• Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    14.08.2018 02:25 Uhr

    Pet 3-18-30-2232-035818 Bildungswesen

    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 26.04.2018 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung

    Der Petent möchte erreichen, dass für die Bundesrepublik Deutschland ein objektives,
    allgemeines, frei zugängliches, gesellschaftlich anerkanntes außerschulisches
    Bildungssystem mit einem modularen Aufbau geschaffen wird.

    Der Petent führt im Wesentlichen aus, dass der Zugang zu dem Bildungssystem
    webbasiert sein sollte. Die Lernmodule sollten deshalb entsprechend gestaltet sein.
    Dabei seien eine weitgehend webbasierte Prüfungsabnahme und ein unkompliziertes
    Nachweissystem für bereits absolvierte Bildungsleistungen bereit zu stellen. Im
    Unterschied zur schulischen Bildung gewährleiste ein Modulsystem den freien und
    flexiblen Einstieg in die persönliche Bildung. Auch würde das autodidaktische Lernen
    unterstützt sowie die gezielte Weiterbildung. Auf die weiteren Ausführungen des
    Petenten in der Petition wird verwiesen.

    Es handelt sich um eine Petition, die auf den Internetseiten des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht wurde und zur Diskussion bereitstand. Der Petition
    schlossen sich 37 Mitzeichnende an und es gingen 10 Diskussionsbeiträge ein.

    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:

    Der Petitionsausschuss weist darauf hin, dass die Gestaltung des Bildungssystems
    aufgrund der grundgesetzlich geregelten Verantwortlichkeiten in weiten Teilen in der
    Zuständigkeit der Länder liegt; dies gilt insbesondere für die Bereiche der schulischen
    und hochschulischen Bildung, der Erwachsenenbildung und der allgemeinen
    Weiterbildung. Für den Bereich der beruflichen Ausbildung wird hervorgehoben, dass
    mit dem in Deutschland etablierten und bewährten Bildungssystem – nicht zuletzt der
    Dualen Ausbildung – Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr gute
    Voraussetzungen für den Start ins Arbeitsleben sowie vielfältige Karrierechancen
    eröffnet werden. Das Duale Ausbildungssystem mit seinen beiden Lernorten Schule
    und Betrieb trägt entscheidend dazu bei, dass Deutschland die geringste
    Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union vorweisen kann.

    Sowohl in der beruflichen Aus- wie auch in der Weiterbildung werden bereits heute die
    vielfältigen Möglichkeiten moderner Kommunikationstechnologien in hohem Maße
    genutzt. Im Unterschied zum Vorschlag des Petenten, Kenntnisse, Fähigkeiten und
    Fertigkeiten vollständig internetbasiert und ohne Einbindung in einen institutionellen
    Kontext zu vermitteln und zu prüfen, sind im bestehenden System in aller Regel immer
    auch Präsenz- respektive Praxisphasen im Lehr-Lern-Prozess sowie der unmittelbare
    Kontakt zu pädagogischem bzw. fachkompetentem Personal vorgesehen. Nicht
    zuletzt im Hinblick auf den Erfolg und die Anschlussfähigkeit der
    Kompetenzentwicklung bietet eine solche Lernorganisation gegenüber dem vom
    Petenten vorgeschlagenen System deutliche Vorteile.

    Die Fokussierung auf digitale Bildung ist aus Sicht des Petitionsausschusses weder
    geboten noch erforderlich, da der freie Zugang zu Bildung und die Vermittlung von
    Bildungsinhalten vielseitig gestaltet werden kann und muss. Für bestimmte
    Zielgruppen, zum Beispiel im Rahmen der Nachqualifizierung oder im Kontext der
    Validierung beruflicher Kompetenzen, werden auch schon heute modulare
    Selbstlerneinheiten eingesetzt und erprobt Die Etablierung eines vom Petenten
    vorgeschlagenen vollständig internetbasierten – außerschulischen – Bildungssystems
    wird aus den genannten Gründen vom Petitionsausschuss deshalb als nicht
    zielführend angesehen.

    Nach den vorangegangenen Ausführungen sieht der Petitionsausschuss keine
    Möglichkeit, das Anliegen des Petenten zu unterstützen. Er empfiehlt deshalb, das
    Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung (PDF)

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