Bei psychischer Gesundheit gerade jetzt keine faulen Kompromisse! Gegen rigide Raster-Therapie!

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

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Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

An die Stelle von individueller Diagnose und Behandlung soll künftig in der Psychotherapie eine Versorgung nach groben Rastern treten, die festlegen, wie lange eine Patient*in je nach Erkrankung behandelt werden darf. Allein anhand der "formalen" Diagnose soll entschieden werden, wer Therapie wirklich "nötig" hat. Das ist holzschnittartige Psychotherapie, oberflächlich und lückenhaft“, kritisiert auch Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), und wir finden ebenfalls, dass Therapie ein individueller Prozess ist, der nicht an Tag X einfach formell "abgehakt" werden kann. Das ganze allein an der Diagnose fest zu machen, ist einfachstes Schubladendenken und hat mit der Komplexität psychischer Probleme nichts zu tun.
Die geplanten Eingriffe in die Therapieentscheidungen von Psychotherapeut*innen, die in letzter Minute in das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) eingefügt wurden, verallgemeinern eine Entscheidung, die die Therapeut*innen am besten selbst und noch besser mit dem Patienten oder der Patientin, nicht nach Schema F entscheiden sollten. Diese Freiheit soll - beiderseits - nun möglichst schnell hinter dem Rücken der Beteiligten mit bürokratischen Vorschriften beschnitten werden.
„Gesundheitspolitik gegen psychisch kranke Menschen in letzter Minute in ein Gesetz einzufügen, das bereits im Bundestag und Gesundheitsausschuss beraten wurde, zeugt außerdem von einem zweifelhaften Verständnis demokratischer Prozesse.", stellt die Bundespsychotherapeutenkammer fest. Das finden wir auch!
(Text teils oder in angepasster Form übernommen von der Bundespsychotherapeutenkammer: https://www.bptk.de/keine-raster-behandlung-in-der-psychotherapie/?cookie-state-change=1621539714243)

Begründung

Psychische Gesundheit ist viel zu lange "unter den Tisch gefallen". Endlich trauen sich mehr Menschen zur Therapie, trotz des teils immer noch andauernden Stigmas. Durch die Pandemie wird der Bedarf an Psychotherapie nochmals höher - dadurch werden die Plätze Knaller. Dass der Mangel an Plätzen ein Problem darstellt, soll hier nicht verleugnet werden. Die Lösung kann jedoch nicht sein, die Dauer und damit die Qualität der Therapie durch ein rigides Raster zu beschneiden! Dadurch verlieren alle: die gut ausgebildeten Therapeut*innen, die ihre Arbeit nicht mehr richtig machen können, und erst Recht die Patient*innen! Stattdessen forldern wir durch mehr Kassensitze mehr Plätze für Menschen zu schaffen, die diese dringend benötigen, statt durch einen faulen Kompromiss, durch den alle verlieren.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 20.05.2021
Sammlung endet: 19.07.2021
Region: Deutschland
Kategorie: Gesundheit

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