Änderungen an der Petition

18.06.2013 14:51 Uhr

Wir möchten etwas ergänzen und ändern bzw. uns entschuldigen. Offensichtlich ist ein Gaul mit uns durchgegangen. Wir haben uns geärgert. Demnach verstehen wir auch den Ärger von Herrn Lachenauer. Der Begriff „Amtsmissbrauch“ ist absolut unangebracht und wir (d.h. alle Unterzeichner) entschuldigen sich förmlich bei Ihnen und Ihren Gemeinderats-Kollegen für diese falsche Formulierung. Sie sind Ihrem Amt nachgegangen. Mit einem aus unserer Perspektive falschen Ergebnis. Wir haben den Begriff aus dem Text gestrichen. Zum Inhalt des restlichen Textes jedoch stehen wir. Wir haben dort auch betont, dass wir demokratische Vorgänge nicht nur respektieren sondern für die einzig legitime Entscheidungsgrundlage halten. Dass uns diese Entscheidung nun missfällt ist mithin unser Problem. Ein Problem, das wir versucht haben in Worte zu fassen. Wir haben den unangebrachten Begriff nicht gestrichen, weil wir einen Rechtstreit fürchten, sondern weil er falsch war. Und weil wir der Auffassung sind, dass
Neue Begründung: Ihre Entscheidung, Frank Zumbruch nicht als Beauftragten zu bestaetigen ist zunaechst fachlich falsch! Auch nur die oberflaechlichste Lektuere der fuer so wichtig erachteten Forschung haette bestaetigen koennen: es bedarf menschlicher, sozialer, fachlicher und kreativer Kompetenz. Es bedarf der Netzwerkkompetenz. Wer Frank Zumbruch hier Defizite attestiert – der hat nicht aufgepasst! Wer jetzt wieder bewusst die Grenzen zwischen "Netzwerk" und "Amigos" verwischt, argumentiert unredlich und falsch. Nein, nicht alle von uns empfinden alles als gut und richtig, was Frank Zumbruch getan hat. Viele von uns haetten sich andere Schwerpunktsetzungen gewuenscht - das liegt ebenfalls in der Natur unserer Heterogenitaet. Nein, nicht alle von uns sind mit Frank Zumbruch befreundet. Viele von uns kennen den Mann nicht mal persoenlich. Aber wissen sie was? Er kennt uns! Eine Tatsache, die in der atomisierten Unternehmenslandschaft der Kreativwirtschaft, in ihrer Diversitaet und Schnelllebigkeit von groesster Wichtigkeit ist. Es ist mitunter Frank Zumbruchs wichtigste Qualifikation!

Warum wir das so einseitig argumentieren, fragen sie? Sind wir uns eins in unserer Neophobie (die Sie dem Thema Kreativwirtschaft jahrelang entgegenbrachten)? Mitnichten! Wir wissen nichts ueber Ihr Abstimmungsverhalten. Dass Sie es fuer noetig erachtet haben, geheim abzustimmen, werten wir jedoch schlicht als Feigheit. Wir werden der neuen Beauftragten mit Offenheit und Interesse begegnen. Allein: einfacher gemacht haben Sie es ihr nicht. Ganz im Gegenteil. Sie haben die Intransparenz bemaengelt, die zu Frank Zumbruchs urspruenglicher Berufung zugrunde gelegen haben soll. Sie haben sich daran geklammert, daran festgehalten. Um immer wieder vergossene Milch zu betrauern, waehrend laengst wichtige Arbeit geleistet wurde. Sie haben Frank Zumbruch in endlose Rechtfertigungskaempfe verwickelt, anstatt ihn arbeiten zu lassen. Sie haben ihm Zeit geraubt. Und damit uns. Sie haben niemals bemerkt, dass es diejenigen sind, die nach Rechtfertigung fuer die Unterstuetzung der Kreativwirtschaft fragen, die sich rechtfertigen muessten: dafuer, warum sie nicht laengst einmal die unzaehligen frei verfuegbaren Forschungsberichte gelesen haben, die beinhart nachweisen, welche Rolle Kreativwirtschaft in der Bundesrepublik spielt. Sie wissen es immer noch nicht? Ihnen war es lieber, Machtpolitik zu betreiben, auf dem Ruecken einer integren Person, auf dem Ruecken einer ganzen Stadt. Und Sie haben diese auch zum Gespoett gemacht. Wir schauen mit Scham auf den Boden. Fuer Sie und Ihren Amtsmissbrauch.

Hinzu kommt etwas anderes. Sie reden von Standortfaktoren und Wirtschaftsentwicklung. Sie behaupten, Kreativwirtschaft als wichtig zu erachten und Sie wissen, welche Standortfaktoren Kreativwirtschaft braucht: Sie braucht zuallererst Raum. Sie braucht Zugang zu Finanzierung und all das. Was sie aber am dringendsten braucht, ist Sachverstand und ein lebens- und arbeitswertes Umfeld. Bietet eine Stadt, die so mit verdienten Akteuren der Kreativwirtschaft umspringt, ein solches Umfeld? Wir muessen es (einmal mehr) bezweifeln! Frank Zumbruch hat uns Heidelberg ein Stueck lebenswerter und damit arbeitswerter gemacht. Sie haben mit Ihrer Entscheidung gegen Frank Zumbruch gegen Heidelberg votiert. Gegen uns.

Ein Aspekt, der fuer uns von groesster Wichtigkeit ist, ist bislang noch nicht genannt. Es wird viel geredet von Heidelberg. Frank Zumbruch hat Heidelberg ueber seine Grenzen hinaus vernetzt. Regional, national und auch international. Der fuer viele bislang lediglich als theoretisches Konstrukt wahrnehmbare Gedanke einer Metropolregion Rhein-Neckar wurde durch die Arbeit von Frank Zumbruch fuer so zur praktischen Realität für die hiesige Kultur- und Kreativwirtschaftsszene zur praktischen Realitaet. Kreativwirtschaftsszene. Dank eines ueber Jahrzehnte gewachsenen Netzwerks ist es ihm also gelungen, eine Alternative zur zu der sonst teilweise immer noch noch nicht ausreichend ueberwundenen sehr verbreiteten Kirchturmpolitik zu kultivieren. vorzuleben.
Es mag manchem missfallen, wenn so wichtige Leistungen mit einem einzigen Namen verknuepft sind. Aber die Kreativwirtschaft lebt von professionellen Netzwerken und von Menschen. Insofern lebt auch Heidelbergs Kreativwirtschaft von Netzwerken und Menschen. Es mag aergerlich sein – aber der Zugang zu besagten Netzwerken und Menschen ist ein persoenlicher. Dieser Zugang ist nun erst einmal auf Null gesetzt.

Wir wuenschen Frank Zumbruch fuer seine berufliche und private Zukunft von Herzen das Beste und wir bedanken uns aufrichtig fuer seine Arbeit. Er hat aus unserer Sicht fuer das kreative Heidelberg in wenigen Jahren mehr bewegt, als in langen Jahren der Gemeinderatsarbeit entstand!


Mit empoerten Gruessen aus allen 11 Teilbranchen der Kreativwirtschaft Heidelberg-Mannheim
heim