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Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Minister Jens Spahn
Am 7.11.2019 hat der Deutsche Bundestag das MDK-Reformgesetz beschlossen, welches auf den ersten Blick zu einer Entlastung der Krankenhäuser bei der Rechnungsprüfung durch den Medizinischen Dienst führen soll, faktisch aber etliche Häuser in den Konkurs treiben wird.
Denn die Prüfinstanzen der Medizinischen Dienste haben nun mehr Zeit, ihre Rechnungsprüfungen einzuleiten und zu bearbeiten. Bei einer Beanstandung der Rechnungsstellung des Krankenhauses durch den Medizinischen Dienst kommt es zunächst nicht nur zur einer Rechnungsminderung, sondern auch zu einer Strafzahlung von 10 % des Differenzbetrages, mindestens jedoch 300 €.
Ob die Beanstandung der Rechnung durch die Prüfer gerechtfertigt war, spielt hierbei zunächst keine Rolle und geht voll zu Lasten der Krankenhäuser, denen natürlich der Klageweg offensteht. Bis zu einer Entscheidung führt aber jede Beanstandung zu einer Steigerung der Prüfquote sowie zu Strafzahlungen und Rechnungsminderung des beanstandeten Falls.
Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn Gesellschaft und insbesondere Politik, gerade auch angestossen durch die Erfahrungen in der gegenwärtigen Coronakrise, in einen Abwägungsprozess kämen, ob wir wirklich - wie von der Bertelsmannstiftung suggeriert - künftig mit weniger als der Hälfte unserer Krankenhäuser eine angemessene Versorgung der Bevölkerung auch in Extremsituationen gewährleisten könnten.
Dazu ist es unabdingbar, das bereits beschlossene MDK-Reformgesetz dergestalt zu überarbeiten, dass alle bestehenden Krankenhäuser in Deutschland ihrer Systemrelevanz entsprechend gewürdigt und in ihrem Fortbestand gefördert werden.
Begründung
In diesen Tagen hören und lesen wir viel von der überwältigenden Dankbarkeit, die unsere Gesellschaft den Mitarbeitern im Gesundheitswesen zum Ausdruck bringt. Das ist erfreulich, aber in der gegenwärtigen Pandemiekrise wird viel zu wenig daran erinnert, dass im vergangenen Jahr kaum öffentlich wahrgenommene Weichenstellungen zur Demontage eben dieses - inzwischen berechtigterweise als systemrelevant bezeichneten - Gesundheitswesens erfolgt sind.
Eine Studie der Bertelsmannstiftung vom Juli 2019 kommt zu dem Ergebnis, "eine bessere Versorgung ist nur mit halb so vielen Kliniken möglich. In Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser, würde die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern."
Die gegenwärtige Lage macht aber deutlich, dass eine derartige Ausdünnung der Gesundheitsfürsorge durch die Krankenhäuser in einer Pandemie- oder Katastrophenlage zwangsläufig zu einer gefährlichen Unterversorgung unserer Bevölkerung führen wird.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
01.04.2020
Sammlung endet:
30.09.2020
Region:
Deutschland
Kategorie:
Gesundheit