Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Nach Zustimmung der Eltern dürfen Kinder in sogenannten Reality TV Formaten teilnehmen und auftreten. Mit peinlichen und schockierenden Momenten aus der vermeintlichen Lebensrealität des Kindes werden dann Gewinne durch hohe Zuschauerquoten erwirtschaftet. Dies möchten wir verbieten.
Gerade die neuesten Vorwürfe gegen den Sender Sat1 und deren Umgang mit traumatisierten Minderjährigen zeigen, dass ein Verbot der Teilnahme an solchen Formaten für Minderjährige längst überfällig ist.
(https://www.hessenschau.de/panorama/ikke-hueftgold-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-sat1,ikke-hueftgold-102.html)
Entscheidend ist der Charakter des Formates. Soll ein verzerrtes Bild der Lebensrealität des Kindes gezeigt werden (Formate wie, u.a. "Plötzlich reich, plötzlich arm" Sat1, "Frauentausch", RTL2, oder früher "Super Nanny", RTL), soll der Auftritt des Minderjährigen untersagt sein, da das Kind die möglicherweise schädlichen Folgen seines Auftrittes nicht abschätzen kann.
Dabei ist auch zu beachten, dass die öffentliche Darstellung des Minderjährigen maßgeblich von der Produktionsfirma, den vorgegeben Drehinhalten und des Schnittes abhängig ist, und somit nicht in der Verantwortung der Eltern liegt.
Begründung
Reality-TV ist ein hybrides Fernsehgenre, das dokumentarische mit fiktionalen Darstellungsweisen verbindet. Dabei bewegen sich Formate des Reality-TV an der Grenze zwischen Information und Unterhaltung, es überwiegen jedoch die unterhaltenden Anteile. Das Genre nutzt Authentizität als Strategie: Es zielt also nicht auf die Interpretation und Bedeutung von »Realität« ab, sondern darauf, die RezipientInnen besonders stark in die Medienwirklichkeit des Genres zu involvieren und sie emotional zu »überwältigen«. (https://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/25-2012-1/vom_Orde-Reality-TV.pdf)
Die Verschmelzung von Fantasie und Realität ist in Reality TV Shows führt dazu, dass Zuschauer nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können. Im Gegenteil: Sie werden gezielt in die Irre geführt. Das Bild soll möglichst echt, möglichst "authentisch" wirken, trotz oft festgelegter Drehinhalte und eines festen Drehplans - und zwar auch auf Kosten des Kindes.
Minderjährige als schützenswerte Personengruppe, können oftmals noch nicht einschätzen, welche Auswirkungen die gezeigten Bilder auf ihr privates Umfeld nehmen können. Es ist deshalb wichtig, gerade Kinder vor falscher Darstellung im nationalen Fernsehen zu schützen.
Oftmals sollen gerade durch peinliche und schockierende Szenen Zuschauerquoten generiert werden. Der Schutz des Kindes ist damit nicht vereinbar.