Mit dem Stadtteil Freiham entsteht in der unmittelbaren Nachbarschaft von Aubing das größte Neubauvorhaben in der Geschichte Münchens mit Platz für mehr als 20 000 Menschen. Damit wächst im Westen von München quasi eine neue Kleinstadt aus dem Nichts.

Wenn die derzeitigen unausgereiften Pläne der Verkehrsanbindung Wirklichkeit werden, ergießt sich der zusätzliche Verkehr in ein aktuell schon völlig überlastetes Straßennetz. Die Bodenseestraße, die A96 und der Autobahnring A99 können schon heute kaum mehr die vielen und täglich mehr werdenden Pendler aus dem westlichen Münchner Umland aufnehmen. Außerdem lastet auf Aubing bereits der Verkehrsdruck aus den aktuellen Baugebieten am ehemaligen Telekom- und am früheren DB-Gelände mit insgesamt 1000 Wohnungen sowie die laufende Nachverdichtung alter Siedlungsgebiete.

Es steht zu erwarten, dass in Ermangelung von Alternativen viele Autofahrer die Schleichwege durch den zum Teil sogar ensemble-geschützten Teil von Alt-Aubing und Umgebung nehmen werden. Dies sind zum großen Teil Straßen mit enger Bebauung und 30er Zonen!

Als Antwort auf diese Verkehrsflut wird in der aktuellen Planung allen Ernstes eine Straßenbahn angeboten. Dieses heutzutage bestenfalls noch für den innerstädtischen Einkaufsbummelverkehr gedachte Verkehrsmittel erfährt bei Pendlern über diese Strecke keinerlei Akzeptanz, blockiert weiteren Straßen- und Parkraum und ist auch quantitativ nicht im Geringsten in der Lage, größere Menschenmenge von einem Ort zum anderen zu bringen. Niemand wird knapp ein Dutzend Haltestellen absolvieren, bis er endlich überhaupt in Pasing die Möglichkeit des Umstiegs auf ein schnelleres Verkehrsmittel hat. Ganz zu schweigen von den Menschenmassen, die jeden Morgen und jeden Abend auf zwei Waggons einer Straßenbahn warten müssten, die dann zu erstürmen wäre.

In der Konsequenz würde eine Vielzahl den PKW nutzen. Wer jedoch einmal mit dem Auto losgefahren ist, wird dieses nicht am Rande der Innenstadt stehen lassen, sondern bis zu seinem Ziel durchfahren. Damit ist das Freihamer Problem ein Problem der gesamten Stadt München; die Ziele der Landeshauptstadt zum Abbau der Feinstaub- und Verkehrslärmbelastung wären damit keinesfalls mehr zu erreichen.

Wir fordern deshalb die Stadt München und den mit den Planungen befassten Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrates auf, von diesem stadtromantischen Ansinnen einer Straßenbahn für 20 000 Menschen Abstand zu nehmen. Stattdessen fordern wir für Freiham einen wie für andere bestehende Stadtteile längst gewohnten Anschluss an das städtische U-Bahnnetz. Die Planungen für den Anschluss von Pasing sind deshalb so zu gestalten, dass zeitnah eine Fortsetzung bis nach Freiham möglich ist. Gleichzeitig ist das abführende Straßennetz rund um Freiham so zu ertüchtigen, dass es den neuen Verkehrsstrom aufnehmen kann. Dazu ist der Ausbau des Autobahnrings rund um München mit dem Lückenschluss im Süden ebenso erforderlich wie die Ergänzung des bestehenden Rings um weitere Fahrspuren. Ferner muss eine Taktverdichtung der S4 erfolgen und über die gesamte Betriebszeit müssen Langzüge eingesetzt werden.

Begründung

Wir verkennen nicht die Notwendigkeit, für Münchner Neubürger Wohnraum zu schaffen. Dies kann und darf aber nicht auf Kosten all derer gehen, die bereits seit vielen Jahren hier leben. Offenbar müssen die hierfür verantwortlichen Menschen hier nicht wohnen und nur die Aubinger Bürger das so angerichtete Unheil ausbaden. Umso mehr muss jetzt diesem Irrsinn Einhalt geboten und eine – für eine Millionenstadt wie München adäquate – Lösung gefunden werden.

Wir versuchen deshalb über diese Online-Petition möglichst viele Unterstützer/innen zu finden, damit der Münchner Stadtrat ein schlüssiges Verkehrskonzept für den gesamten Münchner Westen, insbesondere den Stadtbezirk 22 - Aubing/Lochhausen/Langwied - in Auftrag gibt bzw. beschließt. Vorab haben wir mit Unterschrift der Anwohner unserer Straße bereits dem Stadtrat in einem Schreiben vom 24.April 2015 unsere Argumente dargelegt. Ein solcher Brief kann allerdings keine Petition in diesem Umfang ersetzen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Georg Ringmayr aus München
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Neuigkeiten

Pro

Moderner und intelligenter Städtebau würde anders aussehen. Aber Begriffe wie Zersiedelung, Bodenverbrauch (oder besser Flächenfraß), Bodenversiegelung und Lebensraumverlust scheinen hier Fremdworte zu sein. Bei der Planung scheint man ökologische Aspekte wie die Reduzierung der notwendigen Fahrstrecken, um z. B. Schadstoff- und Lärmbelastung, den Stress und die Zeitverschwendung in gestautem Verkehr zukünftig zu reduzieren, völlig außer Acht gelassen zu haben. Man scheint aus den bisherigen Problemen nichts gelernt zu haben. Wo man hinsieht, leider nur noch Inkompetenz.

Contra

Ein Verkehrskonzept für die Erschließung von Freiham und Aubing ist natürlich dringend erforderlich. Zur Anbindung von Freiham mit dem öffentlichen Nahverkehr ist aber Folgendes zu bedenken: Freiham hat bereits einen S-Bahnhof erhalten und verfügt auf diesem Weg über eine schnelle und leistungsstarke Verbindung Richtung Pasing und Innenstadt. Ein zusätzlicher U-Bahn-Anschluss wäre völlig überdimensioniert und angesichts der entstehenden Investitions- und Betriebskosten eine enorme Geldverschwendung. Eine Tram erschließt dagegen auch die Siedlungen zwischen Pasing, Westkreuz und Neuaubing.