Frieden in den Lehrplan!

Petition richtet sich an
Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Anna Stolz & Kultusministerien der 16 Länder

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10.000 für Sammelziel

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Petition richtet sich an: Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Anna Stolz & Kultusministerien der 16 Länder

Wir fordern: FRIEDEN IN DEN LEHRPLAN!

  1. Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen
  2. Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
  3. Mehr Fachleute für Friedensbildung an die Schulen, statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr

Die aktuellen Kriege betreffen junge Menschen in besonderer Weise: Sie sollen Wehrdienst leisten. Die riesigen Schulden für Aufrüstung gehen zulasten der Investitionen in ihre Zukunft, zum Beispiel in Bildung und Klimaschutz. Und auch im Schulalltag spiegeln sich internationale Konflikte wie in der Ukraine oder in Nahost längst wider.

Junge Menschen haben ein Recht auf Mitsprache. Um dieses Recht gut informiert ausüben zu können und eine friedliche Zukunft aktiv mitzugestalten, brauchen sie die Chance, sich differenziert mit den Themen Krieg und Frieden auseinanderzusetzen.

WAS WIR FORDERN!

1. Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen
Friedensbildung ist weitaus mehr als die Vermittlung von Wissen über Fragen von Krieg und Frieden. Sie fördert Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten, zwischen Menschen und in der Gesellschaft. Sie stärkt friedensfördernde Haltungen und Friedenshandeln im eigenen Umfeld. Das sind Kompetenzen, die wir angesichts eskalierender Konflikte weltweit und zunehmender Polarisierung auch in unserer Gesellschaft dringend brauchen.

Friedensbildung sollte deshalb bereits in der Grundschule beginnen und in Unter-, Mittel- und Oberstufe in allen Schulformen in die Curricula aufgenommen werden.

2. Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
Die Konflikte in unserer Gesellschaft und in der Welt spiegeln sich in der Schule wider. Lehrkräfte sind damit konfrontiert und müssen darauf eingehen. Friedensbildung sollte daher bereits im Lehramtsstudium, im Referendariat und in der Lehrkräftefortbildung stärker integriert werden. 

Dafür braucht es Lehrstühle für Friedensbildung an Hochschulen und Universitäten und Fachstellen für Friedensbildung in allen Bundesländern, die Schulen und Lehrkräfte mit Fortbildungen und Materialien unterstützen sowie schulische und außerschulische Akteure vernetzen.

3. Mehr Fachleute für Friedensbildung an die Schulen, statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr
Aktuell dominiert die Bundeswehr über ihre Jugendoffiziere als außerschulischer Akteur beim Thema Krieg und Frieden, und das, obwohl einzelne Bundesländer Beschlüsse für ausgewogene Repräsentanz unterschiedlicher Expertisen getroffen haben. Die Bildungspolitik muss Strukturen wie die Servicestellen für Friedensbildung stärken und Förderprogramme entsprechend ausstatten, damit mehr Fachleute für Friedensbildung in die Schulen kommen können.

Begründung

Bildungspolitik ist in Deutschland Ländersache. Gemeinsame Beschlüsse der Bildungsminister*innen haben eine hohe Verbindlichkeit und Relevanz für die Lehrpläne und Lehrkräfteausbildung in allen Bundesländern. Deshalb richten wir unsere Petition an die Bildungsministerkonferenz: Sie soll einen Beschluss zur Friedensbildung fassen und einen entsprechenden Orientierungsrahmen entwickeln.

Sie hat in der Vergangenheit bereits vergleichbare Empfehlungen zu Themen wie Demokratiebildung oder Bildung für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Doch bislang gibt es keine entsprechenden Beschlüsse oder Orientierungsrahmen für die Friedensbildung.

Angesichts der wachsenden Relevanz friedens- und sicherheitspolitischer Themen für die Lebenswirklichkeit und die Zukunft junger Menschen sollte die Friedensbildung in allen Bundesländern gestärkt werden. 

WAS IST FRIEDENSBILDUNG?
Friedensbildung vermittelt Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten, zwischen Menschen und in der Gesellschaft. Sie adressiert also sowohl die individuelle Ebene, auf der Konzepte zur Gewaltprävention ansetzen, als auch die gesellschaftliche bis hin zur internationalen Ebene.

Frieden wird dabei als Prozess verstanden, in dem Gewalt reduziert wird und Gerechtigkeit zunimmt. Friedensbildung vermittelt somit das Verständnis, dass Frieden eine immerwährende Aufgabe für uns alle ist.

Im Jahr 2023 hat die UNESCO eine „Empfehlung für Friedensbildung“ verabschiedet. Sie schreibt dazu: „Im Zentrum der neuen UNESCO-Empfehlung steht das moderne, umfassende Friedensverständnis. Frieden ist demnach nicht nur die Abwesenheit von Krieg und unmittelbarer Gewalt, sondern ein Prozess, in dem Menschen zusammenwirken, um eine gerechte, nachhaltige und inklusive Zukunft aktiv mitzugestalten. Aufgabe der Bildung ist nach dem neuen Völkerrecht, allen Menschen das Handwerkszeug zu vermitteln, Frieden zu leben.“ 

Deutschland ist verpflichtet, die Empfehlungen der UNESCO umzusetzen und Friedensbildung zu stärken.

