Petition richtet sich an:
Bundestag und Abgeordnetenhaus von Berlin
Petition: Schloss
Das Berliner Schloss entsteht im Innern als moderner funktionaler Zweckbau ohne jegliche Erinnerung an seine kunsthistorisch bedeutenden Räume.
Im Äußeren werden weder Neptunbrunnen noch Rossebändiger oder andere Denkmäler an ihren historischen Ort zurückgeführt.
Wir fordern die Wiederherstellung des Rittersaals über dem Portal V und des Schweizersaals mit dem Gigantentreppenhaus im Portal VI bis 2019.
Wir fordern die Rückführung des Neptunbrunnens und der Rossbändiger vor das Schloss bis 2019.
Danke für Ihre Unterstützung
Gesellschaft Berliner Schloss e.V. Köpenicker Str. 36, 12683 Berlin
Weiterführende Informationen unter https://www.berliner-stadtschloss.de
Begründung
Warum brauchen wir eine Petition „ Schloss“ zum Berliner Schloss?
Der Bundestagsbeschluss sieht zwar die Möglichkeit der Rekonstruktion historischer Räume vor, will diese aber auf die Zeit nach der Eröffnung des Berliner Schlosses-Humboldtforum 2019 verschieben. Auf Jahrzehnte wäre jede Chance auf eine Besichtigung der kunsthistorisch wertvollen Räume genommen.
Die GBS ist der Ansicht, dass das aktuelle Nutzungskonzept nicht in der Lage ist, die erwarteten Besucherzahlen von bis zu 3 Mio. Besucher pro Jahr dauerhaft an sich zu binden. Der Hauptnutzer, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den ethnologischen und außereuropäischen Sammlungen, generiert in Dahlem 120.000 Besucher pro Jahr für diese Sammlungen. Es ist unwahrscheinlich diese Besucherzahlen im Schloss um das 25-fache zu erhöhen.
Die GBS ist der Ansicht, dass diese Besucherzahlen nur erreicht werden, wenn die Schlossbesucher mittels historischer Räume an die Geschichte dieses Gebäudes erinnert werden.
Im Berliner Schloss entstehen bereits jetzt in der Kubatur der Schweizersaal und der Rittersaal. In diesen Räumen die Raumdekoration wieder anzubringen, dürfte kein Problem sein. Die dadurch der vorgesehenen Nutzung entgangenen Flächen betragen beim Schweizer Saal 226 m² und beim Rittersaal 188 m² GF von 40.000 m² Nutzfläche oder 1 %.
Das Gigantentreppenhaus (262 m² GF) wäre ein absolutes Besucherhighlight im Schloss. Es steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Schweizersaal, in dem es einmal eine eigene königliche Schweizer Garde gab. Die aktuelle Nutzung ist dort mehr als provisorisch zu benennen (Lapidarium). Eine Schlossbauhütte könnte das Werden des Treppenhauses und die damit verbundenen Kunstfertigkeiten den Besuchern vor Augen führen.
Das Schlossumfeld zu gestalten, liegt in der Hand der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dort ist eine Basaltwüste um das Schloss geplant mit Trauerweide an der Spree. Den Neptunbrunnen wieder vor das Schloss zu setzen, verweigert aktuell das Land Berlin.
Die Rossebändiger führen ein trostloses Dasein im Kleistpark von Berlin und müssen vor das Schloss.
Nachdem jahrelange Versuche, die Verantwortlichen im Projekt von diesen Maßnahmen zu überzeugen, zum Teil fehlschlugen und dahingehende Forderungen der Besucher auf allen elf Forumsveranstaltungen der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum (Bauherr) nicht zum Erfolg führten, bleibt nur der Weg in die Öffentlichkeit. 2000 Unterschriften haben wir allein beim Richtfest und die beiden Tage der offenen Baustelle gesammelt.
Die GBS will mit ihrer Petition erreichen, dass das Projekt Wiederaufbau des Berliner Schlosses erfolgreich wird und der Bundestag wie auch das Abgeordnetenhaus die für diese Maßnahmen notwendigen Gelder bereitstellen. Die spätere Realisierung dieser Maßnahmen kostet sicher wesentlich mehr und würde den Betrieb des Gebäudes auf längere Zeit einschränken.
Initiator: Gesellschaft Berliner Schloss e.V., Köpenicker Str. 36, 12683 Berlin