Hirschfeld´s Erbe erneut in Gefahr? Rehabilitierung von Ralf Dose. Schutz wissenschaftl. Integrität!

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Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

  1. Magnus Hirschfeld´s Erbe erneut vor der Vernichtung bewahren:
  2. Rehabilitierung von Ralf Dose und
  3. Schutz (sexual-)wissenschaftlicher Integrität jetzt.

Wiederholung der Geschichte von 1933?
Warum die systematische Zerstörung lebenslanger Archivarbeit nicht nur Ralf Dose trifft, sondern das Erbe der Sexualwissenschaft – aber auch anderer Wissenschaftsbereiche - gefährdet.

1933 verbrannten die Nationalsozialisten das Werk von Magnus Hirschfeld.
Sein Institut für Sexualwissenschaft, das erste seiner Art weltweit, wurde zerstört, seine Bibliothek vernichtet, seine Mitarbeiter vertrieben. Hirschfeld selbst, war Sexualwissenschaftler, starb zwei Jahre später im Exil. Was die Nationalsozialisten damals mit Gewalt vernichteten, wurde in den folgenden Jahrzehnten durch wenige beharrliche Menschen mühsam wiederhergestellt. Einer von ihnen ist Ralf Dose. Seit 1982 hat er als Mitbegründer und Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft das Erbe Hirschfelds bewahrt, erforscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 44 Jahre unermüdlicher wissenschaftlicher Arbeit.

Heute, 93 Jahre nach 1933, erlebt dieses Erbe erneut einen Angriff:
Nicht durch äußere Feinde, sondern durch jene Institution, die Dose selbst aufgebaut hat. Wer Dose´s Lebenswerk vernichtet, vernichtet abermals das Erbe von Magnus Hirschfeld.

Was geschehen ist, läßt sich nicht kurz benennen:
Ralf Dose wurde ohne Beweisgrundlage diffamiert, aus der von ihm gegründeten Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft gedrängt und seine Förderung wurde gestrichen. Ein Gutachten wurde erst nach dem bereits gefällten Urteil in Auftrag gegeben. Das ist keine Aufarbeitung. Das ist Vorverurteilung. Meine ausführliche Dokumentation dieses Vorgangs findet sich unter:
https://1956-hirek.org/9807

Als Gründer und Inhaber des 1986 in Leipzig gegründeten Rosa Archivs, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert und als jemand, der seit 1986 mit Ralf Dose und der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in pop-wissenschaftlichem Kontakt stand, habe ich eine Dokumententafel zusammengestellt, die aufzeigt, wie breit die gesellschaftliche Einbindung der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS), in der Dose Vorstandsmitglied war, in den 1980er Jahren tatsächlich war: Bundesjustizministerium, Bundesrat, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, ZDF-Intendanz, Deutscher Kinderschutzbund, Landtagsfraktionen und Kommunalverwaltungen und viele andere Einrichtungen.

Ich erhebe hiermit folgende Forderungen:

