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  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    18-11-15 15:15 Uhr

    Pet 3-17-30-2211-045605Forschung
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 13.02.2014 abschließend beraten und
    beschlossen:
    Die Petition der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Bildung und
    Forschung – zu überweisen.
    Begründung
    Der Petent fordert, dass eine Finanzierung für die medizinische Forschung auf dem
    Gebiet der chronischen Krankheit Akne Inversa bereitgestellt wird.
    Der Petent führt aus, dass es sich bei der Krankheit Akne Inversa um eine
    Erkrankung der Haut in den großen Beugenregionen des Körpers wie Achseln,
    Genitalbereich sowie der Leistenregionen handele. Die Erkrankung nehme ohne
    medizinische Behandlung einen chronischen Verlauf, so dass letztlich die gesamte
    Haut der erkrankten Regionen einschließlich des Unterhautfettgewebes zerstört
    werde. Die Folge sei die Ausbildung großflächiger Narben. Entzündungen, die starke
    Schmerzen verursachen, träten immer wieder auf. Im Ergebnis würde diese
    Krankheit, von der Millionen von Menschen betroffen seien, nicht ausreichend in den
    Bereichen Pflege, Behandlung und Heilung erforscht. Ziel der Petition sei, den
    erkrankten Menschen mit einer verstärkten medizinischen Forschung zu helfen, die
    die Früherkennung dieser Krankheit ermögliche, die Weiterbildung der Hautärzte
    fördere und auch durch die Veröffentlichung des neuesten Forschungsstandes zur
    Aufklärung beitrage. Nur mit einer ausreichenden Finanzierung der medizinischen
    Forschung, könne eine verbesserte Diagnose und Therapie bereitgestellt werden,
    um die Heilung und ein schmerzfreies Leben ohne Beeinträchtigungen zu
    ermöglichen.
    Es handelt sich um eine auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages
    veröffentliche Petition, die von 56 Unterstützern mitgezeichnet wurde und die zu
    5 Diskussionsbeiträgen geführt hat.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich

    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:
    Die Akne Inversa ist eine weltweit verbreitete Erkrankung der Haarfollikel mit
    schätzungsweise bis zu 3 Millionen Erkrankten in Deutschland. Genaue Ursachen für
    die Erkrankung sind bislang weitgehend ungeklärt. Folglich existieren keine
    ursächlichen Behandlungsmöglichkeiten. In vielen Fällen ist die chirurgische
    Entfernung betroffener Hautareale die einzige bestehende Therapieoption mit
    Aussicht auf dauerhaften Erfolg.
    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert medizinische
    Forschung auf Grundlage des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der
    Bundesregierung. Dabei erfolgt die Förderung auf der Basis von Förderrichtlinien, die
    sich mit der Prävention, Diagnostik oder Therapie von Erkrankungen oder einer
    Verbesserung der Versorgung von betroffenen Patientinnen und Patienten
    beschäftigen. In den Förderrichtlinien werden Thema und Ziel der geplanten
    Forschungsförderung detailliert beschrieben und im Bundesanzeiger und auf den
    Internetseiten des BMBF veröffentlicht. In der Regel adressieren die Förderrichtlinien
    größere, meist auch querschnittshaft angelegte Forschungsbereiche. Aber auch die
    Forschung zu seltenen Erkrankungen, zu denen die Akne Inversa zählt, wird
    regelmäßig in Förderrichtlinien des BMBF veröffentlicht. Nach Veröffentlichung der
    Förderrichtlinien haben alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus
    Deutschland Gelegenheit, sich mit ihren Forschungsideen zu den jeweils
    aufgeführten Forschungsbereichen zu bewerben. Diese Möglichkeit wurde in der
    Vergangenheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genutzt, so dass ein
    Forschungsprojekt, das sich mit den Ursachen der Akne Inversa beschäftigte, in den
    Jahren 2006 bis 2009 mit 440.000 Euro gefördert wurde.
    Das BMBF plant Förderrichtlinien für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit
    dem Forschungsgebiet Akne Inversa in den nächsten Monaten auf seinen
    Internetseiten und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.
    Der Petitionsausschuss begrüßt dies ausdrücklich, denn nach seiner Auffassung
    besteht die Notwendigkeit für die medizinische Forschung zur Akne Inversa als Basis
    für eine Entwicklung wirksamerer und weniger belastender Behandlungsmethoden.
    Der Petitionsausschuss empfiehlt deshalb, die Petition der Bundesregierung – dem
    Bundesministerium für Bildung und Forschung – zu überweisen, um auf das Anliegen
    der Petition besonders aufmerksam zu machen.Begründung (pdf)