Volksvertreter Michael Gerlach
Stellungnahme zur Petition Für den Erhalt der Stadtteilbibliotheken von Hohen Neuendorf!
Gerlach/FDP/Tierschutzp./BSW/Zimmermann, zuletzt bearbeitet am 22.07.2026
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Parlament/Plenum.
Zunächst möchte ich mich bei Frau Moß und allen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Petition bedanken. Es ist gut und wichtig, wenn sich Bürgerinnen und Bürger in kommunalpolitische Diskussionen einbringen. Das zeigt, dass unsere Stadt den Menschen nicht egal ist.
Ich teile das Ziel der Petition ausdrücklich: Der Zugang zu Büchern, Bildung und Leseförderung muss erhalten bleiben. Gerade für Kinder und Jugendliche ist Lesen eine Schlüsselkompetenz, die wir stärken müssen.
Ich komme allerdings zu einer anderen Schlussfolgerung.
Aus meiner Sicht geht es in der aktuellen Diskussion nicht um die Frage, ob Leseförderung erhalten bleiben soll, sondern wie sie künftig organisiert werden kann.
Ich halte die von der Verwaltung vorgeschlagene Zentralisierung der Stadtbibliothek im Kulturbahnhof grundsätzlich für den richtigen Weg. Dabei dürfen die Ortsteile selbstverständlich nicht vergessen werden. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass an den Schulen weiterhin ein niedrigschwelliger Zugang zu Literatur möglich bleibt – beispielsweise durch Schulbibliotheken mit einem geeigneten Bestand, Kooperationen mit Schulen und Kitas, Lesepaten, mobile oder digitale Ausleihangebote und weitere kreative Lösungen.
Ich halte es jedoch nicht für sinnvoll, dauerhaft alle bisherigen Stadtteilbibliotheken personell und organisatorisch weiterzuführen.
Dabei müssen wir auch die finanzielle Realität im Blick behalten. Neben den laufenden Personal- und Betriebskosten sind künftig auch erhebliche Bau-, Umbau- und Planungskosten zu berücksichtigen, insbesondere an den Schulstandorten in Bergfelde und Borgsdorf. Gleichzeitig stehen wir als Stadt vor erheblichen finanziellen Herausforderungen.
Für mich bedeutet verantwortungsvolle Kommunalpolitik deshalb, vorhandene Strukturen regelmäßig zu hinterfragen und zu prüfen, ob das angestrebte Ziel nicht auch auf andere Weise erreicht werden kann.
Ich werde mich deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass niemand den Zugang zu Büchern verliert – gleichzeitig halte ich eine dauerhafte Beibehaltung aller bisherigen Stadtteilbibliotheken jedoch nicht für den richtigen und finanziell verantwortbaren Weg.
Ich werde die weiteren Beratungen konstruktiv begleiten und mich dafür einsetzen, dass praktikable Lösungen für Kinder, Familien und alle Nutzerinnen und Nutzer gefunden werden.