Region: Magdeburg
Minority protection

Situation von trans* Menschen an der Uni Magdeburg und der Hochschule Magdeburg - Stendal verbessern

Petition is directed to
Rektor / Kanzlerin, Senat, Fakultäten
13
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  1. Launched July 2022
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  5. Decision

Der Queer Studi Treff, bestehend aus dem Stura-Referat der Otto-von-Guericke-Universität, Queer Campus, der Hochschulgruppe OvGUpride und der AG Queer^2 der Hochschule Magdeburg - Stendal, fordern:

  • die Möglichkeit sich mit dem selbst gewählten Namen zu immatrikulieren, auch ohne den DGTI-Ausweis; auf diese Möglichkeit sollte auf der Website der Uni beim Bewerbungsprozess hingewiesen werden
  • die verbindliche Weiterbildung sämtlichen Lehrpersonals und sämtlicher Angestellten zum Thema Gender aus einer trans*, inter* und nicht-binären Perspektive
  • eine Sensibilisierung von Beratungsstellen (bspw. PSB) der Uni auf trans*feindlich motivierte Gewalt und Diskriminierung
  • geschlechtsneutrale Toiletten in jedem Gebäude der Universität und Hochschule; eine Aufteilung nach "sitzend" und "stehend" mit entsprechenden Beschilderungen und ein Hinweis darauf, dass alle Geschlechter diese Toiletten benutzen dürfen, wären eine gute Lösung
  • geschlechtsneutrale Umkleiden in Sportanlagen der Uni und Hochschule; "all genders welcome" wäre hier ebenso eine gute Lösung
  • die Möglichkeit in Seminaren Anwesenheit mittels Nachnamen zu kontrollieren, um Zwangsoutings zu vermeiden; Dozierende sollten darauf hingewiesen werden
  • eine Erweiterung der Anrede in den Systemen der Uni und Hochschule um geschlechtsneutrale Möglichkeiten; z.B. keine Anrede, Vorname und Nachname, "Sehr geehrte*r" und "Liebe*r" oder ein freies Feld zum Selbstausfüllen
  • die Möglichkeit in elektronischen Systemen keine Geschlechtsangabe machen zu müssen
  • dass sich Dozierende mit Pronomen und Anreden vorstellen oder zumindest darauf hinweisen, dass gewünschte Namen, Pronomen und Anreden respektiert werden; diesen Hinweis sollten Dozierende am Anfang von Seminaren geben um Studierenden das Gefühl zu geben, ihre Identität wird hier respektiert

Dies sind nur einige praktische Umsetzungsmöglichkeiten, wie uns das Leben an der Uni leichter gemacht werden kann. Weitere Ideen sollten in Gesprächen mit uns erarbeitet werden.

Reason

Content Note: Es werden nachfolgend Beispiele für Transfeindlichkeit beschrieben.

Trans* sein bedeutet für jede*n einzelne*n von uns Unterschiedliches. Was uns aber alle eint, ist unsere Stärke, die davon stammt, dass wir in einer Welt leben, die uns so oft feindselig gegenüber steht, ausschließt und schadet.

Tagtäglich werden wir von rechten Gruppierungen für Panikmache instrumentalisiert. Unsere Existenz und unser Recht auf Unversehrtheit wird uns verwehrt. Ob es nun Beatrix von Storch ist, die der Bundestagsabgeordneten Tessa Ganserer ihr Frau-sein abspricht, Alice Schwarzer, welche von "Verstümmelung gesunder Körper" und Transgeschlechtlichkeit als "Modeerscheinung" spricht oder die über 100 Gesetzesentwürfe, die sich in 2021 gegen trans* und nicht-binäre Individuen in den USA gerichtet haben. Alleine diese Beispiele zeigen, wie vulnerabel und bedroht unsere Gruppe ist.

Für viele von uns bedeutet trans* sein ein stetiger Kampf. Der Kampf mit sich selbst, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren, obwohl mensch sich vielleicht noch nicht akzeptieren kann. Der Kampf mit Institutionen, die nicht auf uns ausgelegt sind, die nach wie vor oft nach "männlich" und "weiblich" kategorisieren, obwohl sich nicht alle trans*, inter*, nicht-binären und gender-diversen Menschen in diesen zwei Kategorien wiederfinden. Der Kampf um körperliche und geistige Unversehrtheit, um Sicherheit.

Trans* sein beinhaltet langwierige innere Prozesse der Selbsterkenntnis in einer Welt, die nach wie vor obsessiv jeden Beruf, jedes Hobby, jedes Aussehen und jede Ausdrucksweise dem vermeintlichen biologischen Geschlecht einer Person zuordnet. Institutionen wie die Universität untermauern diese Probleme, indem sie diktiert, ob und wie über uns gelehrt und gelernt werden darf.

Dabei dominieren nach wie vor altertümliche Ansichten den wissenschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Bahnbrechende Wissenschaft versucht weiterhin oft nicht herauszufinden, wie man uns am besten unterstützen und möglichst diskriminierungsfreie Räume schaffen kann, sondern pathologisiert uns. Wir werden reduziert auf fMRT-Scans, Vater- oder Mutterkomplexe nach Freud, Kindheitstraumata, Fetische, vermeintliche Persönlichkeitsstörungen als Ursache unseres "Leids" etc.

Institutionen bestimmen mit, wie man über uns redet und eine "weltoffene, diverse" Uni, wie sich bspw. die Otto-von-Guericke-Universität beschreibt, muss mehr für uns tun. Wir wollen aktiv teilhaben und entscheiden dürfen, was am besten für uns ist und wie wir uns an diesen Orten der Begegnung am sichersten fühlen können.

Dabei wollen wir nicht nur mitgedacht werden, sondern aktiv in Prozesse der Entscheidungsfindung inkludiert werden. Wir sind nämlich nicht dazu da, bei trans*-unsensibler Sprache uns zwanghaft outen zu müssen und Dozierenden Gender 101 erklären zu müssen! Dozierende und Mitarbeitende sowie Studierende müssen Angebote wahrnehmen, welche unsere Perspektiven zentrieren und uns eine Stimme geben. Einzelne Hürden können hier einfach abgebaut werden, wie bspw. die Einrichtung geschlechtsneutraler Toiletten in den Universitätsfakultäten der FIN und FHW, am Hochschulcampus in Stendal oder einzelne Dozierende, die sich der Wichtigkeit gendersensibler Sprache bewusst sind. Diese kleinen Schritte stellen für uns bereits eine große Erleichterung dar. Das reicht aber nicht aus, um die Sicherheit und das Wohlbefinden von uns zu gewährleisten.

gez.

Jako Spretz (er)

i.V.d. Queer Campus – queeres Referat des Studierendenrates der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Nelio Jordan Mayer (er/they)

i.V.d. Queer2 – AG des Studierendenrates der Hochschule Magdeburg – Stendal

Gabriel Rücker (they/them)

i.V.d. OvGU Pride – queere Hochschulgruppe

Thank you for your support, Jako Spretz from Magdeburg
Question to the initiator

Not yet a PRO argument.

Wenn da was mit "*" steht, gibt es von meiner Seite schon mal keine Zustimmung. Im Übrigen: 12/500 Stimmen. Vielleicht mal Wichtigeres machen und auf das Studium konzentrieren.

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