AUFRUFENDE ORGANISATIONEN
(Stand: 01.06.2026)

Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e. V.
afpb e. V. (Arbeitskreis friedenspolitische Bildung)
Berghof Foundation Operations gGmbH
Bildungswerk der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Hessen
Bund der Deutschen Katholischen Jugend – Diözesanverband Freiburg
Bund für Soziale Verteidigung e. V.
Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e. V., Landesverband Baden-Württemberg & NRW
Eine Welt Netz Oberhausen e. V.
Ev. Familien- und Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Oberhausen
Friedensakademie Rheinland-Pfalz – Akademie für Krisenprävention und Zivile Konfliktbearbeitung
Friedensdorf Bildungswerk
Friedensinstitut der Evangelischen Hochschule Freiburg
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg & Bremen
KURVE Wustrow - Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e. V.
Ohne Rüstung Leben e. V.
pax christi – Deutsche Sektion e. V.
pax christi Diözesanverband Speyer
Peace Brigades International (PBI) – Deutscher Zweig e. V.
Peace for Future
Pro Peace – Forum Ziviler Friedensdienst e. V.
Referat Friedensbildung im Ökumenewerk der Nordkirche
Stiftung die schwelle
Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

ERSTUNTERZEICHNENDE
(Stand: 01.06.2026)

Dr. Stefania Animento, Soziologin
Bayan Anouz, Erziehungswissenschaftlerin
Hagen Battran, Oberstudienrat a.D.
Corinna Blume, Konrektorin
Wolf Branscheid, Lehrer
Susanne Buckley-Zistel, Professorin für Friedens- und Konfliktforschung
Ali Can, Sozialaktivist und Autor
Ralph Caspers, Fernsehmoderator und Autor
Kai-Uwe Dosch, Koordinierungskreis des bundesweiten Netzwerks Friedensbildung
Karim Fereidooni, Professor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung
Norbert Frieters-Reermann, Professor für Soziale Arbeit im Kontext von Nachhaltigkeit und sozial-ökologischer Transformation
Andreas Hasenclever, Professor für Friedensforschung und Internationale Politik
Shai Hoffmann, Geschäftsführer Gesellschaft im Wandel gGmbH
Tobias Ide, Professor für Friedens- und Konfliktforschung
Uli Jäger, Honorarprofessor für Friedenspädagogik und Globales Lernen
Heike Kammer, Menschenrechtspreisträgerin Weimar 1999
Zeynep Karaosman, Mitgründerin der Palestinians and Jews for Peace
Dr. Margot Käßmann, Theologin
Susanne Kranen, Sozialpädagogin
Dr. Dominique Miething, Dozent
Fulgencio Morente Gómez, alias Der Fug, freischaffender Künstler
Silke Müller, Bestsellerautorin, Bildungsexpertin und erste Digitalbotschafterin Niedersachsens
Silke-Henrike Otto, Lehrerin
Annemarie Raab, Schulleiterin a.D.
Wübke Sanders, Lehrerin a.D.
Nicolas Schmelzer („Herr Schmelzer“), Lehrer
Gina Waibel, Bildungsinfluencerin, Autorin und Lehrerin a.D.
Renate Wanie, Bildungsreferentin
Willi Weitzel, Reporter, Moderator, Autor und Welterforscher (Willi will‘s wissen)
Christoph Weller, Professor für Friedens- und Konfliktforschung

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Bündnis Frieden in den Lehrplan, Köln
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 04.05.2026
Sammlung endet: 16.10.2026
Region: Deutschland
Kategorie: Bildung

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Warum Menschen unterschreiben

weil ich Krieg seit meiner Kindheit hasse und entsetzt bin über das Kriegstrommel-Gerassel der letzten Jahre - da waren wir doch schon mal weiter, dachte ich zumindest

Frieden ist vorrangig der Weg, der zum Ziel führt.

Ich halte Friedensbildung, Empathie, soziales Kompetenztraining für sehr wichtige Angebote im Lehrplan an Schulen

weil das Erlernen von Konfliktlösungen ohne Gewaltausübung im Kinder- und Jugendalter gelernt sein will.

81 Jahre nach Kriegsende scheinen die Schrecken des letzten Krieges langsam zu verblassen. Die Sprache ändert sich. Man spricht wieder von Kriegsfähigkeit, Aufrüstung, der stärksten konventionellen Armee des Kontinents. Und das alles angesichts des atomaren Waffenarsenals. In der jetzigen Situation kann es doch nur darum gehen, alle diplomatischen Kanäle zu nutzen um aus dieser tödlichen Spirale herauszukommen. Rüstung tötet auch ohne Krieg.

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