Corona: Alle Schulabschlussprüfungen in Sachsen verschieben!

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text of the petition

Wir fordern die Verschiebung aller Abschlussprüfungen - für das Abitur (allgemeinbildendes Gymnasium und berufliches Gymnasium), den Realschulabschluss, Hauptschulabschluss und die Fachhochschulreife - auf mindestens einen Monat nach Ende der Schulschließung. Wenn möglich, werden die Abschlussprüfungen so verlegt, dass der bisherige Zeitraum für die Ausgabe der Zeugnisse an die SchülerInnen erhalten bleibt. Für die Kurshalbjahre 12/II der allgemeinbildenden Gymnasien und 13/II der beruflichen Gymnasien soll folgende Regelung gelten: Nach Ende der Schulschließungen sollen die SchülerInnen in ihren Prüfungsfächern verpflichtend alle Leistungsfeststellungen (auch Vorabitur) nachholen. In den sonstigen Fächern sollen die Leistungsfeststellungen freiwillig nachholbar sein. Um ein Kurshalbjahr einbringen zu können, müssen mindestens zwei Noten in dem jeweiligen Fach in dem Kurshalbjahr existieren. Für die Abschlussjahrgänge für Realschulabschluss, Hauptschulabschluss und Fachhochschulreife soll folgende Regelung gelten: In jedem Fach müssen mindestens zwei Noten für jedes Halbjahr existieren. Die Leistungsfeststellungen für diese Noten müssen verpflichtend geschrieben werden. Leistungsfeststellungen für weitere Noten können freiwillig geschrieben werden. In dem Zeitraum zwischen Ende der Schulschließung und den Abschlussprüfungen soll eine gründliche Prüfungsvorbereitung in den Prüfungsfächer, insbesondere in den Leistungskursen, stattfinden. Fehlender Unterrichtsstoff in den Prüfungsfächern wird nachgeholt. Der Unterricht in den sonstigen Fächern fällt aus. Wenn es zu einer Verschiebung der Abiturzeugnisausgaben kommt, muss die Konsequenz die Verschiebung der Fristen für die Immatrikulationen an den Universitäten und Hochschulen sein.
Die Abschlussprüfungen dieses Jahrgangs dürfen nicht an den bisher festgelegten Terminen stattfinden! Zum Einen fehlt es den SchülerInnen in mehreren Fächern an Noten. Ohne diese Noten verschlechtert sich der Gesamtdurchschnitt oder manche SchülerInnen haben dadurch einen immensen Vorteil, der gegenüber anderen SchülerInnen nicht gerecht ist! Das Nicht-Durchführen der bisher geplanten Leistungsfeststellungen darf keine Lösung sein! Zum Anderen leidet die Prüfungsvorbereitung der SchülerInnen unter den Schulschließungen. Unser Schulsystem ist auf Frontalunterricht und nicht auf Selbstlernen, sei es auch digital, ausgelegt. Zusätzlich behindert die verschlafene Digitalisierung das Selbstlernen noch mehr, was man am Beispiel "Lernsax" erkennen kann, das in der Woche nach der Schulschließung quasi konstant Fehler aufwies, wodurch dieses auch am vergangen Wochenende gewartet werden musste und viele SchülerInnen ihren Aufgaben nicht nachkommen konnten. An vielen Schulen fehlen auch noch die freiwilligen Vorprüfungen, die als “Generalprobe” für die Prüfungen unerlässlich sind. In der aktuellen Lage um Corona ist es auch fahrlässig, die Prüfungen wie geplant durchzuführen. Einerseits erhöht es die Gefahr der Infektion um ein Vielfaches, andererseits werden viele SchülerInnen von den Nachrichten über Corona abgelenkt und können sich so nicht auf die Prüfungsvorbereitung und die Prüfungen selbst konzentrieren. Zumal viele SchülerInnen in ihrem engeren Umfeld auch Familienmitglieder haben, beispielsweise die eigenen Großeltern, die zu der Risikogruppe gehören. Zuallerletzt könnten sich die SchülerInnen durch eine Verschiebung der Prüfungen und einer damit späteren Prüfungsvorbereitung gesellschaftlich mehr engagieren, indem sie beispielsweise Menschen, die zur Risikogruppe gehören beim Einkauf helfen. Im gleichen Zug, in welchem wir uns für die Verschiebung der Abschlussprüfungen aussprechen, sprechen wir uns auch gegen die “Durchschnittsabschlüsse”, allem voran gegen das “Durchschnittsabitur”, aus. Alle SchülerInnen haben sich die letzten Jahre auf die Abschlussprüfungen eingestellt. Viele erhoffen sich durch die Prüfungen ein besseres Zeugnis. Die Prüfungen nun nicht zu schreiben, wäre ungerecht gegenüber diesen SchülerInnen. Zudem würde ein “Durchschnittsabitur”, die schon ohnehin durch den Bildungsföderalismus stark ausgeprägten Unterschiede in den Abschlüssen der unterschiedlichen Bundesländer verschärfen. Denn in einigen Bundesländern, wie Hessen, wurden schon die ersten Abiturprüfungen geschrieben und ein bundesweiter Flickenteppich aus verschiedenen Abschlüssen bereitet den AbsolventInnen mit “normalem” Abschluss prestigemäßig einen Vorteil gegenüber den AbsolventInnen mit “Durchschnittsabschluss”, welcher eventuell als “Billigabschluss” gilt. Zuallerletzt verliert der Jahrgang der “Durchschnittsabschlüsse” die Vergleichbarkeit. Der Jahrgang wird somit in Zukunft immer als jener mit den “billigen Abschlüssen” bekannt sein und das benachteiligt alle AbsolventInnen dieses Jahrgangs. Somit kommen wir zu dem Schluss, dass alle Abschlussprüfungen dieses Jahrgangs verschoben werden müssen!

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