openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close
Bild zur Petition mit dem Thema: Umbenennung der Franz-Josef-Strauß-Brücke in Nürnberg in Helene-Grünberg-Brücke Umbenennung der Franz-Josef-Strauß-Brücke in Nürnberg in Helene-Grünberg-Brücke
  • Von: Karin Forster (Feministische Perspektiven) mehr
  • An: Stadtrat Nürnberg
  • Region: Nürnberg mehr
    Kategorie: Verwaltung mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
  • 38 Tage verbleibend
  • 39 Unterstützende
    27 in Nürnberg
    1% erreicht von
    3.900  für Quorum  (?)

Umbenennung der Franz-Josef-Strauß-Brücke in Nürnberg in Helene-Grünberg-Brücke

-

Anlässlich des internationalen Frauenkampftags am 8. März 2017 in Nürnberg fordern wir die Umbenennung der – seit 1989 so genannten – „Franz-Josef-Strauß-Brücke“ in Helene-Grünberg-Brücke.

Helene Grünberg setzte sich in der Kaiserzeit und Weimarer Republik in Nürnberg als Aktivistin für Arbeiterinnen- und Frauenrechte ein, engagierte sich als Gewerkschafterin für Frauenrechte und stand an der Spitze der sozialdemokratischen Frauenbewegung Nürnbergs. Seit 1999 wird in der Stadt mit einer kleinen Sackgasse im Ortsteil Zerzabelshof an Helene Grünberg erinnert.

Mit dem Namen Franz Josef Strauß, zuletzt bayerischer Ministerpräsident, sind u.a. auch fragwürdige Rüstungsgeschäfte verbunden, die er als Verteidigungsminister anstieß, der Verdacht von Schmiergeldzahlungen, jahrelange „Zuwendungen“ von großen deutschen Unternehmen und die „Spiegel“-Affäre, bei der er versuchte seine Kritiker/innen mundtot zu machen und den Chefredakteur des Landesverrats anklagen ließ.

Wir glauben, dass das historische Vergessen der Leistungen von Helene Grünberg nur damit zu erklären ist, dass sie eine Frau war und politisch links stand. Anlässlich des Internationalen Frauentags 2017 fordern wir die Umbenennung der Franz-Josef-Strauß-Brücke in Nürnberg in Helene-Grünberg-Brücke, um ihren herausragenden Einsatz für Frauen- und Arbeiterinnenrechte zu ehren und zu erinnern.

Wir fordern den Nürnberger Stadtrat auf sich zu beraten und zu reflektieren, warum das Gedenken an eine Frau, die direkt von Nürnberg aus Unglaubliches für Gleichberechtigung, Emanzipation und eine humanere Welt geleistet hat, in eine kleine Sackgasse verbannt wird, während ein korrupter Politiker, der die Interessen der Reichen und Mächtigen dieser Welt vertrat, am Prinzregentenufer Hof hält.

Wir fordern auch die Gewerkschaften auf, sich mit der grundlegenden Bedeutung von Helene Grünbergs Handeln für die Belange der Arbeiter*innen auseinanderzusetzen und die Initiative für die Umbenennung der Brücke zu unterstützen. Wir solidarisieren uns zudem mit der Initiative von Nürnberger Gewerkschaftsfrauen, für Helene Grünberg eine Gedenktafel am Gewerkschaftshaus Nürnberg anzubringen.

Begründung:

Die Benennung öffentlicher Straßen und Plätze nach berühmten historischen Persönlichkeiten hat eine wichtige politische Bedeutung für die Konstruktion unseres Geschichtsbildes. Welches Geschichtsbild reflektieren die Nürnberger Straßennamen?

Ein Blick auf den Stadtplan, nicht nur in Nürnberg, zeigt, dass auch heute noch die Benennung wichtiger (und unwichtiger) Straßen und Brücken durch ein männlich-konservatives, eurozentrisches Geschichtsbild geprägt ist. In ganz Nürnberg sind beispielsweise nur achtzehn Straßen nach Frauen benannt. Orte, die nach nicht-weißen Menschen benannt sind, muss man mit der Lupe suchen. In der Stadt Nürnberg, die sich als „Stadt der Menschenrechte“ versteht, erscheint dieses diskriminierende Geschichtsbild umso zynischer.

Nicht vergessen wird in Nürnberg seit 1989 Franz Josef Strauß. Sein Name prangt an prominenter Stelle, nämlich am Innenstadtring, auf der Brücke zum Prinzregentenufer. Franz Josef Strauß, zuletzt bayrischer Ministerpräsident, hat sich um vieles verdient gemacht.

Um nur einige seiner Verdienste zu nennen: Als Verteidigungsminister war er verantwortlich für die atomare Aufrüstung der BRD. Er unterhielt gute Beziehungen zur Militärdiktatur in Chile und auch im Inland enge Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen. Meinungsfreiheit? Nur, wenn sie Strauß-konform war. Die Zeitschrift Spiegel ließ er durchsuchen und den Chefredakteur wegen Landesverrat anklagen. Kritische Journalistinnen und Schriftstellerinnen waren für ihn „Ratten und Schmeißfliegen“. Korruption wurde ihm sogar höchstrichterlich bescheinigt. Solch ein Politiker gefällt natürlich auch der AfD, die Strauß im letzten Jahr mit einer Gedenktafel an seinem Münchner Geburtshaus geehrt hat.

