Region: Stuttgart
Family

Stuttgarter Eltern wollen die Angebote des Elternseminars zurück!

Petition is directed to
Oberbürgermeister Frank Nopper
357 Supporters 232 in Stuttgart
6% from 3.700 for quorum
  1. Launched 23/06/2021
  2. Time remaining 4 Wochen
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Diese Petition richtet sich gegen die Entscheidung des Jugendamts der Landeshauptstadt Stuttgart, das Elternseminar radikal zu verändern.

Erstens werden wichtige Familienbildungsangebote wie das Rucksack-Programm an Kitas und Schulen für Mamas mit Migrationshintergrund, die niedrigschwellige Deutschlernangebote für Geflüchtet oder die Wochenende-Angeboten für Väter und Kinder oder für Alleinerziehende ganz gestrichen. Zweitens werden die 80 Honorarmitarbeiter*innen, die alle Angebote bis jetzt Jahrzehnten lang sehr gut durchgeführt haben, einfach nicht mehr beschäftigt!

D.h. nicht nur, dass die Zahl der Angebote für alle Eltern enorm schrumpfen wird, sondern auch, dass genau die Gruppen, die als Eltern eher unterstützt werden sollen (vor allem Migranten und Geflüchtete, Väter, Alleinerziehende), ganz ohne Anschluss bleiben – und ausgerechnet jetzt im zweiten Pandemiejahr!

Reason

Der Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten hat dies deutlich geschildert:

Stuttgarter Nachrichten, Sa., 12.06.2021, Stuttgart und die Region

(Bild einer Krabbelgruppe)

Eltern zusammen bringen, vernetzen, stärken und ihnen dabei etwas über Kindererziehung beibringen – das ist eines der Ziele des Elternseminars. (Foto: dpa/Kathrin Drinkuth)

Angebote für Eltern auf der Kippe?

Das Elternseminar der Stadt ist deutschlandweit für seine Arbeit mit Migrantenfamilien bekannt. Da 80 Honorarkräfte nicht weiter beschäftigt und zahlreiche Angebote gestrichen werden, stellt sich die Frage, wie es in der kommunalen Einrichtung weiter geht.

Von Lisa Welzhofer

STUTTGART. Es ist seit fast 60 Jahren eine über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Einrichtung in Stuttgart: Das Elternseminar, kommunale Familienbildungseinrichtung der Stadt. Doch nach und nach wird bekannt, dass die Dienststelle in einem massiven Umbruch steckt. Die knapp 80 Honorarkräfte werden nicht weiter beschäftigt, befristete Verträge nicht verlängert, viele Angebote vor allem für Familien mit Migrationshintergrund wurden gestrichen, sämtliche andere sind auf dem Prüfstand. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist das Elternseminar?

Die kommunale Bildungseinrichtung bietet seit 1963 Kurse, Seminare, Treffs oder Bildungswochenenden für Mütter und Väter in allen Stuttgarter Stadtteilen an. Der Schwerpunkt: bildungsbenachteiligte Familien, Familien mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrungen. Gut 750 Veranstaltungen mit 5600 Teilnehmerinnen weist der Geschäftsbericht des Jugendamtes für 2019 aus. Mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen haben einen Migrationshintergrund. Das kostenlose Angebot reichte bislang von Pekip-Babykursen über Deutschlernangebote mit Kinderbetreuung, Patenprogramme, Nähtreffs für  geflüchtete Frauen bis hin zu Vorträgen in Kitas sowie Wochenendfahrten etwa für Alleinerziehende.

Was ist das Einmalige?

Die Angebote werden nicht zentral, sondern mit Kooperationspartnern wie Kitas, Familienzentren oder Migrantenorganisationen vor Ort veranstalte. Außerdem werden sie von einem großen Team an Honorarkräften geleitet, von denen die meisten selbst Migrationshintergrund und gewachsene Netzwerke in unterschiedlichen Milieus haben. Manche Honorarkräfte waren selbst einmal Teilnehmerin eines Angebots. Immer wieder kommen Vertreter aus deutschen und europäischen Städten, um von diesem Konzept zu lernen.

Was wurde nun bekannt?

In einem Schreiben informierte die Leitung des Elternseminars die Kooperationspartner darüber, dass man mit den knapp 80 Honorarkräften nicht weiter zusammenarbeiten werde und nur noch die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – insgesamt 13,5 Stellen – Kurse oder Treffs anbieten werden. Diese haben bislang organisatorisch oder konzeptionell gearbeitet. Außerdem ist bereits klar, dass Deutschlernangebote, Alphabetisierungskurs und Nähkurse ebenso gestrichen werden wie Bildungswochenenden und -wochen, in denen Familien sich für wenig Geld eine Auszeit nehmen konnten. Ebenfalls eingestellt wird das so genannte Rucksackprogramm, das zuletzt in 40 Kitas regelmäßig stattfand und Eltern mit Migrationsgeschichte einen Ort bietet, sich auszutauschen, ihr Deutsch zu verbessern und Erziehungstipps zu bekommen. Man werde auf die Kooperationspartner zukommen, „um gemeinsam mit Ihnen bedarfsorientierte Planungsgespräche im Hinblick auf Ihre Zielgruppen zu führen“, heißt es in dem Schreiben. Sprich: Alle bisherigen Angebote kommen auf den Prüfstand.

(...)

Warum werden Programme gestrichen?

Man sei zu dem Schluss gekommen, dass diese entweder durch „sehr viele spezialisierte Anbieter“ abgedeckt würden (Deutschlernangebote) oder dass die interkulturelle Kompetenz dafür mittlerweile auch in den kooperierenden Kitas vorhanden sei (Rucksackprogramm).

