Petition richtet sich an:
Bundesregierung
Die Corona-Krise hat die Welt im Griff. Nach aktuellen Zahlen der Johns Hopkins University sind bisher über 300.000 Menschen an Corona erkrankt und über 13.000 Tote sind zu beklagen.
Weltweit ringt die Politik um das richtige Herangehen bei der Bewältigung der Krise, deren eigentliches Ausmaß sich möglicherweise erst zeigen wird, wenn wir den Virus selbst schon in den Griff bekommen haben. Dabei ist es vollkommen natürlich, wenn es zu Fehlern kommt und im Nachhinein Entscheidungen nach dem dann feststehenden Erfolg im Vergleich zu anderen Entscheidungen beurteilt werden. Wenn das nicht der Diskreditierung der Entscheider sondern der Manöverkritik dient, um zukünftig besser handeln zu können, ist das auch nützlich.
Die übergroße Anzahl der Virologen, die zur entscheidenden Kompetenz bei der Bewältigung der Krise gehören, bringt ganz klar zum Ausdruck, dass eine explosionsartiger, nicht mehr kontrollierbarer Ausbruch der Pandemie nur verhindert werden kann, wenn zu Beginn einschneidende Maßnahmen ergriffen werden. Die ersten Erfahrungen bei der Bewältigung der Krise zeigen, dass der Welt und nicht zuletzt auch Deutschland die Erfahrung fehlt, schnell Entscheidungen abseits des gewohnten Handelns und gewohnter Rituale zu fällen.
Führungskompetenz darf insbesondere in Notlagen nicht an ein Amt sondern an die Wahrnehmung von Verantwortung gebunden sein, die sich allein an der eingeschätzten Notwendigkeit zur Bewältigung des Problems orientiert. Entlang „Wir verlernen uns auseinanderzusetzen, weil wir es vermeiden, uns auseinanderzusetzen.“ nutzt man idealerweise die sich auf dem Weg bietenden Möglichkeiten, diese Fähigkeit zu erarbeiten. Auch in der Krise, die nicht mehr nach Erfahrungen sondern nach Lösungen zur Bewältigung zu lösender Probleme fragt, kann das trainiert werden.
Sehr skurril geriert sich in diesem Zusammenhang gegenwärtig das IOC. Während weltweit Sportveranstaltungen fast jeglicher Art abgesagt werden und selbst die alten Herren von UEFA und FIFA sich vor Corona beugen, hält das IOC wie ein Fels in der Brandung an Olympia fest. Vernachlässigend, dass all die Qualifikationswettbewerbe und notwendigen Vorbereitungskämpfe perdu sind, erscheint es, als ob man wie beim Roulette das gesamte Vermögen auf eine Kugel setzt. Das ist aber nur sinnvoll, wenn man den Croupier- in dem Fall Corona-, sicher auf seiner Seite weiß.
Da selbst die Börsen diese Kompetenz nicht haben, bleibt wieder nur eine Möglichkeit: Einer muss vorangehen und dem Drama ein Ende machen. Das kann Deutschland sein. Daher wäre es ein starkes Zeichen, wenn die Bundeskanzlerin Angela Merkel- in Abstimmung mit dem NOK und dem zuständigen Minister Horst Seehofer-, erklärt, dass der deutsche Sport nicht an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio teilnehmen wird.
Wir fordern die Bundesregierung daher auf, den Verzicht der Bundesrepublik Deutschland auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zu erklären.
Begründung
Für ein Innovationsland wie die Bundesrepublik Deutschland, dass mit seinen technischen und technologischen Innovationen vielfältige Beiträge für die Weltgemeinschaft leistet, ist es entscheidend, immer wieder unter Beweis zu stellen, dass es gesellschaftliche Innovationen hervorbringen und insbesondere an den Werten gemessen werden kann, denen es sich verpflichtet sieht.
Einen unschätzbaren Wert kann der Vorschlag aus der Sicht der inneren Führung leisten. Krisen wie die, der wir uns gerade ausgesetzt sehen, bedürfen der Autorität, der das Volk Vertrauen entgegenbringen kann und der Reize, aus denen das erwächst. Der Vorschlag erscheint geeignet, dafür einen Beitrag leisten zu können.
Kontakt: bernd.liske@liske.de; Twitter: @berndliske, @LiskeAphorismen, @LiskeZitate