• Nachricht zu einer abgeschlossenen Petition

    at 11 Feb 2020 21:52

    Liebe Unterstützer*innen,

    herzlichen Dank für die zahlreichen Unterschriften für unsere Petition! Es ist wichtig dass wir öffentlichen zeigen, wie viele wir sind.

    Aber auch offline ist einiges los, denn natürlich haben wir uns nicht unterkriegen lassen und weiter gearbeitet! Ob Gesprächstermine mit Baukonsortium, SPD und Wirtschaftsförderung, oder die pinken Holzkreuze als Zeichen der Trauer um die zu fällenden Bäume an der Budapesterstraße: es wird nicht still um das umstrittene Bauprojekt am neuen Pferdemarkt. Dafür werden wir weiterhin sorgen.

    Um euch auf dem Laufenden zu halten, haben wir ein sehr amüsantes YouTube Format eingerichtet, auf dem alle paar Woche berichtet wird, was es Neues gibt. Ihr findet es unter www.youtube.com/channel/UCVIZDdRMi4Q9yIDtdqfhgNg.

    Außerdem haben wir ein paar aktuelle Termine für euch sowie einen kleinen Artikel, der die Geschichte des Projektes ganz wunderbar zusammenfasst. Erscheint zahlreich zu den Terminen, zeigt dass wir viele sind und dass die St. Paulianer*innen gemeinsam fordern: St. Pauli Code JETZT!

    St. Pauli muckt auf! Donnerstag, 13.02.2020 ab 19 Uhr im Maharaja: Abend mit Konzert und Information rund um das umstrittene Bauprojekt.

    Urteilsverkündung zur Sonderkündigung des Maharaja: 25.02.2020 um 09 Uhr im Amtsgericht.

    Flashmob/Aktion vor dem Immobilienforum 2020: Am 18.02. um 08.00 Uhr vor dem Hotel Hafen Hamburg. Wir wollen den dort Anwesenden zeigen, dass wir als Anwohner*innen ein Mitspracherecht bei Stadtentwickung/Bebauung von morgen fordern. Achtung: Planungstreffen dafür schon MORGEN um 18.30 Uhr im Maharaja, selbstverständlich offen für alle Interessierten!

    Und zu guter letzt als fundierte Information: Netter Nachbar oder Kieztrojaner - die Geschichte

    Vorgeschichte

    Rindermarkthalle und Esso-Häuser, das sind nur zwei der stadtpolitischen Konflikte der letzten Jahre, die auf St. Pauli für viel Öffentlichkeit und Widerstand gesorgt haben. Bei dem einen wollte die Stadt eine Music Hall bauen, die sich niemand wirklich gewünscht hat, bei dem anderen kaufte ein milliardenschwerer Investor das Nachkriegsensemble, wollte es abreißen und hochpreisig neu bebauen. In beiden Konflikten gab es eine breite Mobilisierung und die Nachbarschaft brachte sich konstruktiv mittels einer Wunschproduktion in die Neuplanung mit ein. Bei der Rindermarkthalle wurde ein kleiner Teil der Wünsche durch Edeka Nord als Nahversorgungszentrum umgesetzt. Bei den Esso-Häusern wurde sich die PlanBude erkämpft, die dann einen durch den Bezirk beauftragten, breit angelegten Beteiligungsprozess entwickelte und umsetzte. Das Ergebnis dieser vorbildhaften und wahrhaftigen Partizipation des Stadtteils an der Neubebauung des Esso-Areals ist der sogenannte St. Pauli Code. Günstig statt teuer, Alt vor neu, Unterschiedlichkeit statt Homogenität, Raum und Toleranz für alles was von der Norm abweicht, Selber machen statt Konsummeile, Schmuddeliger Glamour statt Hochglanzfassaden, so lauten die zusammengefassten Wünsche des Stadtteils. Alle Beteiligten waren so begeistert, dass der damalige Bezirksamtsleiter Andy Grote und Baudezernent Bodo Hafke auf einer öffentlichen Veranstaltung 2015 diesen St. Pauli Code nun zur „verbindliche Vorgabe“ für alle weiteren große Bauvorhaben auf St. Pauli erklärten.

    Nun hätte man die Hoffnung haben können, dass Bezirk, Politik und auch Investoren etwas aus diesen vergangenen Auseinandersetzung gelernt hätten und in Zukunft tatsächlich für und mit dem Stadtteil diskutiert und geplant werden würde. Allein, es kam (mal wieder) anders.

