• Die Petition wurde eingereicht

    19.12.2015 07:14 Uhr

    Sehr geehrter Unterstützer, Sehr geehrte Unterstützerin

    Mitte November wurde die Petition "Nicht alle Funklöcher schließen ! Ausnahmen für Elektrosensible belassen !" mit der Liste alle Unterschriften persönlich an Herrn Bundesverkehrsminister Dobrindt übergeben. Ich habe ihn bei einem feierlichen Spatenstich anläßlich des Baubeginns einer Ortsumfahrung im südbadischen Elztal damit überrascht. Er war sehr freundlich und äußerte, er sei sich des Problems von Elektrosensiblen bewußt. Seine im Frühjahr 2015 gestartete Initiative hätte gar nicht das Ziel der Schließung der letzten Funklöcher im ländlichen Raum, sondern des kabelgestützten Breitbandausbaus. Ich war verwirrt. Also nur Glasfaserkabel für schnelles Internet ??? Wäre ja zu schön um wahr zu sein. Ich habe nochmal den diesbezüglichen Zeitungsartikel unserer Badischen Zeitung (im Mai) rausgekramt. Da stand es anders. Daraufhin schrieb ich an Herrn Dobrindt einen ausführlichen Brief, in dem ich bat die Widersprüche aufzuklären. Auf die Antwort warte ich noch. Leider habe ich von anderer Seite gehört, dass Herr Dobrindt, so nett er ist, ganz groß darin ist, Anfragen nicht oder extrem spät zu beantworten. Schaun wir mal. Mein elektrosensibler Bekannter Matthias Moser der ja in Bild und Text "Pate stand" für die Petition, lebt immer noch als Obdachloser am Baggersee in meiner Nähe. Zum Glück ist er sehr naturverbunden und sehr kälteunempfindlich ! Von April bis jetzt hat es gedauert seinen Sozialhilfe-Antrag durchzubringen. Noch immer ist die Sache nicht ganz abgeschlossen. Es steht noch die Untersuchung auf Erwerbsunfähigkeit an, für die wir unbedingt den zuständigen Amtsarzt dazu bewegen wollen, einen "Hausbesuch" an Matthias Lagerplatz zu machen, um zu vermeiden daß Matthias in strahlungsintensive Siedlungsgebiete, Innenstädte oder Ähnliches muß. Anschließend werden wir wohl auf den umständlichen Kampf beim Sozialamt um die Anerkennung von Mehrbedarf eines Autos und eines Wohnwagens verzichten, und statt dessen für seine derzeitige Meldeadresse Wohngeld beantragen, obwohl er sich wegen Elektrosmog auch dort auf einem "befreundeten Bauernhof" nicht aufhalten kann. Von diesem Wohngeld ist dann möglicherweise das Auto und der Wohnwagen finanzierbar.
    Bleibt das Problem des Unverständnisses von Behörden betreffend die Notwendigkeit für Elektrosensible Stellplätze in strahlungsarmen Zonen zur Verfügung zu stellen. Deswegen müssen die Bemühungen um die Anerkennung von Elektrosensibilität als Krankheit weitergeführt werden. Ja,- leider als Krankheit, obwohl man sich eigentlich besser auf den Standpunkt stellen sollte, daß dies keine Krankheit ist sondern eine Besonderheit, die evtl. der Gesamtzivilisation durch ihre Warnfunktion noch nützlich sein kann. Aber das ist eine politische Strategie für die Zukunft.
    In den nächsten Jahren gilt es zunächst einmal für die schwer Betroffenen Refugien zu bewahren, und dafür sollte man sich nicht an dem Krankheitsbegriff stören, sondern die Anerkennung derselben vorantreiben.
    Wie kann das geschehen angesichts der stark interessengeleiteten Schwemme von Pro-Mobilfunk-Studien und der schwachen Stimme der Betroffenen sowie der diesbezüglichen Studien ? Ich kann nur meine kleine Idee dazu äußern : Meiner Meinung nach sollte man durch Publikumswirksamkeit dagegen angehen. Matthias Moser ist beispielsweise bereit, trotz voraussehbarer Qualen seine extreme Elektrosensibilität dazu zu verwenden, publikumswirksame Doppel-Blind-Versuche zum Beweis der Existenz von Elektrohypersensibilität durchzuführen / zu veranstalten. Wenn ich als Nicht-Betroffener vergesse mein Handy auszuschalten wenn ich ihn am Baggersee besuche dann merkt er das sofort. Man sollte überlegen, wo man den Show-Effekt von sowas am nutzbringendsten einsetzen kann. Und es sollten sich weitere betroffene Personen überlegen ob sie dazu bereit wären. Und Ärzte, wie die Umweltmedizinerin Dr. Barbara Dohmen aus dem Südschwarzwald, die schon 5x unentgeltlich einen 120 Kilometer-Hausbesuch bei Matthias gemacht hat.
    Wenn man zunächst die Gesundheits-Medien (Gesundheitsmagazin, usw.) für solche showorientierten Versuchsaufbauten interessieren kann, bekommt man vielleicht einen Fuß in die Tür, und das Thema ist nicht mehr wegzudiskutieren. Vor allem, wenn man der Öffentlichkeit klarmacht, daß man nicht danach trachtet uns allen die neuen Spielzeuge wegzunehmen, sondern, dass es im Moment darum geht, die am schlimmsten Betroffenen und leidenden Menschen zu schützen. Ich bin bereit als Info-Zentrale für diese Idee zu fungieren. Also nochmal DANKE fürs MITMACHEN, gerd-froehlich@web.de

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