პეტიცია მიმართულია:
Hessischer Innenminister Herr Dr. Poseck, Härtefallkommission & Bundesinnenminister Herr Dobrindt
Sidat Selim Omer soll seine Ausbildung zum Medizinischen Technologen für Radiologie am Universitätsklinikum Gießen/Marburg (UKGM) im Oktober beginnen können und nicht vorher alleine nach fünf Jahren in Deutschland ohne seine Familie nach Rumänien ausreisen müssen oder gar abgeschoben werden und dann für einen langen Zeitraum nicht mehr einreisen können. Das ist unmenschlich!
Eine unnötige Verwendung von Steuergeldern, die im Bereich Bildung dringend benötigt werden!
მიზეზი
Sidat ist mit seiner Familie 2017 aus dem Irak geflohen, weil sie dort bedroht wurden und keine Zukunft hatten. Die erste Registrierung fand in Rumänien statt, wo es wenig Chancen für die Familie gab. Sie reisten weiter nach Deutschland und wurden 2018 nach Rumänien abgeschoben, wo Sidat und seine Familie Furchtbares erlebten. Er wurde von seinen Eltern, die in Abschiebehaft kamen, getrennt. Gemeinsam mit seinen Geschwistern musste er in ein Kinderheim, in dem der Alltag von Schlägen und Hunger geprägt war. 2020 kam die Familie erneut nach Deutschland. Vater und Mutter arbeiten und die Kinder gehen hier in die Schule.
Da Sidat 18 Jahre alt ist, soll er nun allein zurück nach Rumänien. Dort hat er keine Möglichkeit seinen - hier seit fünf Jahren erfolgreich und zielgerichtet absolvierten schulischen und beruflichen Weg weiter zu gehen. Hier hat er seinen mittleren Bildungsabschluss hervorragend abgeschlossen und den Ausbildungsplatz zum Medizinischen Technologen für Radiologie unterschreiben können. Sidat würde diese anspruchsvolle Ausbildung - die viele abbrechen- mit seiner enormen Lernbereitschaft und seinem Durchhaltevermögen mit Sicherheit erfolgreich zu Ende bringen. Angesichts des Fachkräftemangels in der medizinischen Versorgung wird Sidat von unserer überalterten Gesellschaft dringend gebraucht!
Seine Abschiebung würde gegen das Recht auf Bildung und Zukunftschancen, widerspricht den Menschenrechten und gefährdet die Unversehrtheit Sidats, auch die seiner jüngeren Geschwister, die ebenfalls gute Leistungen in der Schule zeigen und inzwischen -wie Sidat - Deutsch fast so gut wie ihre Muttersprache sprechen. Ihnen droht, sobald sie 18 Jahre alt sind, das gleiche Schicksal.
Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonventionen unterzeichnet. Ein solcher Umgang mit Kinder und Jugendlichen ist damit sicher nicht vereinbar. In Art. 3 Absatz 1 heißt es: Es liegt in Verantwortung staatlicher Behörden dem Wohl von Kindern und Jugendlichen Vorrang zu geben. Auch das Grundgesetz stellt Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz.
Die Abschiebung von Sidat Selim Omer muss gestoppt werden! Er muss seine Ausbildung am UKGM beginnen und abschließen können! Ausbilden ist besser als Abschieben und mit Sicherheit eine gute Investition in die Zukunft unseres Landes!
Erstunterzeichnende & Unterstützende:
- Cölber Arbeitskreis Flüchtlinge e.V.
- Internationaler Jugendverein Marburg
- Jusos Marburg-Biedenkopf
- Kinderjugendparlament Marburg- Biedenkopf
- Links jugend ['solid] Gießen
- Links jugend ['solid] Marburg
- OMAS GEGEN RECHTS Marburg
- SDS Die Linke Marburg
- Seebrücke Marburg
- TSV Eintracht Stadtallendorf
- ver.di Krankenhausbewegung UKGM
Menschenrechte sollten immer Vorrang vor Umfragewerten haben. Wieso geben Innenminister so häufig populistisch verfangenden Argumenten freien Lauf? Schauen kaum auf den individuellen Integrationsgrad der Menschen (bzw. wird häufig ein hoher Integrationsgrad eher sogar noch zum Verhängnis des Individuums, weil man es sollte es gut integriert sein, leichter auffinden kann um es abzuschieben)? Das verstößt gegen sämtliche Grundideen eines Staates welcher zukünftig ein geringeres Erwerbspotential aufgrund der alternden Gesellschaft zur Verfügung stehen hat. Diesen populistischen Stimmungen muss aufrecht entgegengetreten werden. Das demokratische und bürgerliche Engagement von Sidat und seiner Klassengemeinschaft (hierzu zähle ich auch das Lehrpersonal) muss honoriert werden. Nur so kann auf Dauer unsere Gesellschaft demokratisch bleiben und zukunftsgerichtet, stolz auf Engagement, bürgerliche Tugenden und Liberalismus bestehen. Demokratische Politik darf niemals vor antidemokratischen Minderheitspositionen einknicken, wenn sie auf Dauer demokratisch bleiben möchte. Diese Bitte können wir, so wie es diese Klassengemeinschaft als Beispiel für die Gesellschaft tut, nur an die Herren Innenminister stellen und hoffen, dass Sie sich sehr geehrte Herren Innenminister für demokratische Grundsätze auch in Zukunft versuchen zu engagieren. Diese Klassengemeinschaft beweist, dass es geht. Beweisen Sie Herr Dr. Posseck, dass Sie und ihre Kollegen es auch können.
Mit freundlichen Grüßen