Region: Germany
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Staatlich finanzierte & wohnortnahe Geburtshilfe

Petition is directed to
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
733 Supporters 731 in Germany
Collection finished
  1. Launched February 2021
  2. Collection finished
  3. Filed on 01 Dec 2021
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

1. Eine Geburt darf NICHT mehr wirtschaftlich sein MÜSSEN!!! Ein Defizit der Kreißsäle/Geburtshilflichen Abteilungen hat der Bund zu tragen!

2. Wohnortnahe Geburtshilfe ist eine Grundversorgung! Kreißsäle/Geburtshilfliche Abteilungen müssen innerhalb von 10 min mit dem normalen PKW erreicht werden können und die Entfernung darf nicht mehr als 15 km betragen.

https://www.swrfernsehen.de/landesschau-bw/av-o1207760-100.html

Reason

Zu 1. Immer mehr Kreißsäle/geburtshilfliche Abteilungen werden geschlossen, weil eine Geburt wirtschaftlich sein muss. Vorhaltungs- und Personalkosten können wohl nur bei etwa 800-1.200 Geburten refinanziert werden. Sobald es weniger sind, was gerade im ländlichen Raum der Fall ist, bringen die Geburten nicht genügend Geld ein und die Abteilung ist somit defizitär.

Dieses Defizit muss vom Landkreis getragen werden. Wenn die einzelnen Gemeinden dieses Defizit nicht mehr tragen wollen/können, wird die Abteilung geschlossen.

Mit der Schließung einer solchen Abteilung müssen immer längere Wege in Kauf genommen werden. Geburtshäuser können ohne Klinik mit gynäkologischer Abteilung, in die im Notfall innerhalb kürzester Zeit verlegt werden kann, auch nicht existieren. Weiter fehlen Hebammen für die Vorsorge und Nachsorge.

"Kinderkriegen" darf nicht wirtschaftlich sein müssen!!! Polizei, Feuerwehr, Beamte in Schulen und Ämtern werden schließlich auch von der Gesellschaft getragen! Sämtliche Kliniken im ländlichen Raum haben bei dieser Station ein Defizit. Natürliche Geburten müssen von den Krankenkassen und dem Bundesgesetzgeber ausreichend finanziert werden.

Somit fordere ich, dass der Bund hierfür einsteht und sämtliche Kosten dieser Abteilungen trägt.

Zu 2. Seit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 19.04.2018 gehört auch die Geburtshilfe zu den basisrelevanten Vorhaltungen eines Krankenhauses.

Alle Bereiche der Grundversorgung, mit Ausnahme der Geburtshilfe, müssen innerhalb von 30 min PKW-Fahrtzeit erreicht werden, damit die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist.

Für die Erreichung eines Kreißsaals/einer Geburtshilflichen Abteilung wird eine PKW-Fahrtzeit von 40 min zugrunde gelegt!

Unverständlicherweise wird hier mit einem anderen, in meinen Augen falschem, Maß gemessen. Eine Geburt passiert in den meisten Fällen spontan und ist nicht auf Termin und Uhrzeit planbar. Die vorgeschriebene PKW-Fahrzeit zu dieser Basisversorgung eines Krankenhauses muss daher dringend reduziert werden!

Im Zuge der Schließung des Mosbacher Kreißsaals wurden leider 9.200 Unterschriften gegen die Schließung ignoriert und selbst dem DRK wurde kein Gehör geschenkt, dass hier nun zukünftig eine Fahrt mit dem Rettungswagen! zum nächsten Kreißsaal 40 min dauert (Anfahrt, Einladen, Hinfahrt, Ausladen!). Dies soll aber mit einem normalen PKW möglich sein?!

Umliegende Krankenhäuser sind an ihrem Limit und weisen Schwangere vor der Tür ab. Hier zwei Beispiele:

Der Verein MotherHood, der sich für die Rechte von Schwangeren einsetzt, warnt, dass die Geburten in Rettungswagen zunehmen werden und kritisiert, dass Frauen immer weniger kalkulieren könnten, wie und wo die Geburt abläuft. Es gibt in Nordhessen Fälle, wo Frauen 40 Min bis zur nächsten Klinik fahren müssen, um dann an der Klinik anzukommen und zu hören: Wir sind voll!“ Die Frauen müssen dann nochmal 40 min bis zur nächsten Klinik fahren – das heißt insgesamt 80 Min. „Wir können hier nicht mehr von einer sicheren Versorgung sprechen“, so Franziska Kliemt von MotherHood.

Eine Erstgebärende, die aus Neuenstadt am Kocher in Heilbronn im Kreiskrankenhaus entbinden wollte, konnte dort leider aufgrund der Auslastung nicht aufgenommen werden. 31 km, 26 min umsonst. Mosbach und andere umliegende Krankenhäuser war wohl auch ausgelastet. Dann wurde die Schwangere nach Bad Mergentheim gebracht, 73 km, 49 min. Das sind in Summe 104 km und 75 min. Ernsthaft??? Wo leben wir denn? Das ist eine Zumutung.

Da dies leider keine Einzelfälle sind, fordere ich, dass man der Geburtshilfe als Grundversorgung gerecht wird:

Kreißsäle/Geburtshilfliche Abteilungen müssen innerhalb von 10 min mit dem normalen PKW erreicht werden können und die Entfernung darf nicht mehr als 15 km betragen.

Thank you for your support, Berit Löhlein from Mosbach
Question to the initiator

News

  • Liebe Unterstützende,

    das Bundesministerium für Gesundheit wurde vom Petitionsausschuss darum gebeten, eine Stellungnahme zu dem Petitionsanliegen zu verfassen. Diese Stellungnahme liegt nun vor und befindet sich im Anhang. Die Petition sowie die Stellungnahme wird im Folgenden vom Petitionsausschuss geprüft und behandelt. Über das abschließende Ergebnis der Petition werden wir sie informieren, sobald wir weitere Informationen dazu erhalten haben.

    Beste Grüße
    das openPetition Team


  • openPetition hat die von Ihnen unterstützte Petition offiziell im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht. Jetzt ist die Politik dran: Über Mitteilungen des Petitionsausschusses werden wir Sie auf dem Laufenden halten und transparent in den Petitionsneuigkeiten veröffentlichen.

    Als Bürgerlobby vertreten wir die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Petitionen, die auf unserer Plattform starten, sollen einen formalen Beteiligungsprozess anstoßen. Deswegen helfen wir unseren Petenten, dass ihre Anliegen eingereicht und behandelt werden.


    Mit besten Grüßen,
    das Team von openPetition

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