    Aus „build in St. Pauli“ wird „Paulihaus“

    Aktuell gibt es Planungen für einen Bürokomplex am Neuen Pferdemarkt. „Paulihaus“, so der wohlfeil klingende Name des geplanten 6-stöckigen Neubaus. Schaut man auf die Webseite der Projektentwickler_innen, wird mit einem netten Nachbarn geworben. Drei Unternehmen aus dem Viertel entwickeln ein Projekt für das Viertel. Begonnen haben die Planungen schon im September 2015, als die steg (ehemals eine städtische Stadtentwicklungsgesellschaft zur Betreuung von Sanierungsgebieten, seit 2003 aber eine private Firma und seit kurzem zunehmend als Projektentwickler tätig) mit der Idee einer „Randbebauung Budapester Straße“ die Zustimmung im Stadtteil zaghaft testen wollte.

    … liebe Leser*innen, den Rest des Textes findet Ihr wegen Überschreitung der Textfeldgrenzen auf unserer Homepage unter: unser-areal.rindermarkthalle.de/allgemein/paulihaus-kieztrojaner-oder-netter-nachbar/

  • Änderungen an der Petition

    at 25 Nov 2019 19:23

    Link zu weiterführender Information hinzugefügt.


    Neue Begründung: Das als "Paulihaus" bezeichnete sechsstöckige Gewerbegebäude ist aus mehreren Gründen nicht genehmigungsfähig:
    1. Der 2014/15 im PlanBude-Prozess entwickelte St. Pauli Code, 2015 vom damaligen Bezirksamtsleiter Andy Grote als verbindliche Leitlinie für künftige große Bauprojekte im Stadtteil bezeichnet, ist mit dem jetzigen Entwurf des "Paulihauses" nicht eingehalten worden: Es handelt sich im Wesentlichen um ein Bürogebäude, das keines der sechs Kriterien des St. Pauli Codes* erfüllt und mit dem Charakter des Stadtteils St. Pauli nichts zu tun hat.
    2. Das Paulihaus ist kein Wirtschaftsförderungsfall, da der vierte und nachträglich hinzugekommene Konsortialpartner Pahnke Markenmacherei nie die Absicht hatte, nach Berlin umzuziehen – genau diese Absicht wurde aber als Grund dafür angegeben, aus dem Bauprojekt "Paulihaus" einen Wirtschaftsförderungsfall zu machen. Tatsächlich gibt es in der Hamburger Innenstadt ausreichend große Bürogebäude, die von den Konsortialpartnern bezogen werden könnten. Die Pahnke Markenmacherei ist nicht einmal Gesellschafter der Paulihaus GmbH & Co KG, die das Bauprojekt durchführen will – es gibt also auch hier keinen Grund, diese GmbH im Sinne eines Wirtschaftsförderungsfalls zu begünstigen.
    3. Das von der steg Stadterneuerungs- und Stadtwicklungsgesellschaft Hamburg mbH und der HTP Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklung mbH gegründete Baukonsortium hat die Planung des Paulihauses weitgehend ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und der Anwohner betrieben.
    4. Es hat bisher kein Lärmschutzgutachten gegeben, obwohl zu erwarten ist, dass der sechsgeschossige Baukörper mit einer Länge von rund 100 Metern den beträchtlichen Verkehrslärm in erheblicher Weise ins Quartier rund um den Neuen Pferdemarkt reflektieren wird.
    5. Die Rückkehr sämtlicher Bestandsmieter in den jetzigen, für das "Paulihaus" abzureißenden Gebäuden ist nicht gesichert: Das Restaurant Maharaja wird aller Voraussicht nach vom Baukonsortium keine adäquaten Gewerbeflächen im "Paulihaus" bekommen.
    6. Für das "Paulihaus" müssen voraussichtlich 21 Bäume gefällt werden, die maßgeblich zur Luftreinigung der stark befahrenen Budapester Straße beitragen.
    7. Das Paulihaus wird den Charakter des Bereichs Neuer Pferdemarkt in einer Weise verändern, die städtebaulich hochproblematisch ist: Es trennt den Ortsteil Karoviertel vom restlichen St. Pauli ab.
    *Die sechs Kriterien des St. Pauli Codes sind: Alt vor Neu, Unterschiedlichkeit statt Homogenität, Günstig statt teuer, Schmuddeliger Glamour, echt und lebendig statt Hochglanzfassade, Toleranz und Raum (siehe auch: planbude.de/st-pauli-code/).
    Wer mehr wissen will: Die Gründe hat der Stadtplaner Mario Bloem in einer Präsentation ausführlich erläutert, die ca. 25-minütige Präsentation ist unter youtu.be/fU119J3rwko zu sehen.

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 255 (148 in Hamburg-Mitte)

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