representative Udo Rössler

Gemeinderat in Süßen - Resigned

    Opinion on the petition Erhalt der Realschule in Süßen

    SPD last modified: 28 Apr 2016

    I abstain. The basis of decision was a resolution of the faction

    Reason:

    Bei den Diskussionen und Entscheidungen des Gemeinderats zur Schulentwicklung in Süßen geht es nicht um die "Schließung" der Realschule. Es geht darum, die jeweiligen Stärken der J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule und der Geschwister-Scholl-Realschule im Interesse der Kinder und Jugendlichen in einer neuen Schule zusammenzuführen und damit den Schulstandort Süßen zukunftsfest zu machen.
    Bereits 2013 hat eine Klausurtagung der Stadtverwaltung mit Vertretern der Geschwister-Scholl-Realschule und der J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule in Bad Boll stattgefunden. Der Gemeinderat hat das Ergebnis dieser Klausurtagung und der Meinungsbildung beider Schulen zustimmend zur Kenntnis genommen und eine gemeinsame Entwicklung beider Schulen befürwortet hin zu einer gemeinsamen Schule, die als Gemeinschaftsschule spätestens 2016/2017 in Betrieb gehen soll.
    Die Schulleitung der Geschwister-Scholl-Realschule hat in Elternbriefen über diese beabsichtigte Entwicklung bereits 2013 informiert. Auch die Stadtverwaltung und die Gemeinderatsfraktionen haben über die Absicht, unsere weiterführenden Schulen zusammenzuführen, u.a. in der Bürgerversammlung 2013, berichtet.
    Vor dem Hintergrund der Petition haben sich SPD-Fraktion und SPD-Ortsvereinsvorstand bei zwei Terminen mit dem Elternbeirat der Geschwister-Scholl-Realschule ausgetauscht. Für den 24. März haben wir den Elternbeirat der J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule zum Gespräch eingeladen.
    Unsere Argumente für eine gemeinsame Entwicklung beider Schulen haben wir wie folgt zusammengefasst:
    • „Schule“ muss neuen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht werden.
    Mit dem von vielen Eltern gewünschten und von der Landesregierung umgesetzten Wegfall der verbindlichen Empfehlung für weiterführende Schulen eröffnen sich mehr Bildungschancen für alle Kinder. Gleichzeitig werden Schülerströme schlechter kalkulierbar und die Klassen in der Zusammensetzung mit "stärkeren" und "schwächeren" Schülern – noch mehr als bislang - vielfältiger. Das bedeutet, dass an die weiterführenden Schulen immer mehr Schüler kommen, die unterschiedlichere Begabungen und Lernvoraussetzungen mitbringen. Durch den demografischen Wandel müssen sich alle Schulen zudem auf sinkende Schülerzahlen einstellen. Vor diesem Hintergrund wird deshalb von allen Parteien – mehr oder weniger deutlich – auf ein System mit zwei Schularten gesetzt: Auf das Gymnasium und eine Schule vor Ort, die den Hauptschulabschluss und die „Mittlere Reife“ anbietet.
    • Beide Schulen unterscheiden sich zukünftig kaum.
    Die J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule und die Geschwister-Scholl-Realschule werden zukünftig dieselben Schulabschlüsse ermöglichen: den Hauptschulabschluss und die „Mittlere Reife“. Die Realschulen müssen ab dem Schuljahr 2016/17 das grundlegende Niveau und ab dem Schuljahr 2019/20 die Hauptschulabschlussprüfung anbieten. Individuelles Lernen und Unterricht auf unterschiedlichen Niveaus wird zukünftig auch an der Realschule praktiziert werden. Das bestätigt das Konzept des Kultusministeriums zur Weiterentwicklung der Realschulen vom 20. November 2014. Auch der Bildungsplan für die Sekundarstufe I wird schulartübergreifend formuliert werden. Die Ausbildung der Lehrer/innen für die weiterführenden Schularten Realschule, Werkrealschule und Gemeinschaftsschule findet nicht mehr in getrennten Studiengängen an den Pädagogischen Hochschulen statt, sondern wird in diesem Jahr auf ein Studium „Lehramt Sekundarstufe I“ umgestellt.
    Der Unterschied zwischen Gemeinschaftsschule und Realschule wird dann hauptsächlich darin liegen, dass die Realschule keine verbindliche Ganztagesschule ist.
    • Das Beste aus beiden Schularten wird zusammengeführt.
    Die bewährten Erfahrungen der Geschwister-Scholl-Realschule in der Berufsorientierung, in den Einzelfächern sowie in der Hinführung auf den Leistungsstand der „Mittleren Reife“ und die schon erprobten pädagogischen Konzepte der J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule, die insbesondere in den Klassen 5/6, mit neuen Lernformen in Niveaustufen sowie mit Inklusion gewonnen wurden, können sich zum Wohle der Schülerinnen und Schüler ergänzen.
    • Konkurrenz um die Schüler wird vermieden.
