Der Deutsche Bundestag möge beschließen, das für die Bundesrepublik Deutschland ein objektives, allgemeines, frei zugängliches, gesellschaftlich anerkanntes außerschulisches Bildungssystem, mit einem modularen Aufbau, zu schaffen ist. Der Zugang zu dem Bildungssystem soll webbasiert sein. Die Lernmodule sind entsprechend zu gestalten. Eine weitgehend webbasierte Prüfungsabnahme und ein unkompliziertes Nachweissystem für bereits absolvierte Bildungsleistungen ist bereit zu stellen.

Begründung

Die schulische Bildung hat sich notwendigerweise der gewachsenen gesellschaftlichen Komplexität im Rahmen der Globalisierung angepasst. Der Lernort Schule ist stark durch soziales Miteinander und implizites Lernen geprägt. Es gilt aber auch, das Schule für die persönliche Entwicklung und für die Ausbildung positiver gesellschaftlicher Fähigkeiten des Individuums immer wichtiger wird. Die Mischung aus expliziten und impliziten Lerninhalten macht „Schule“ zu einem Instrument für die Aneignung gesellschaftlicher und sozialer Kompetenz und den vorberuflichen Fähigkeiten.Arbeitstätigkeiten bilden den Kern gesellschaftlichen Wohlstandes. Zugleich aber bilden die Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften (als Teil der Arbeitstätigkeit) einen Anziehungspunkt für menschlichen Tatendrang. Die Vermittlung von Fertigkeiten für die Ausübung von Arbeitstätigkeiten bezieht sich auf die praktische Anwendung mathematischer Methoden, also auf das Rechnen.Die Aneignung dieser Methoden und in der Folge deren Anwendung, korreliert positiv mit dem gesellschaftlichen Wohlstand, und ist deshalb, unabhängig von der Art der Aneignung, zu fördern.Die Aneignung der Methoden hat damit sowohl für die Einzelpersonen, als auch für die Gesellschaft einen positiven Einfluss.Zugleich bietet sich der Erwerb solcher Handlungskompetenzen wegen deren grundlegender Förderungswürdigkeit, als Maßstab für die Akzeptanz der Gesellschaft durch den Lernenden an.Im Unterschied zur schulischen Bildung hat ein Modulsystem die Möglichkeit eines freien Einstiegs in die persönliche Bildung. Durch freie Zeiteinteilung, und dem Aufbau der Module als Kurseinheiten, und durch die jederzeitige Prüfungsabnahme im Internet, ist weitgehende Flexibilität gewährleistet.Die Anzahl der absolvierten Module in einem gesellschaftlich anerkannten Bildungspaket dient auch für diejenigen, die aus sonstigen Gründen daran interessiert sind, als Nachweis des objektiven Kenntnisstandes im Bereich der Berufsfähigkeiten.Der Bildungsnachweis kann als „Eintrittskarte“ genutzt werden. Z.B. Einkommen gegen Bildung; als ein Vergleichssystem für Fähigkeiten im gesamtgesellschaftlichen System; als Nachweis von Kompetenzen für berufliche Tätigkeiten.Gesellschaftliches Leben und die Teilhabe daran ist an die Bereitstellung der Möglichkeiten dazu gebunden. Das modulare Bildungssystem schafft eine Möglichkeit dazu. Die neue Herausforderung der entwickelten Industriegesellschaft ist nicht mehr die Produktion sondern die Umverteilungsfrage, um die notwendige Einbindung der Bürger in gesellschaftliche Prozesse zu sichern. Dabei wird der Grundsatz der Notwendigkeit der persönlichen Bildung zum Erhalt des gesellschaftlichen Wohlstandes weiter in den Vordergrund rücken. Das modulare Bildungssystem löst diese von den schulischen Möglichkeiten zur Bildung.Damit wird das modulare Bildungssystem den zukünftigen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben bei Kultur und Arbeit, und bei der gesellschaftlichen Integration, neue Impulse geben.

