Außenpolitik - Stopp aller Hilfsmittel für Togo durch Europäische Union und Deutschland

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

136 Unterschriften

Der Petition wurde nicht entsprochen

136 Unterschriften

Der Petition wurde nicht entsprochen

  1. Gestartet 2018
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Dies ist eine Online-Petition des Deutschen Bundestags.

Petition richtet sich an: Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

Der Bundestag möge beschließen, dass alle EU und Deutschen Hilfsmittel für Togo sofort gestoppt werden.

Begründung

Das Schweigen der Bundesregierung Deutschlands über die gegenwärtige Situation in Togo ist eine Unterstützung für den Diktator Faure Gnassingbé (Seit 13 Jahren an der Macht), Sohn des ehemaligen Diktators Eyadema Gnassingbé (38 Jahre bis zu seinem Tod an der Macht gewesen)!Seit 51 Jahren leidet das Volk Togos unter der Herrschaft, der Dynastie und der Diktatur dieser Familie!Trotz Bodenschätze (u.a. Phosphat, Gold, Bauxit, Erdöl) und eines sehr lukrativen Tiefseehafens, ist Togo eines der ärmsten Länder Afrikas! Circa 60% der Bevölkerung ist zwischen 14-64 Jahr alt mit einer Arbeitslosenquote von ungefähr 65%. Es gibt kaum nennenswerte Krankenhäuser. Schulen und Bildungsstätten sind in einem desolaten Zustand!Sofort nach Gnassingbé Eyadémas Tod im 2005 verfügte die Armee, die traditionell die meisten ihrer Offiziere aus der ethnischen Gruppe des verstorbenen Präsidenten rekrutierte, dessen Sohn Faure Gnassingbé sollte ihm nachfolgen. Die Afrikanische Union und andere einflussreiche Organisationen wie die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas) und die Europäische Union (EU) protestierten öffentlich dagegen. Sie erklärten das Vorgehen für illegal und für gleichbedeutend mit einem Putsch. Faure Gnassingbé trat zurück, wurde aber zwei Monate später, im April 2005, mit Unterstützung der Armee zum Präsidenten gewählt. Diese Wahl verurteilten Oppositionsführer und die Vereinten Nationen (UN) weithin alsundemokratisch. Laut den UN haben unverhältnismäßige Militär- und Polizeieinsätze im Umfeld des Urnengangs rund 500 Tote gefordert! Ein noch nie in der Geschichte Togos gegebener Aufstand hat nun seinen Höhepunkt erreicht! Seit dem 3.8.2017 schreit das Volk erneut nach Demokratie und Machtwechsel! Am 19.8.2017 wurde eine von der Opposition ins Leben gerufene Demo brutal von der Armee in Sokodé(Stadt in zentraler Region Togos) niedergeschlagen. Es hatte leider 4 Tote gegeben!Diese Demo wurde gleichzeitig in fast allen großen Städten Togos aber auch von der togoischen Diaspora u.a. in Accra (Ghana), in Libreville (Gabun), Lagos (Nigeria), in Berlin, in Brüssel, in Paris, in New York und in Ottawa organisiert!Seit dem 6.9.2017 ist das Volk wieder auf der Straße und fordert den Rücktritt des Diktator Juniors! Die Armee ist wieder mit Waffen auf den Straßen und in den Häusern den Demonstranten hinterher! Es soll leider schon wieder Tote gegeben!Um zu vermeiden, dass noch mehr Menschen getötet werden oder eine neue Welle von togoischen Migranten auf den Weg ins Ausland ggf. nach Deutschland machen, soll die Bundesregierung aus dem Schweigen kommen und Stellung zu dieser unmenschlichen und unzivilisierten Situation zu nehmen!

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 02.05.2018
Sammlung endet: 24.07.2018
Region: Deutschland
Kategorie:  

Neuigkeiten

  • Pet 3-19-05-06-005282 Außenpolitik

    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 11.04.2019 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung

    Mit der Petition soll erreicht werden, dass sämtliche Hilfsmittelleistungen der
    Europäischen Union und Deutschlands an Togo gestoppt werden.

    Zur Begründung trägt der Petent im Wesentlichen vor, dass durch die aktuelle Haltung
    Deutschlands zur gegenwärtigen Situation in Togo eine nicht hinnehmbare
    Unterstützung des derzeitigen Präsidenten Gnassingbé darstelle. Dieser sei ein
    Diktator und würde die Herrschaft seines Vaters, der zuvor Diktator in Togo gewesen
    sei, auf unmenschliche und unzivilisierte Art fortführen. Gnassingbé sei nicht
    rechtmäßig zum Präsidenten gewählt worden und es habe im Rahmen seiner Wahl
    rund 500 Tote gegeben. Die Wahl sei auch von der Wirtschaftsgemeinschaft
    westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und der Europäischen Union (EU) kritisiert
    worden. Aktuell würde sich die Situation in Togo zuspitzen. Mehrere Demonstrationen
    für mehr Demokratie und einen Machtwechsel in Togo seien von der Armee in Sokodé
    niedergeschlagen worden. Dabei habe es erneut Tote gegeben. Der Petent gibt zu
    bedenken, dass die Situation in Togo schließlich auch zu einer neuen Migrationswelle
    aus Togo führen könne und Deutschland auch vor diesem Hintergrund handeln müsse.