    Mit dem Zusammenschluss wird der Konkurrenz um die gleichen Schüler am selben Schulstandort aus dem Weg gegangen. Erziehungswissenschaftler, die in der regionalen Schulentwicklung tätig sind, machen darauf aufmerksam, dass bei Schulen, die sich auf demselben Campus befinden, eine auf Dauer nicht gedeihliche Konkurrenz stattfindet. Wenn beide Schulen jeweils ihr Wissen und ihre Erfahrungen in eine gemeinsame Schule einbringen können, wird es keine „Verlierer- oder Gewinner-Schule“ geben.
    • Mehr Entwicklungschancen auf einem gemeinsamen Schulcampus.
    Durch den Zusammenschluss entsteht ein zusammengehöriges großes Schulgelände, ein Campus, der so gestaltet werden kann, dass er allen Schülerinnen und Schülern neue Möglichkeiten im Schulalltag eröffnet. Individuelles Lernen erfordert mehr Raum, der auf dem Süßener Campus in der Bizet flexibler geschaffen werden kann. Begleitende Maßnahmen im Schulalltag wie Mittagessen und Schulsozialarbeit können besser organisiert werden.
    • Verlässlicher Schulalltag entlastet Kinder wie Eltern.
    Die Ganztagesschule für alle Kinder an 4 Tagen (oder auch 3 Tagen) bis 15.15 Uhr ist gewährleistet und schafft verlässliche Rahmenbedingungen für Kinder wie Eltern. Es wird eine Rhythmisierung des Schultags ermöglicht, weg von starren, vollgepackten Stundenplänen, hin zu mehr Bewegungs- und Entspannungsphasen innerhalb des Schultags. Sport und musische Angebote am frühen Nachmittag ergänzen den Schulalltag. Es gibt keine Hausaufgaben nach Schulschluss mehr, da diese in der Schule unter Anleitung und in gemeinsamen Lerngruppen erledigt werden können. Gleichwohl bleibt die Ganztagesschule flexibel: Kinder, die in der Mittagspause zum Essen nach Hause möchten, können dies tun.
    • Mit der Gemeinschaftsschule zum Abitur.
    Eine große Gemeinschaftsschule erlaubt es, ab 60 Schülerinnen und Schüler eine gymnasiale Oberstufe einzurichten, die in drei Jahren zum Abitur führt. In den vorhergehenden Klassenstufen der Gemeinschaftsschule wird neben anderen Niveaus ein gymnasiales Niveau angeboten. Vorteilhaft kann für viele Jugendliche sein, dass an der Gemeinschaftsschule – anders als am klassischen Gymnasium – die Oberstufe drei, statt zwei Jahre umfasst.
    • Süßener Kinder können länger gemeinsam lernen.
    Die Kinder, deren Eltern sich nach der Grundschule für die neue Schule entscheiden, können mit ihren früheren Klassenkameraden in der Jahrgangsstufe 5 bleiben. Soziale Kontakte können weiter wachsen und werden nicht wie bisher schulorganisatorisch getrennt. Lernprozesse, die in der Primarstufe der Gemeinschaftsschule bzw. in der Grundschule angebahnt wurden, können ohne Bruch fortgesetzt werden.
    • In der Gemeinschaftsschule miteinander und voneinander lernen.
    In der Gemeinschaftsschule können Kinder und Jugendliche nicht nur in ihren kognitiven Fähigkeiten, sondern in ihrer Gesamtentwicklung besser gefördert und zum lebenslangen Lernen und zu einem toleranten Zusammenleben mit anderen Menschen befähigt werden. Die Verschiedenheit wird respektiert und nicht von allen das Gleiche verlangt, sondern jedes Kind in seiner Gesamtentwicklung unterstützt und dafür gesorgt, dass beim miteinander und voneinander Lernen individuelle Fähigkeiten und soziale Kompetenzen optimal entwickelt werden können.
    Auch Handwerk und Industrie plädieren für ein neues Bildungskonzept mit einem neuen Leitbild sowie einer neuen Schul- und Lernkultur. Der Baden-Württembergische Handwerkstag hat bereits 2002 die Einführung einer Gemeinschaftsschule gefordert. Sein Präsident Joachim Möhrle sagt: „Von einem Schulsystem, dass Kinder nicht mehr in bestimmte Schularten einteilt und von unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ausgeht, erwarten wir, dass individuelle Begabungen besser erkannt und gefördert werden – und damit auch die Qualitätsanforderungen besser erfüllt werden.“
    Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Südwestmetall Stefan Wolf hält fest:
    „Für uns ist die Qualität des Unterrichts entscheidend, weniger die Schulstruktur. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen ist aber ein qualitativ hochwertiges dreigliedriges Modell kaum noch möglich. Zwingend bei einem Zwei-Säulen-Modell ist aber eine stärkere Leistungsdifferenzierung des Unterrichts und Freiräume für die einzelnen Schulen bei der Umsetzung“.
    Das Süßener Modell führt die Erfahrungen der Realschule in der Berufsorientierung und in der Hinführung auf die mittlere Reife sowie die pädagogischen Erfahrungen der Gemeinschaftsschule insbesondere in den Klassen 5/6 und mit neuen Lernformen in Niveaustufen zusammen. Wir werben weiter für den eingeschlagenen Weg!

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