  1. Ich fordere die sofortige und öffentliche Rehabilitation von Ralf Dose. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sind als das zu benennen, was sie sind: eine gezielte Diffamierung ohne Beweisgrundlage, die eine 44-jährige wissenschaftliche Lebensleistung aus politischen Opportunitätsgründen zu vernichten droht.
  2. Ich fordere die Rücknahme aller Maßnahmen, die zum Ausschluß von Ralf Dose aus der von ihm maßgeblich aufgebauten Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft führten. Eine Institution, die ihren Gründer und wichtigsten Bewahrer ihres Erbes auf Basis von Vorverurteilungen opfert, verwirkt ihre wissenschaftliche Glaubwürdigkeit.
  3. Ich fordere die betroffenen Institutionen, insbesondere die öffentlich geförderte Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, dazu auf, ihre Rolle in diesem Vorgang offenzulegen. Wer durch Steuergelder finanziert wird und zum moralischen Ausschluß eines Weggefährten schweigt, handelt in eklatantem Widerspruch zum eigenen Stiftungsauftrag.
  4. Ich fordere den Deutschen Bundestag auf, eine parlamentarische Anfrage zur Zusammenarbeit zwischen staatlich geförderten Institutionen und verdienten Akteuren der Sexualwissenschaft zu initiieren. Dies muß den Schutz aller Archivare und Wissenschaftler umfassen, die ähnlichen Vorwürfe machenden Kampagnen ausgesetzt sind, um künftig eine sachliche Aufarbeitung sicherzustellen. Es darf nicht geduldet werden, daß Kooperationen auf Grund bloßer Spekulationen und auf Grund zurechtgebogener Anschuldigungen oder tagespolitischer Moraldiktate willkürlich beendet werden.
  5. Ich fordere die Rückbesinnung auf den rechtsstaatlichen Grundsatz der Unschuldsvermutung. Die nachträgliche Anwendung heutiger, zeitgeistgeprägter Maßstäbe auf Handlungen und Diskurse vergangener Jahrzehnte ist wissenschaftlich unseriös und moralisch verwerflich.
  6. Ich fordere den Schutz privater, unabhängiger Archivarbeit als unverzichtbares kulturelles Gedächtnis dieser Republik. Die systematische Entwertung von Lebensleistungen durch institutionelle Akteure, die ihre historische Verantwortung zugunsten kurzfristiger Konformität aufgeben, muß ein Ende haben.
  7. Ich richte einen eindringlichen Appell an alle Weggefährten, Mitstreiter und Zeitzeugen der Emanzipationsbewegung: Brecht das Schweigen. Bezeugt öffentlich eure langjährige Zusammenarbeit mit Ralf Dose. Besinnt euch auf Anstand, Würde und ein vernünftiges Miteinander, anstatt euch einem flüchtigen Zeitgeist zu beugen, dessen heutige Dogmen morgen bereits wieder der Geschichte angehören werden.

Begründung

Wer heute Ralf Dose als Gefahr für die Szene darstellt, muß sich fragen lassen, warum das Bundesjustizministerium jener Epoche die AHS als anerkannte Fachorganisation behandelte, ihren Sachverstand zu laufenden Gesetzgebungsvorhaben aktiv einholte und ihre Stellungnahmen als Beratungsgrundlage in die eigenen Erwägungen einbezog. Das war gesellschaftlicher Konsens. Was heute existiert, ist sein Gegenteil, nämliche gesellschaftlicher Dissens.

Ein System, das seine eigene Geschichte frißt, zerstört seine eigene Zukunft.
Dose ist kein Einzelfall, sondern der bekannteste unter vielen, denen dasselbe widerfährt, ohne daß die Öffentlichkeit es für wert hält, sie zu benennen.
Es liegt in der Verantwortung aller Beteiligten, ob die Gesellschaft sich für den intellektuellen Verrat entscheidet oder für die Anerkennung geleisteter Lebensleistung. Ich bitte darum: Gebt dem Anstand und der historischen Wahrheit Vorrang vor der Opportunität.

Rosa von Zehnle
gründER, leitER und inhabER des gesellschaftlich anerkannten ROSA ARCHIV & Bibliothek seit 1986.
!!! 2026: 40 Jahre ROSA ARCHIV & Bibliothek !!! 
ISIL: DE-L333

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 15.07.2026
Sammlung endet: 14.05.2027
Region: Deutschland
Kategorie: Wissenschaft

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Warum Menschen unterschreiben

Queere Rechte sind Menschenrechte

Diese Haltung, alle, die vor ca. 40 Jahren überhaupt über bestimmte Dinge diskutiert haben seien per se verachtungswürdig – die ist mir inzwischen auch schon begegnet …

Forderung nach echter Wissenschafts- und Meinungsfreiheit. Entkriminalisierung von sexuell deviantem Verhalten.

Geschichte, vor allem die Negative, darf sich nicht wiederholen.
Gerechtigkeit statt Zeitgeist, er ständig kommt und geht und keinen Bestand hat.

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