    Es handelt sich um eine Petition, die auf der Internetseite des Deutschen Bundestages
    veröffentlicht wurde und zur Diskussion bereitstand. Der Petition schlossen sich 136
    Mitzeichnende an und es gingen 9 Diskussionsbeiträge ein.

    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung – dem Auswärtigen Amt (AA) –
    Gelegenheit gegeben, ihre Haltung zu der Eingabe darzulegen.
    Unter Einbeziehung der seitens des AA angeführten Aspekte, die sich nicht
    beanstanden lassen, lässt sich das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung wie folgt
    zusammenfassen:

    Die aktuelle Lage in Togo beobachten der Deutsche Bundestag und die
    Bundesregierung schon seit Beginn der Auseinandersetzung zwischen Regierung und
    Opposition im August 2017 sehr aufmerksam. Die vom Petenten geschilderten
    Auseinandersetzungen im Hinblick auf öffentliche Versammlungen mit dem Zweck der
    Meinungsbildung und -kundgabe nimmt die Bundesregierung mit großer Sorge wahr.
    Dies hat die Bundesregierung gegenüber der togoischen Regierung auch mehrfach
    zum Ausdruck gebracht. Weiterhin hat die Bundesregierung die Regierung Togos
    darauf hingewiesen, dass sie den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt nicht für
    akzeptabel hält.

    Der deutsche Botschafter hat sich bereits zu Beginn der Proteste im August 2017 und
    gemeinsam mit den Botschaftern von Frankreich, den USA, der EU und den Vereinten
    Nationen (UN) sowohl an die Regierung als auch an die Opposition in Togo gewandt.
    Diese fünf Botschafter haben sowohl in stiller Diplomatie als auch öffentlich einen
    Dialog eingefordert. Die Bundesregierung begrüßt daher, dass die ECOWAS
    (Economic Community of West African States – Westafrikanische
    Wirtschaftsgemeinschaft) eine Vermittlung im Dialog zwischen Regierung und
    Opposition formell beschlossen hat. Nun kommt es auf den Ausgang dieses Dialoges
    an. Der Petitionsausschuss ist optimistisch, dass er zu einer Verbesserung der Lage
    in Togo beitragen kann.

    So hat die togoische Regierung einen Vorschlag zur Verfassungsänderung
    eingebracht, mit dem die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Mandate beschränkt
    werden soll. Diese Änderung ist ein seit langem von der Opposition verfolgtes Ziel und
    zeigt die Möglichkeiten auf, die ein friedlicher Dialog schafft. Grundsätzlich einig sind
    sich togoische Regierung und Opposition auch bei weiteren Reformfeldern, wobei es
    lediglich im Detail noch Differenzen gibt.

    Das entwicklungspolitische Engagement Deutschlands erfolgt in enger Abstimmung
    mit der Europäischen Union und anderen Gebern. Die deutsche
    Entwicklungszusammenarbeit fokussiert in Togo auf ein Kernelement des
    Demokratisierungsprozesses, die Dezentralisierung. Sie unterstützt, dass es künftig
    nicht nur eine togoische Zentralregierung und ein nationales Parlament gibt, sondern
    auch demokratisch legitimierte Entscheidungsträger in den Gebietskörperschaften.
    Ziel ist mehr Pluralismus und die Herausbildung eines neuen politischen
    Nachwuchses. In den weiteren Schwerpunkten Landwirtschaft und Berufsbildung
    kommt die deutsche Unterstützung direkt der Bevölkerung zugute.

    Der Petitionsausschuss kann die Unzufriedenheit und Sorge des Petenten hinsichtlich
    der aktuellen Lage in Togo nachvollziehen. Die finanzielle Unterstützung Togos
    gänzlich zu stoppen, würde jedoch an dieser Lage nichts ändern. Vielmehr würde vor
    allem die angestrebte Entwicklung bezüglich der Dezentralisierung des Landes zum
    Erliegen kommen und einen friedlichen politischen Wandel nicht unerheblich
    erschweren.

    Der Ausschuss vermag sich aus diesen Gründen nicht für ein Tätigwerden im Sinne
    des Petenten auszusprechen.

    Der Petitionsausschuss empfiehlt deshalb, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil
    dem Anliegen des Petenten nicht entsprochen werden konnte.

    Begründung (PDF)

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