Petition richtet sich an:
Der Petitionsausschuss des Landtags Rheinland-Pfalz
Trotz "kostenloser" Schulbuchausleihe zahlen Familien in Rheinland-Pfalz weiterhin hunderte Euro pro Schuljahr für Schulmaterial. Das muss sich ändern.
Jedes Jahr im Sommer flattert sie ins Haus: die Schulbuchliste. Für viele Familien ist das der Moment, in dem sie anfangen, Geld zurückzulegen oder Kredite in Erwägung zu ziehen – auch wenn sie eigentlich an der staatlichen Schulbuchausleihe teilnehmen.
Ich habe für meine drei Kinder in den Klassenstufen 3, 5 und 7 (eine Grundschule, zwei Gymnasien in Rheinland-Pfalz, Schuljahr 2026/27) alle offiziellen Schulbuchlisten durchgerechnet.
Das Ergebnis:
- Ohne Schulbuchausleihe würden die vollen Kaufpreise bei rund 1.173 € liegen.
- Mit Teilnahme an der Ausleihe an beiden Gymnasien bleiben trotzdem noch rund 620 € übrig.
Deshalb fordere ich vom Landtag und dem Bildungsministerium Rheinland-Pfalz:
- Eine unabhängige Prüfung der Lernmittelkosten und der Erneuerungszyklen von Schulbüchern.
- Klassensätze statt Privatkauf für Nachschlagewerke wie Duden oder Weltatlas.
- Längere, verbindliche Nutzungszyklen für Lehrwerke.
- Digitale oder wiederverwendbare Alternativen für Verbrauchsmaterial.
- Echte Kostentransparenz für Eltern vor Schuljahresbeginn – inklusive aller Nebenkosten.
Diese Petition wurde bereits offiziell beim Landtag Rheinland-Pfalz am 13.08.2026 eingereicht und wird derzeit auf Veröffentlichung geprüft.
Mit deiner Unterschrift hier zeigen wir schon jetzt, wie viele Familien dieses Thema betrifft – und verschaffen der offiziellen Petition mehr Gewicht, sobald sie freigeschaltet ist.
Begründung
Weil die Ausleihe nur die mehrjährig nutzbaren Kernlehrbücher abdeckt. Alles, was verbraucht wird – Arbeitshefte, Workbooks, Grammatikhefte, Wortschatztrainer – oder personengebunden ist – wie Duden oder der Diercke Weltatlas –, muss privat gekauft werden. Bei einem Schulwechsel unserer Familie mussten wir sogar ein zweites Mal denselben Atlas kaufen, obwohl bereits ein Exemplar vorhanden war. Dazu kommen Pflichtausstattung wie Taschenrechner und Calliope-Arbeitsheft, Schulgeld und Spindmiete.
Das trifft nicht alle Familien gleich hart. Rund jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern in Deutschland ist eine Ein-Eltern-Familie – über 84 % davon Mütter. Das Armutsrisiko in diesen Haushalten ist mehr als doppelt so hoch wie in Paarhaushalten mit Kindern. Ein Betrag von mehreren hundert Euro, der oft gebündelt in den ersten Schulwochen fällig wird, ist für sie keine Kleinigkeit. Und auch viele Paarhaushalte kommen gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten an ihre Grenzen, ohne dass öffentlich darüber gesprochen wird.
Neben der finanziellen Seite gibt es einen Nachhaltigkeitsaspekt: Arbeitshefte werden oft nur zur Hälfte ausgefüllt, bevor ein neues Exemplar fällig wird. Digitale oder wiederverwendbare Alternativen für reines Übungsmaterial existieren längst – werden aber kaum genutzt oder aktiv kommuniziert.
Unterschreib mit, wenn du findest: Bildung darf nicht am Kontostand der Eltern scheitern.
Die wenigen Familien mit Kindern in Deutschland müssen gestärkt werden und nicht abgezockt!