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Neuigkeiten

  • Pet 3-18-30-2232-035818 Bildungswesen

    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 26.04.2018 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung

    Der Petent möchte erreichen, dass für die Bundesrepublik Deutschland ein objektives,
    allgemeines, frei zugängliches, gesellschaftlich anerkanntes außerschulisches
    Bildungssystem mit einem modularen Aufbau geschaffen wird.

    Der Petent führt im Wesentlichen aus, dass der Zugang zu dem Bildungssystem
    webbasiert sein sollte. Die Lernmodule sollten deshalb entsprechend gestaltet sein.
    Dabei seien eine weitgehend webbasierte Prüfungsabnahme und ein unkompliziertes
    Nachweissystem für bereits absolvierte Bildungsleistungen bereit zu stellen. Im
    Unterschied zur schulischen Bildung gewährleiste ein Modulsystem den freien und
    flexiblen Einstieg in die persönliche Bildung. Auch würde das autodidaktische Lernen
    unterstützt sowie die gezielte Weiterbildung. Auf die weiteren Ausführungen des
    Petenten in der Petition wird verwiesen.

    Es handelt sich um eine Petition, die auf den Internetseiten des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht wurde und zur Diskussion bereitstand. Der Petition
    schlossen sich 37 Mitzeichnende an und es gingen 10 Diskussionsbeiträge ein.

    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:

    Der Petitionsausschuss weist darauf hin, dass die Gestaltung des Bildungssystems
    aufgrund der grundgesetzlich geregelten Verantwortlichkeiten in weiten Teilen in der
    Zuständigkeit der Länder liegt; dies gilt insbesondere für die Bereiche der schulischen
    und hochschulischen Bildung, der Erwachsenenbildung und der allgemeinen
    Weiterbildung. Für den Bereich der beruflichen Ausbildung wird hervorgehoben, dass
    mit dem in Deutschland etablierten und bewährten Bildungssystem – nicht zuletzt der
    Dualen Ausbildung – Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr gute
    Voraussetzungen für den Start ins Arbeitsleben sowie vielfältige Karrierechancen
    eröffnet werden. Das Duale Ausbildungssystem mit seinen beiden Lernorten Schule
    und Betrieb trägt entscheidend dazu bei, dass Deutschland die geringste
    Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union vorweisen kann.

    Sowohl in der beruflichen Aus- wie auch in der Weiterbildung werden bereits heute die
    vielfältigen Möglichkeiten moderner Kommunikationstechnologien in hohem Maße
    genutzt. Im Unterschied zum Vorschlag des Petenten, Kenntnisse, Fähigkeiten und
    Fertigkeiten vollständig internetbasiert und ohne Einbindung in einen institutionellen
    Kontext zu vermitteln und zu prüfen, sind im bestehenden System in aller Regel immer
    auch Präsenz- respektive Praxisphasen im Lehr-Lern-Prozess sowie der unmittelbare
    Kontakt zu pädagogischem bzw. fachkompetentem Personal vorgesehen. Nicht
    zuletzt im Hinblick auf den Erfolg und die Anschlussfähigkeit der
    Kompetenzentwicklung bietet eine solche Lernorganisation gegenüber dem vom
    Petenten vorgeschlagenen System deutliche Vorteile.

    Die Fokussierung auf digitale Bildung ist aus Sicht des Petitionsausschusses weder
    geboten noch erforderlich, da der freie Zugang zu Bildung und die Vermittlung von
    Bildungsinhalten vielseitig gestaltet werden kann und muss. Für bestimmte
    Zielgruppen, zum Beispiel im Rahmen der Nachqualifizierung oder im Kontext der
    Validierung beruflicher Kompetenzen, werden auch schon heute modulare
    Selbstlerneinheiten eingesetzt und erprobt Die Etablierung eines vom Petenten
    vorgeschlagenen vollständig internetbasierten – außerschulischen – Bildungssystems
    wird aus den genannten Gründen vom Petitionsausschuss deshalb als nicht
    zielführend angesehen.

    Nach den vorangegangenen Ausführungen sieht der Petitionsausschuss keine
    Möglichkeit, das Anliegen des Petenten zu unterstützen. Er empfiehlt deshalb, das
    Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.