03.01.2026, 13:10
Liebe Leserschaft,
hier der Originalartiekl der MZ: (ERlö#rimgem öetzte Nachricht!)
Zur Kaiser-Therme in Bad Abbach: Rettung oder Untergang? Käufer muss 2026 gefunden werden
01.01.2026|
Mittelbayerische ZEITUNG Martin Rutrecht
Die Zukunft der Kaiser-Therme in Bad Abbach steht auf der Kippe.
Manche Schlagzeilen haben lange Haltbarkeitsdauer. „Ein Sanierungsfall sucht einen Geldgeber“, titelte unsere Zeitung zu Beginn 2025 zur Kaiser-Therme in Bad Abbach (Landkreis Kelheim). Ein Jahr später hat sich daran nichts geändert. Nur: In 2026 muss das Kurbad einen privaten Investor finden. Sonst ist das Ende besiegelt.
Der Satz kehrt gebetsmühlenartig wieder: „Unser Ziel ist der langfristige Erhalt der Kaiser-Therme sowie die Sicherung der Arbeitsplätze der Mitarbeitenden.“ Bad Abbachs Bürgermeister Benedikt Grünewald und Geschäftsführerin Katrin Landes vom Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach – dem aktuellen Träger der Therme – verbreiten weiterhin Zuversicht, dass ein Verkauf über die Bühne gehen wird. Und der Einrichtung eine Zukunft beschert ist.
Im Frühjahr 2024 schlug der Zweckverband, bestehend aus Bezirk Niederbayern, Landkreis Kelheim und der Marktgemeinde, den Weg der Privatisierung ein. Die öffentliche Hand könne eine nötige Sanierung und Attraktivierung der Therme für rund 50 Millionen Euro nicht stemmen, war das Hauptargument. Das soll ein privater Käufer übernehmen.
Für die Bürgerinitiative „ProTherme“, die einen Fortbestand in öffentlicher Trägerschaft fordert, ist das reines Wunschdenken. Es werde ein „Verkaufstheater ohne seriösen Investor“ inszeniert, lautet nach wie vor der Vorwurf. „Wer kann heutzutage so viel Geld aufbringen, um ein Kurbad zu retten?“, fragt (sich) nicht nur BI-Sprecher Ralph Schäfer.
„Geheimkommando“ Verkauf
Nicht eben vertrauensbildend war, dass ein erstelltes Wertgutachten zu Therme und Grundstücken unter Verschluss blieb. „Wir bitten um Verständnis, dass die Inhalte des Gutachtens Bestandteil des Verkaufsprozesses sind und nicht veröffentlicht werden können“, gab Landes kund. Nur unter „Einhaltung von Regularien und Vertraulichkeiten“ sei ein rechtlich gültiger Verkaufsprozess gewährleistet.
Anfang Oktober 2025 ging eine EU-weite Ausschreibung online. Interessenten können auch umliegende Areale erwerben, etwa für ein Hotel oder Appartements. Am 3. November endete die Bewerbungsfrist. Gibt es nun potenzielle Investoren?, lautete die Frage in der Öffentlichkeit und bei den etwa 50 Mitarbeitern.
Es bleibe bei „einem Geheimwettbewerb“, antworteten die Verantwortlichen erneut. Dies solle jegliche Form der Absprache oder Einflussnahme zwischen Bietern ausschließen. „Die Einhaltung dieser Vorgaben ist vergaberechtlich zwingend“, verwies man auf die Konzessionsvergabeverordnung.
Mitten in die Ausschreibung hinein platzte „ProTherme“ mit einer Zahl. „Der Wert der Kaiser-Therme wird ohne ihre Grundstücke mit 1,5 Millionen Euro zum Verkauf beziffert“, so Sprecher Schäfer. Aus einem „Verfahrensbrief“ in der Ausschreibung sei das herauszulesen. „Das ist ein Schleuderpreis“, befand er.
In den vergangenen Wochen wurden Bewerber, die sich bei der Ausschreibung meldeten, „zur Teilnahme geprüft“, so die Diktion, sprich: Wer kommt tatsächlich als Käufer in Frage? Diese Investoren werden dann zur Abgabe von Angeboten und Konzepten aufgefordert. Die Unterlagen werden in der Folge einer Vorbewertung durch ein Beratungsunternehmen unterzogen. Der Zweckverband entscheidet letztlich, mit wem konkrete Verhandlungen geführt werden.
All diese Schritte laufen unter der Prämisse, dass es Interessenten gibt. Der aktuelle Stand der Investoren-Suche lässt sich zusammenfassen mit dem bayerischen Ausspruch: „Nix gwiss woaß ma ned.“ Gewiss ist aber, dass der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach Ende September 2026 seine Trägerschaft abgibt.
Gemeindechef Grünewald machte bei einer Bürgerversammlung Ende November erneut deutlich, dass es zum Verkauf an einen privaten Investor keine Alternative gebe. Eine Erfolgsgarantie habe man nicht. „Aber die Therme wird zusperren, wenn wir es nicht versuchen.“ Die Entscheidungen treffe im Übrigen nicht er oder der Markt Bad Abbach, sondern der Zweckverband Kurmittelhaus, an dem die Kommune – genauso wie der Landkreis – einen Anteil von 20 Prozent hält. Die Mehrheit (60 Prozent) hat der Bezirk.
Ohne Investor: Was geschieht mit dem Riesenbau?
„ProTherme“ brachte die Idee einer Genossenschaft als Betreiber ins Spiel, getragen von Bürgern und Unternehmen. Aber wer konkret einsteigen könnte und die erforderlichen Mittel hätte, hat die BI bisher nicht benannt.
An der Schwelle zu 2026 weiß man in Bad Abbach also noch nicht, wer die Kaiser-Therme in die Zukunft führen könnte. Findet sich kein Investor, stellt sich die nächste Frage: Was geschieht mit dem Riesenbau?