Was sagen ehemalige Mitarbeiter?

Dass die Arbeit der Honorarkräfte von anderen ersetzt werden kann, bezweifelt hingegen Elisabeth Stibi-Rathgeb, die 20 Jahre – acht Jahre davon als Leiterin - im Elternseminar gearbeitet hat. Und die Leidtragenden seien vor allem die Mütter. „Für viele waren das die ersten Schritte in die Gesellschaft. Sie haben etwas gelernt, sich weitergebildet, Selbstbewusstsein daraus gezogen. Für manche führte das in eine Beschäftigung. Es ging um die Stärkung der Frauen, die am Ende den Kindern zugute kommt.“

(Im Kasten mittig)

Die Rucksackgruppen

  • Inhalt Mehr als zehn Jahren lang bot das Elternseminar in Kitas für Mütter mit Migrationsgeschichte regelmäßige Treffen an, in denen sie ihr Deutsch verbessern und sich austauschen konnten, aber auch Infos bekamen, zum Beispiel wie sie mit Konflikten in der Familie umgehen. Dazu kamen Väter-Treffen, Wochenendfahrten und Exkursionen, in denen der Stadtbezirk und dessen Angebote erkundet wurden.

Teilnehmerinnen Insgesamt wurden mit dem Programm laut Jugendamt 440 Mütter mit fast 900 Kindern erreicht. (wel)

Thank you for your support, Fadi Ajjoub from Stuttgart
Question to the initiator

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News

Gute, etablierte Programme sind ohne inhaltlichen Kommentar seitens des Jugendamts der Stadt Stuttgart gestrichen worden. Behördenentscheidungen sollten _öffentlich_ begründet sein.

(Schein)argumentation mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, so dass die Honorarkräfte um sie zu schützen besser nicht weiter beschäftigt werden sollten (???)

Why people sign

  • Not public Stuttgart

    7 hours ago

    Das Elternseminar leistet seit vielen Jahren sehr wertvolle Arbeit. Eine Stadt, die sich auf die Fahne schreibt kinderfreundlich zu sein, sollte weiterhin Wert auf so eine kompetente und etablierte Institution legen. In Zeiten, in denen Familien unter besonderen Belastungen Leiden allemal!

  • 4 days ago

    Weil das Elternsemonar präventiv tätig ist und jeder Euro gut angelegt. Es spart Folgekosten.

  • Not public Waiblingen

    7 days ago

    weil dies ein super amgebot zur integration der schwächsten in unserer geselschalt ist

  • 8 days ago

    Die Angebote des elternseminars sind richtig und wichtig, ich selbst habe auch während einer Krise (Pubertät meiner Tochter) davon profitiert und bin dankbar dass es dieses Angebot gab (vor allem kostenlos für Eltern)

  • Sandra Ludwig Waiblingen

    8 days ago

    Ich war fast zwanzig Jahre als Honorarkraft im Elternseminar in der Elternbildung tätig, diese Tätigkeit habe ich immer als sehr sinnvoll und nachhaltig erlebt sowie mit Herzblut gemacht, wie auch meine KollegInnen. Im Gegensatz zu meiner jetzigen Tätigkeit als sozialpädagoische Familienhelferin (wo ich eingesetzt werde wenn der Karren schon im Dreck ist) war dies eine präventive Arbeit wo vieles schon vorher aufgefangen wurde und Familien Kontakte knüpfen konnten, sich gegenseitig unterstützt haben und oftmals Lösungen gefunden wurden um akkute Krisen abzuwenden. Es gab viele TeilnehmerInnen, die von den Leistungen des Jobcenters gelebt haben einige von Ihnen haben es mit Hilfe von diesem Angebot geschafft ihren Lebensunterhalt heute selbst zu bestreiten. Ein kurzes Beispiel: In einer Gruppe hatte ich eine Teilnehmerin (Mutter von 2 Kindern), die sich nach ca.1 Jahr an mich gewendet hat und mir erzählt hat, dass sie Analphabetin ist und gerne einen Haupschulabschluß machen möchte und ob ich sie unterstütze wie sie dies angehen kann. Diese Frau hat mittlerweile eine Ausbildung als Kinderpflegerin, arbeitet und ist nicht mehr abhängig von staatlicher Unterstützung, im Gegenteil sie trägt ihren Beitrag für unsere Solidargesellschaft. Ihre Kinder gehen aufs Gymnasium und die Realschule. Ich bin davon überzeugt, dass ist nur ein Beispiel von vielen. Es ist für mich unfassbar, dass die Angebote nicht mehr stattfinden. Ich bin davon überzeugt, dass diese Teilnehmerin ohne dieses Angebot des Elternseminars den Schritt sich als Analphabetin zu outen und das Selbstbewußtsein zu erlangen diesen Weg zu gehen, nicht geschafft hätte. Betrachten wir an diesem Beispiel mal den volkswirtschaftlichen Aspekt - die Familie hätte monatlich eine Anspruch von ca. 2300,-Euro gehabt. Die Kinder hätten noch Anspruch auf Bildung und Teilhabe mit Nachhilfe käme noch monatl. ein Betrag von ca. 300,- Euro. So hätte der Staat (Gesellschaft) im güstigsten Fall die Familie mit ca. 2600,- Euro monatlich unterstützt. Allein von diesem eingsparten Geld einer Teilnehmerin wäre mit Sicherheit mindestens ein Kurs finanziert. Auch ich bin Steuerzahlerin und versteh nicht, dass so nachhaltige Angebote nicht weiter finanziert werde. Ich hoffe mein Kommentar wird von den entscheidenden Personen gelesen und sie rechnen vielleicht selbst nochmal nach und überdenken diese Entscheidung.

    (Processed)

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