• Änderungen an der Petition

    at 05 May 2020 11:39

    Urheberangabe Text (Text: Karin Boukaboub


    Neue Begründung: Der Corona-bedingte Shutdown hat weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt und viele Branchen in existenzielle Schwierigkeiten gebracht. Auch die Medien leiden massiv – bis auf die öffentlich-rechtlichen leben alle mehr oder weniger von Werbeerlösen, und die brechen dramatisch ein.
    **Wir haben eine Petition gestartet, um für die Medienvielfalt in der Region zu kämpfen. Warum ist es sowohl für Leser wie auch für Werbe- und Beilagenkunden wichtig, dass es Medienvielfalt und damit einen Wettbewerb gibt? Warum sind Medien systemrelevant?**
    Stellen Sie sich das mal vor: Sie leben in einer Region so groß wie Oberschwaben, Allgäu, Bodensee und Schwarzwald zusammen. Und in dieser Region gibt es nur noch einen einzigen Bäcker – mit vielen Filialen zwar, aber dennoch, alles wird nach dem gleichen Rezept gebacken. Die Brezel schmeckt in Tuttlingen gleich wie in Wangen – und vor allem: Sie kostet mehr als früher. Denn dieser eine Bäcker kann die Preise festlegen, er hat ja keine Konkurrenz. Und wenn er in seine Bücher schaut und feststellt, dass das Brezelbacken viel zu lange dauert und deshalb viel zu teuer ist, wird er bald keine mehr anbieten. In wenigen Jahren wird niemand in diesem riesigen Gebiet mehr wissen, was eine Brezel ist.
    Sollte der Großbäcker merken, dass es ihn zu viel kostet, seine Waren in abgelegene Ortschaften zu transportieren, dann hängt er diese Ortschaften einfach ab – sollen die Leute doch Toast essen. Ihm ist das egal. Denn er hat ja keinen Konkurrenten, der ihm sein Geschäft streitig machen kann. Wissen Sie wie man so etwas nennt? Das ist ein waschechtes Monopol. Aber zum Glück nur ein Gedankenspiel, denn in Wahrheit wäre das im Falle des Bäckers dann doch zu abwegig.
    **Droht ein Medien-Monopol? Was die Medien angeht, ist dieses Szenario jedoch in genau dem genannten Gebiet gar nicht weit weg. Denn in diesem riesigen Gebiet gibt es ein großes Medienhaus, das alles dominiert: Schwäbisch Media.**
    Mit verschiedenen Marken wie Gränzbote, Westallgäuer, Schwäbische Zeitung oder Südfinder wird der Eindruck von Medienvielfalt erzeugt. Aber dieser Eindruck täuscht. Auch Radio 7, Seefunk und RegioTV gehören dem Medienhaus, verschiedenste Amtsblätter werden herausgegeben, Druckereien und Vertriebsgesellschaften wurden in den letzten Jahren übernommen, Anteile an großen Tageszeitungen in anderen Bundesländern erworben. **Kurz: Schwäbisch Media dominiert den Medienmarkt in Oberschwaben, Allgäu, vom Bodensee bis zum Schwarzwald.**
    **Unabhängige Medien gibt es in diesen Regionen nur lokale, mit wenig Marktrelevanz. Bis auf eine Ausnahme: Das WOCHENBLATT. Früher Teil des Konzerns, sollte es Ende 2017 abgewickelt werden, da es einer Marktbereinigung im Wege stand. Dieser Plan misslang, das WOCHENBLATT ist konzernunabhängig wieder auferstanden und hat sich die vergangenen zwei Jahre gut in diesem riesigen Gebiet behauptet.*
    Es hat ein Monopol verhindert und dafür gesorgt, dass es neben dem großen Player eine unabhängige Stimme gibt und die Werbe- und Beilagenkunden die Wahl haben, mit wem sie ihre Käufer erreichen wollen. Denn Wettbewerb hat für Kunden immer Vorteile, sie können sich den besten Preis, die beste Leistung aussuchen. Ohne Wettbewerb steigen die Preise und die Qualität sinkt, denken Sie an den Großbäcker.
    Aber auch der Journalismus braucht Konkurrenz, sobald eine Zeitung alleine auf dem Markt ist, muss sich kein Journalist, kein Redakteur mehr anstrengen – das Angebot ist ja alternativlos. Vor allem aber lassen sich dann Medienmanager nicht mehr bremsen in ihrem Bestreben, mit möglichst wenig finanziellem Einsatz, sprich Journalisten, eine schlanke Zeitung zu machen. Die Folge: Redaktionen werden zusammengestrichen, Inhalte zugekauft, für den Lokaljournalismus bleibt bei sinkenden Umsatzrenditen kein Geld mehr.
    Moderne Medienmanager haben sogar noch ganz andere Grausamkeiten auf Lager: Wenn ein Gebiet, sagen wir mal Ostrach, nicht mehr profitabel ist, weil sinkende Abonnentenzahlen den Einsatz von Austrägern nicht mehr rechtfertigen, dann wird es einfach abgehängt. Aus, vorbei. Dann gibt es in ganzen Landstrichen keine Zeitung mehr. Das können Sie sich nicht vorstellen? Das ist heute schon ostdeutsche Realität.
    Damit dieses Szenario nicht auch in Oberschwaben, im Allgäu, vom Bodensee bis zum Schwarzwald Realität wird, kämpft das WOCHENBLATT um sein Überleben. Denn eine rein anzeigenfinanzierte Zeitung leidet sehr viel stärker unter der wirtschaftlichen Krise als eine Zeitung, die im Abonnement verkauft wird. Dabei bietet nur das WOCHENBLATT seinen Lesern in diesem riesigen Gebiet aktuelle regionale Nachrichten ohne Bezahlschranke.
    Zum Glück erfahren wir durch Leser, Kunden und Politiker breite Unterstützung, das freut uns. Denn es gibt eine Zeit nach der Krise. Und auch dann sollen Sie Ihr WOCHENBLATT wie gewohnt erleben: wöchentlich kostenfrei in Ihrem Briefkasten und tagesaktuell online. erleben. (Text: Karin Boukaboub)
    Unterstützen auch Sie Unterstütze das WOCHENBLATT und unterschreiben unterschreibe die Petition für Medienvielfalt in unserer Region!

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 217

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