Junaid Bajauris Antrag auf Asyl wurde in Deutschland abgelehnt. Er soll nach Willen der Behörden ausgewiesen werden. Doch das wollen wir gemeinsam verhindern!

Begründung

Vor wenigen Tagen erreichte unser OVIGO Theater e.V. eine niederschmetternde Nachricht: Unser Mitglied Junaid Ahmad Bajauri soll das Land verlassen. Sein Asylantrag ist abgelehnt worden. Er soll innerhalb von 30 Tagen wieder nach Pakistan zurückkehren. Für uns als OVIGO Theater ist das eine absolute Schande. Wir können uns keinen Menschen vorstellen, der besser integriert sein kann. Wir kennen keinen Menschen, der herzlicher, freundlicher, offener und hilfsbereiter ist. Doch es gibt Hoffnung: Junaid hat eine sehr gute Anwältin in Regensburg bekommen. Gegen den Ablehnungsbescheid ist nun Klage eingereicht worden. Das Verfahren wird nun einige Zeit in Anspruch nehmen. In dieser Zeit haben wir die Möglichkeit, uns weiter für Junaid einzusetzen und auch die Öffentlichkeit für diesen Fall und diesen tollen Menschen zu sensibilisieren. Gemeinsam mit dem Asylkreis Nabburg haben wir bereits eine Informationsveranstaltung in Nabburg abgehalten, zu der neben einigen Pressevertretern auch rund 80 interessierte Personen aus dem Umfeld Junaids gekommen sind, um ihm den Rücken zu stärken.

Im September möchte er seine Ausbildung als Altenpflegehelfer wieder aufnehmen. Junaid möchte in einem Beruf arbeiten, in dem eh händeringend Personal gesucht wird. Junaid absolvierte einige Praktika im sozialen Bereich und wurde stets gelobt. Maria von Stern (Waldkindergarten Schwanenkinder Schwandorf) oder Pfarrerin Irene Friedrich (Evangelische Gemeinde Nabburg) schwärmten bei der Veranstaltung über Junaids Arbeit und sein herzliches Wesen – auch im Umgang mit Kindern, Senioren oder benachteiligten Menschen. Auch in unserem OVIGO Theater war und ist er bestens integriert und war beim Musical PETER PAN ein wertvoller Part des Ensembles. Als Pirat Smee war er einer der großen Publikumslieblinge und war für uns auf und auch hinter der Bühne von enormem Wert. Der gelernte Schneider richtete unsere Kostüme vor den Auftritten, er verbreitete stets eine ungebremst positive Stimmung und legte immer wieder diesen einzigartigen Enthusiasmus an den Tag – für eine Sache, die er liebt. Junaid engagiert sich auch beim THW, hilft in der evangelischen Kirchengemeinde oder jüngst beim Mittelalterfest in Nabburg. In einer bewegenden Rede sagte Junaid gestern, dass seine Mutter ihm eine wichtige Sache beigebracht hätte: „Meine Mama hat immer zu mir gesagt: Du musst helfen! Egal welche Hautfarbe, welche Religion. Du musst helfen, wir sind alle gleich.“ Die Gänsehaut unter den Besuchern war förmlich zu spüren.

Junaid Ahmad Bajauri wurde 1992 in Sherger, Pakistan geboren. Er arbeitete für eine Hilfsorganisation der UNICEF, welche Polio-Impfungen durchführte. Nachdem er immer wieder von den Taliban bedroht und auch geschlagen wurde, entschied er sich im Jahr 2015, das Land zu verlassen und zu flüchten. Über den Iran, die Türkei, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Österreich, kam er schließlich nach Deutschland. Seit dem 11. November 2015 wohnt er Nabburg. Im Dezember wurde der Asylantrag gestellt, der nun abgelehnt wurde. Für das Bundesamt gilt Pakistan als „sicheres Herkunftsland“. Wenn man Junaids Geschichte hört, klingt das wie ein schlechter Scherz. Wie soll es für ihn sicher sein, wenn die Taliban auch heute immer wieder bei Junaids Familie nachfragt, wo er sich aufhält? Junaid sagt, die Taliban würden ihn finden. Egal wo er sich in Pakistan aufhält. In der Vergangenheit wurden circa 80 Helfer medizinischer Hilfsprojekte ermordet. Die Taliban sehen diese Arbeit als Verstoß gegen ihre Weltanschauung an und gehen davon aus, dass die Helfer mit den Amerikanern kooperieren.

Wir möchten Junaid nicht verlieren. Er möchte das Land, das er lieb gewonnen hat, nicht verlassen. Er will nicht mehr um sein Leben fürchten müssen. Junaid will in einem sozialen Beruf arbeiten. Er wurde in seinem Arbeitsumfeld stets geschätzt und teilweise gar geliebt. Es würde uns das Herz brechen, wenn Junaid, der bestens integriert ist, Deutschland verlassen muss. Aber eines steht spätestens seit gestern fest: Wir werden gemeinsam kämpfen. Bis zum Schluss.

Mehr Infos: www.facebook.com/KeepJunaid/

ovigo-theater.de/2018/07/keepjunaid-bewegender-info-termin-in-nabburg/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Michael Sandner aus Amberg
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Warum Menschen unterschreiben

  • Theodor Sandbaumhüter Frankfurt am Main

    vor 10 Std.

    WEIL ER BEREIT IST SICH HIER EINE NEUE zUKUNFT AUF ZU BAUEN: aU?ERDEM IST SEIN lEBEN BEI EINER aBSCHIEBUNG IN gEFAHR

  • Simon kraus Schwandorf

    vor 18 Std.

    Weil er mich nicht auslacht weil ich eine behinderrung habe und hilft mir manche sachen zu verstehen. Außerdem hat er immer ein gute laune und wenn jemand sieht das es den schlecht geht hilft er gleich und sieht nicht zu

  • vor 2 Tagen

    Gerechtigkeit

  • vor 2 Tagen

    Solange es diese grausame Gesetzeslage gibt, muss für jeden Menschen einzeln gekämpft werden.

  • Michael Winsel Bad Segeberg

    vor 2 Tagen

    Menschen, die hier voll integriert sind, die Motivation haben, hier etwas erreichen zu wollen, sind eine Bereicherung für unser Land, auch durch die Berufswahl, was besseres kann Deutschland nicht passieren! Warum müssen wir Menschen aus dem Ausland anwerben, wenn wir hier einen riesigen Pool an motivierten Menschen haben?

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