• Änderungen an der Petition

    15.04.2018 12:32 Uhr

    Überarbeitung der Satzstrukturen


    Neuer Petitionstext: Um die Abschiebung unseres 18-jährigen Mitschülers Murtaza Formoli und seines 25-jährigen Bruders Mohammad Mustafa Formoli zu verhindern, schreiben wir, Schüler der Constantin-Vanotti-Schule in Überlingen, diese Petition.
    Murtasa kam am 09.11.2015 aus Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, nach Deutschland, während seine Familie nach wie vor jeden Tag in Afghanistan um ihr Leben kämpft. Zusammen mit seinem Bruder reiste er mit dem Flugzeug in die Türkei, um dort mit einem kleinen Schlauchboot, auf welchem etwa 60 Menschen mitfuhren, nach Griechenland weiter zu fahren. Schließlich ging es zu Fuß und teilweise mit dem Auto auf einem gefährlichen Weg zur deutschen Grenze. 6 Monate verbrachte er in Mannheim, dann wurde er von den Behörden nach Überlingen gebracht. Zum Zeit-punkt der Flucht war er 16 Jahre alt und musste seine Existenz sowie einen Großteil seiner Familie zurücklassen, da sein Vater an einem Herzleiden erkrankt ist, wodurch das Fliegen aufgrund des Luft-drucks Luftdrucks sehr gefährlich wäre. Der Alltag für Murtazas Eltern und die in Kabul lebenden jüngeren Brüder ist aus seinen Erzählungen die „Hölle auf Erden“ und unvorstellbar für einen in Europa aufgewachsenen Menschen: Es ist die tägliche Angst vor dem Tod und es herrscht Gewalt, wohin das Auge reicht. Bei jedem Weg Weg, um lebensnotwendige Güter wie Wasser oder Essen zu besorgen, weiß man laut Murtazas Erzählungen nicht, ob man es wieder zurück schaffen wird.


    Neue Begründung: Die radikalen Taliban würden die Zivilisten nicht nur bedrohen, sondern häufig grundlos erschießen. Auch in der Presse liest man fast täglich von bewaffneten Überfällen und Sprengstoffattentaten auf die unschuldige Bevölkerung und ausländische Soldaten. Das sind keine Bedingungen für das Aufwachsen eines jungen Erwachsenen, generell stellt dies lebensunwürdige Bedingungen für jeden Menschen unseres Planeten dar. Ein ansatzweise normales Leben sowie ein Schulalltag ist in Kabul unmöglich. Und das Recht auf Bildung ist ebenso ein Menschenrecht wie das auf Leben und Freiheit. Sich den ganzen Tag zu verstecken und bei jedem Schritt aus dem Versteck den Tod zu fürchten, ist kein richtiges Leben und bei weitem keines in Freiheit. Noch dazu ist Murtazas Familie bei den Taliban bekannt, wie er uns erzählte, da sein Bruder sich weigerte, sich der Terroristenorganisation anzuschließen und deswegen von dieser verfolgt wird. Daher ist Afghanistan, wie von der Bundesregierung argumentiert, kein sicheres Herkunftsland. Aus dem oben genannten Grund aller wenigsten wenigstens für Familie Formoli.
    Trotz seines Schicksals und des Leides, welches Murtaza Tag für Tag erleben musste, hat er sich gut integriert, spricht offen über seine Erlebnisse und verfügt außerdem schon über ein sehr verständliches Deutsch. Er hat einen gesicherten Schulplatz für einen Hauptschulabschluss an der Justus-von-Liebig-Schule sowie eine anschließende Ausbildungsstelle bei einem Supermarkt. Früher hatte er ein gutes Leben in relativem Wohlstand, einem eigenem eigenen Haus und einem Auto. Er ist also kein Wirtschaftsflüchtling, sondern aufgrund der Tatsache nach Deutschland gekommen, dass er keinen anderen Ausweg für sein Leben mehr sah und deshalb die lebensgefährliche Reise antrat.
    Als seine Mitschüler können wir nicht tatenlos zusehen, wie wir, eine im Überfluss lebende Gesell-schaft, Gesellschaft, die Hilfe und das Asyl für Menschen ablehnen, welche diese am meisten brauchen. Mit dem Besuch der Schule, des Willens sich zu integrieren, zu arbeiten und ausgebildet zu werden, um sei-nen seinen Beitrag in unserer Gesellschaft zu leisten und seinen Lebensunterhalt selbst bezahlen zu können, zeigt Murtaza deutlich, dass ihm unbedingt Asyl zu gewähren ist, zumal er niemandem zur Last fällt; im Gegenteil, er stellt sogar eine Bereicherung für unsere Gesellschaft dar.
    Daher fordern wir hiermit, dass sein Asylantrag erneut eingehend geprüft wird, um die Abschiebung zurück nach Afghanistan zu verhindern und ihm ein sicheres und friedvolles Leben in Zukunft zu ermöglichen.


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