Die Gemeinde Wendeburg plant gemeinsam mit einem großen Investor, in die Felder am Ortsrand von Wendeburg, einen Gebäudekomplex entstehen zu lassen, der die bisherigen Häuser wortwörtlich "in seinen Schatten" stellen wird. Ein Areal auf einer Fläche von 2200m², teilweise in einer viergeschossigen Bauweise - welches einer Höhe von ca. 12-15 Metern entspricht - und eine Gesamtlänge von 50 Metern erreichen wird.

Ich möchte - mit und als Bestandteil der Gemeinde Wendeburg - eine Fläche und einen Investor finden, der ein Seniorenheim bauen kann, welches sich harmonisch und rücksichtsvoll in einen bestehenden Ort einfügt - für Menschen, die darin leben werden, aber auch für jene, die dies noch nicht tun. Ein Seniorenheim sollte eine Bereicherung für alle Generationen sein. Ich möchte unser Orts- und Landschaftsbild bewahren und Traditionen schützen Und ein Zeichen setzen, dass Bürgerinnen und Bürger ihren Ort zu einer Heimat machen – und deshalb nicht übergangen werden dürfen. Unser Ort sollte mit Achtsamkeit entwickelt und nicht unter Druck und unbeweglichen Voraussetzungen entwickelt werden lassen. Dafür sammle ich – auch im Namen der am meisten betroffenen Einwohner – Unterschriften. Als Zeichen gegen diese Willkür.

Viele Menschen haben sich dazu entschieden aufs Land zu ziehen, um solchen riesigen Gebäudekomplexen aus dem Weg zu gehen und in der „grünen Idylle“ – wie sich Wendeburg nennt – sesshaft zu werden.

Ein solches Areal ist für uns kein böswilliges Signal, aber es ist das Falsche. Das falsche Signal für einen Ort, der seine Traditionen pflegt und um seine Authentizität weiß. Denn auch der Festplatz von Wendeburg wird unter den Bedingungen des neuen Komplexes mit großer Wahrscheinlichkeit weichen müssen, da das geplante Gebäude als Seniorenheim fungieren soll. Die Lautstärke des Festplatzes ist für solch eine Art von Einrichtung nicht tragbar.

Auch die Einsehbarkeit in das beliebte Freibad „Auebad“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist nicht geklärt.

Wir setzten uns für die ortstypische und natürliche Entwicklung unserer Landschaft ein und möchten gemeinsam mit der Gemeinde Wendeburg Lösungen entwickeln, ein Seniorenheim im Ort zu integrieren und nicht "an den Rand abzuschieben" (Zitat des Bürgermeisters von Wendeburg – Gerd Albrecht aus der PAZ vom 11. Dez. 18).

Reason

Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus. Vielleicht haben sie das auch schon. Oder haben es vor. Sie bekommen ein langes Dokument von Ihrer Gemeinde (Bebauungsplan), in dem steht, wie Sie Ihr Haus bauen dürfen und warum das so ist.

Da steht zum Beispiel drin, dass Sie Ihr Grundstücksende bepflanzen müssen, weil Sie den neuen Ortsrand bilden werden. Warum? Weil Ihr Grundstück sich in die bestehende Landschaft harmonisch einfügen und ins Ortsbild eingebunden werden soll. Weiter im Text steht, dass Sie maximal 9,5 Meter in die Höhe bauen dürfen. Warum? Damit ein Abflachen in die Felder gewährleistet und somit das Ortsbild bewahrt wird. Sie lesen weiter. Da steht, dass Sie innerhalb von fünf Jahren Ihr Grundstück bebauen sollen. Das machen Sie. Auch wird in diesem Dokument immer wieder explizit erwähnt, dass Disharmonien im Orts- und Landschaftsbild durch Ihren Hausbau vermieden werden sollen. Deshalb bekommen Sie auch die Dachfarbe vorgeschrieben. Auch den Begriff „traditionelles Ortsbild“ lesen Sie in diesem Dokument der Gemeinde immer wieder. Sie freuen sich, in einem Ort zu leben, der Traditionen bewahrt und achtsam mit seiner Umwelt umgeht. Das geht für Sie aus diesem Dokument in Ihren Händen hervor.

Sie finden eine Passage, die den großen Baukörper (dreigeschossig) einer Schule erwähnt. Diese stand bisher am südlichen Ortsrand des Ortes und soll durch das Neubaugebiet, in welches Sie nun mit Ihrer Familie ziehen möchten, kaschiert werden. In Ihrem Dokument steht, dass Ihnen aus diesem Grund die Höhenbeschränkung, Eingrünung und Gestaltungsvorschrift auferlegt wurde. Sie unterstützen diese Vorschrift. Sie wollen sich mit Ihrem Bau und den Vorgaben der Gemeinde ein zu Hause schaffen, dass den Anforderungen der Gemeinde entspricht und die Ausgewogenheit des Landschaftsbildes gewährleistet. Sie akzeptierten den Bebauungsplan.

Ein paar Monate später schlagen Sie die Zeitung auf. In dieser steht, dass vor Ihrem Haus ein Gebäudekomplex entstehen soll. Ihre Gemeinde plane mit einem großen Investor auf einem Areal von 2200m² Fläche einen teilweise viergeschossigen Baukörper + Nebengebäuden. Der Komplex sei mit den oben im Text genannten (Aus)Maßen geplant. Eine große, umlaufende Dachterrasse, die Einsicht auf die Gärten Ihres neuen Wohngebietes und Ihres eigenen Gartens gewährt, solle es ebenfalls geben.

Und jetzt beantworten Sie für sich selbst die Frage, ob Sie persönlich damit einverstanden wären. Wie würden Sie selbst darauf reagieren?

Meine Reaktion lesen Sie in diesem Moment. Ich möchte diese Willkür weder hinnehmen noch unterstützen. Mit dieser Petition möchte ich unterstreichen, dass wir Bürgerinnen und Bürger Stimmen haben und sie einsetzen können. Die Gemeinde Wendeburg besiegelt mit ihren Bebauungsplänen Verträge , die nicht an Wert verlieren dürfen. Denn diese Verträge sind das Fundament, auf das die Einwohner gebaut haben. Ich möchte es festigen, anstatt es einzureißen.

Die Entstehung eines Seniorenheims ist für die Gemeinde Wendeburg und für mich als Petitionsgründerin ein wichtiger Schritt, den hier Lebenden eine Perspektive auch im Alter zu bieten. Deshalb freue ich mich, wenn Sie gemeinsam mit mir und Ihrer Unterschrift sich für ein Seniorenheim einsetzen, welches alle Generationen und Gemeindemitglieder berücksichtigt.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich über Ihre Mithilfe.

Herzliche Grüße aus Wendeburg, Ihre Stefanie Steinbach

Thank you for your support, Stefanie Steinbach from Wendeburg
Question to the initiator
pro

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contra

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