• Die Gesundheit geht vor, Bürgerinitiative "Funkturm-nein Danke" im Interview mit der Oschatzer Rundschau 17.07.19

    at 05 Aug 2019 13:32

    Anfang Mai 2019 wurde die Unterschriftenliste an Bürgermeister Matthias Müller übergeben. Was hat sich seitdem getan?

    Laut Zeitungsartikel in der OVZ, sucht die Telekom immer noch nach einem Grundstück für den Sendemast in und um Mahlis.
    Wir haben dazu in zwei Leserbriefen Stellung genommen. Wir haben dort auf fehlende Haftung durch den Betreiber, was die Auswirkungen auf die Gesundheit und Umwelt betrifft hingewiesen. Und wir haben den Wunsch geäußert, dass wir uns lieber über die Energie effiziente Alternative Glasfaser mit dem Internet verbinden möchten. Das oft zitierte Funkloch, gibt es bei uns auch nicht.

    Wie viele Mitstreiter hat die Initiative aktuell?

    Acht Personen treffen sich regelmäßig oder auch sporadisch. Ein größerer Kreis wird per Mail auf dem Laufenden gehalten.

    Was plant die Bürgerinitiative in den kommenden Wochen?

    Wir sehen, dass die Diskussion zum Thema Mobilfunk, auch aus aktuellem Anlass zur 5G Versteigerung, bei den Menschen zunehmend auf Interesse stößt. Deshalb möchten wir uns mit anderen Mobilfunk-Initiativen vernetzen.
    Erste Kontakte wurden bereits geknüpft. Wir werden uns auch gegen den 5G Ausbau in der Fläche aussprechen.

    Der wichtigste Kritikpunkt der Initiative ist es, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von Funkmasten und Mobilfunk nach wie vor unklar sind. Wie ist hier der aktuelle wissenschaftliche Stand?

    Ja die Gesundheit geht vor, wie es so schön heißt. Man braucht nur im Internet nach dem Begriff "Reflex Studie" suchen, dann findet man eine Menge Informationen auch zu neueren Forschungsergebnissen.
    Diese Studie (2004) wies nach, dass Mobilfunkstrahlung (GSM & UMTS) weit unterhalb der Grenzwerte zu DNA-Strangbrüchen führen kann und deshalb ein krebsförderndes Potenzial hat. Sie wurde von der EU finanziert und in einem europaweiten Forschungsverband unter der Leitung von Professor Franz Adlkofer durchgeführt. Sie sollte die Unbedenklichkeit der Mobilfunkstrahlung auf den Organismus untermauern. Doch leider kam heraus, dass Mobilfunkstrahlung doch Erbgut schädigen kann.
    Daraufhin wurde den Wissenschaftlern und Mitarbeitern Fälschung unterstellt. Es kam zu einem Gerichtsurteil, bei dem keine Anhaltspunkte für eine Fälschung gefunden werden konnten.
    Forschungen zum Thema Mobilfunkstrahlung, von der EU bzw. staatlichen Stellen, finden seit 2013 faktisch nicht mehr statt. Man glaubt genug Erkenntnisse zu haben, obwohl die Krebs Toten im Zeitraum 2006 - 2016 um fast 10 % gestiegen sind. ( Quelle statistisches Bundesamt )

    Mit Mobilfunk werden aus unserer Sicht aber auch die falschen Prioritäten gesetzt. Er ist für den Endverbraucher teuer, unsicher und schon gar nicht Energie effizient. Und da wollen wir Klimaziele erreichen? Nur ein Beispiel: Früher hatte das Telefonnetz eine eigene Stromversorgung. Bei einem Stromausfall war also nicht zwingend auch das Telefon tot. Was machen wir mit unseren Handys nach Tag 3 eines Stromausfalls?

    Wie groß ist die Hoffnung, dass der Bau des Funkturms noch endgültig gestoppt werden kann?

    Wir können leider nicht in die Zukunft sehen. Doch die Industrie wird weiter alles auf bieten, um das Mobilfunknetz wie geplant auszubauen. Für wie viele Milliarden wurden die 5G Frequenzen neulich versteigert? Das Geld muss ja wieder reinkommen und irgendjemand wird es bezahlen müssen. Wie heißt es so schön "Too big to fail". Es ist zu erwarten, dass die Smartphones noch teurer werden und der Tarifdschungel weiter wachsen wird. Auf der anderen Seite werden Menschen vergeblich auf schnelles Glasfasernetz warten, weil das Geld der Telekommunikationsunternehmen für die Lizenzen drauf gegangen ist.
    Aber es ist gut zu wissen, dass wir nicht allein gegen den Funkturmbau sind. Und im Moment sieht es nicht danach aus, dass der Funkturm in naher Zukunft bei uns gebaut wird.

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