Als er schließlich Kanzlerkandidat der CDU/CSU wurde, formierte sich eine riesige Gegenkampagne „Stoppt Strauß“, die er mit allen Mitteln verfolgen ließ. Eine der Parolen der Anti-Strauß-Bewegung hieß: „Wer Strauß wählt, wählt Reaktion, Faschismus und Krieg“.

In Nürnberg wird seit 1999 auch an Helene Grünberg erinnert. Sie hat eine kleine Sackgasse in Zerzabelshof bekommen – dabei kann sie uns heute viel eher als Vorbild dienen als FJS.

Die in Berlin geborene Schneiderin kam 1905 für die politische Arbeit, zur Mobilisierung der Arbeiterinnen nach Franken und wurde bereits ein Jahr später von der Nürnberger Gewerkschaft als erste bezahlte Arbeitersekretärin angestellt.

Unter schwierigsten Bedingungen und bedroht von polizeilicher Verfolgung setzte sich Helene Grünberg umfassend für Frauenbelange ein. Sie richtete Schulungen speziell für die betriebliche Agitation von Frauen ein, für Arbeiterinnengesundheit, sie kämpfte für legale Abtreibung. In kürzester Zeit hatte sich durch ihr Engagement der Anteil der Frauen in der Gewerkschaft beinahe verfünffacht. In Nürnberg waren damit wesentlich mehr Frauen organisiert als in München.

Ihr Einsatz galt jedoch nicht allein den ausgebeuteten Fabrikarbeiterinnen, sondern ebenso den Dienstmädchen, die sie aus ihrer schutzlosen Abhängigkeit von der Dienstherrschaft befreien wollte. Hier war Helene Grünberg Pionierin. 1906 gründete sie den „Verein der Nürnberger Dienstbotinnen, Waschfrauen und Putzfrauen“. Helene Grünberg hat dafür gekämpft und viel dazu beigetragen, dass der Internationale Frauenkampftag sich etablierte und ab 1911 jährlich begangen wurde. Am 8. März und am 1. Mai war sie in der Nürnberger Region regelmäßig die einzige Frau, die als Rednerin auftrat. Sie stand auch an der Spitze der sozialdemokratischen Frauenbewegung Nürnbergs und wurde 1919 für die USPD ins Parlament gewählt.

Wir fordern die angemessene Ehrung der Taten und der Haltung des Menschen Helene Grünberg. Für eine Gedenkkultur im Zeichen von Solidarität, Gleichberechtigung und Emanzipation aller Menschen!

Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift unsere Forderung an den Nürnberger Stadtrat, die Franz-Josef-Strauß-Brücke in Helene-Grünberg-Brücke umzubenennen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Nürnberg, 30.03.2017 (aktiv bis 29.06.2017)


Debatte zur Petition

Noch kein PRO Argument.
>>> Schreiben Sie das erste PRO-Petition Argument

Noch kein CONTRA Argument.
>>> Schreiben Sie das erste CONTRA-Petition Argument


Warum Menschen unterschreiben

Weil FJS kein Menschenfreund war und sein Andenken keine humane Begründung hat.

Die Erinnerung an einen Politiker, der die Apartheid in Südafrika verteidigte, viel Verständnis für den Schlächter Pinochet äußerte und dem Sektenführer Paul Schäfer ("Colonia Dignidad" - heute "Villa Baviera") huldigte, sollte ra ...

Alles ist besser als das Ehrenmal für den Dicken, Helene Grünberg als Gewerkschafterin sowieso ... Danke für die Initiative

....weil Franz-Josef-Strauß ein korrupter Macho war, nach dem keine Brücke benannt werden sollte.

>>> Zu den Kommentaren


Formular auf der eigenen Webseite einbinden


Banner auf der eigenen Webseite einbinden

Code-Snippet Horizontal:      
Code-Snippet Vertikal:           
Code-Snippet Vertikal:           

Letzte Unterschriften

  • Nicht öffentlich Nürnberg vor 2 Tagen
  • Robby T. Regensburg am 12.05.2017
  • Dominik J. Nürnberg am 26.04.2017
  • Jan F. , Berlin am 25.04.2017
  • Christiane D. Nürnberg am 21.04.2017
  • Claudia S. Breitengüßbach am 20.04.2017
  • Nicht öffentlich Nürnberg am 19.04.2017
  • Frank B. Nürnberg am 18.04.2017
  • Mirko C. Wuppertal am 18.04.2017
  • Beate H. Nürnberg am 18.04.2017
  • >>> Alle Unterschriften

Petitionsverlauf

Woher kamen Unterstützer

 E-Mail    Facebook  

Unterstützer Betroffenheit