei, später insgesamt zehn Anmeldungen. Auch an den bestehenden Gymnasien zeigte sich eine hohe Nachfrage. Am Willms-Gymnasium lagen 177 Anmeldungen bei einer begrenzten Aufnahmekapazität von 150 Plätzen vor. Daher musste dort ein Losverfahren durchgeführt werden.
Quellen für diese Zahlen und Informationen:
https://www.dk-online.de/lokales/delmenhorst/artikel/anmeldungen-an-delmenhorster-weiterfuehrenden-schulen-im-ueberblick-50707648
https://www.weser-kurier.de/stadt-delmenhorst/5-klasse-lebhafte-debatte-um-schulanmeldezahlen-2026-in-delmenhorst-doc8641sm9duxk1git6pfzk
https://www.dk-online.de/lokales/delmenhorst/artikel/losverfahren-statt-zuteilung-in-delmenhorst-das-steckt-dahinter-50726474
Diese Zahlen stellen nicht infrage, dass Delmenhorst zusätzliche Schulplätze benötigt. Sie werfen jedoch die berechtigte Frage auf, ob die derzeitige Schulentwicklungsplanung den tatsächlichen Bedürfnissen der Familien entspricht. Wenn bestehende Schulformen deutlich überzeichnet sind, während neue Angebote nur begrenzt nachgefragt werden, sollte dies Anlass sein, die bisherigen Planungen noch einmal ergebnisoffen zu überprüfen.
Wir fordern deshalb Rat, Verwaltung und Stadtspitze auf, die aktuelle Entwicklung ernst zu nehmen und zu prüfen, ob vorhandene Ressourcen und geplante Standorte künftig stärker für die Schulformen genutzt werden sollten, die von den Familien tatsächlich nachgefragt werden. Dabei sollten insbesondere zusätzliche Realschul- und IGS-Kapazitäten sowie alternative Nutzungsmöglichkeiten geplanter Standorte in die Betrachtung einbezogen werden.
Unser Ziel ist keine Verhinderung von Schulentwicklung, sondern eine Schulentwicklungsplanung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Familien orientiert.
Begründung
Als Mutter und Bürgerin von Delmenhorst geht es mir bei dieser Petition nicht um Parteipolitik oder die Interessen einzelner Schulen. Mir geht es um die Kinder und ihre Familien. Auch wenn meine eigene Tochter letztlich einen Platz an ihrer Wunschschule erhalten hat, habe ich die Unsicherheit vieler Familien in diesem Jahr miterlebt. Über Wochen war für zahlreiche Eltern unklar, ob ihre Kinder einen Platz an der gewünschten Schule erhalten würden. Die Entscheidungen ließen lange auf sich warten und viele Familien mussten bis zuletzt um den weiteren Bildungsweg ihrer Kinder bangen.
Besonders bewegt mich, dass es Kinder gibt, die keinen Platz an ihrer bevorzugten Realschule erhalten haben und nun andere Schulwege einschlagen müssen, obwohl dies ursprünglich nicht ihrem Wunsch entsprach. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Anmeldezahlen deutlich, welche Schulformen von vielen Familien bevorzugt werden.
Gerade deshalb halte ich es für wichtig, die Entwicklung jetzt noch einmal kritisch zu betrachten. Die neuen Schulen befinden sich noch in der Aufbauphase. Entscheidungen können daher noch überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, bevor langfristige Strukturen geschaffen werden, die über viele Jahre Bestand haben werden.
Ich wünsche mir eine sachliche, respektvolle und ergebnisoffene Diskussion. Niemand soll persönlich angegriffen werden. Vielmehr sollten die aktuellen Zahlen und Erfahrungen genutzt werden, um zu prüfen, ob die bestehenden Planungen tatsächlich dem Bedarf der Familien entsprechen.
Wenn wir heute bereit sind, neue Erkenntnisse zu berücksichtigen, können wir vielleicht dazu beitragen, dass künftig mehr Kinder einen Platz an der Schulform erhalten, die ihren Fähigkeiten, Bedürfnissen und Wünschen am besten entspricht. Genau deshalb ist mir diese Petition wichtig.
Wir benötigen kein 3 Gymnasium sondern besser eine zweite IHS/KGS