Wir verlangen, den geplanten Ausbau der Landesstraße 90 im Bereich Kreisverkehr Elsastraße Werder (Havel) und dem Ortseingang Phöben in seiner jetzigen Form zu überdenken und die vergleichsweise geringen Mehrkosten zum Schutz der Bäume während der Baumaßnahmen nicht zu scheuen.

Bei Einhaltung der entsprechenden Baumschutzbestimmungen (entsprechende Regelungen finden sich in der DIN 18920 und in der RAS-LP 4) überstehen Bäume die mit dem Straßenausbau verbundenen Tiefbauarbeiten.

Die Straße nach ihrer Sanierung in ihrer jetzigen Breite zu belassen wäre unserer Meinung nach ein einfacher, aber sehr wichtiger Schritt zum Erhalt so vieler Bäume wie möglich. Das notwendige Maß an Verkehrssicherheit ließe sich durch eine entsprechende Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erreichen.

Wir fordern den vorhandenen Baumbestand zu erhalten, fachgerecht zu pflegen und zu ergänzen.

Begründung

Lesen Sie zur Begründung den offenen Brief, welchen wir an Fr. Ministerin Schneider vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg gesandt habe.

Offener Brief zum Thema:

Grundhafter Ausbau der L 90 zwischen Werder (Havel) und Phöben

Sehr geehrte Fr. Ministerin Schneider, sehr geehrte Damen und Herren des Landesbetrieb Straßenwesen (LS),

im Zuge des grundhaften Ausbaus der Landesstraße 90 im Bereich Kreisverkehr Elsastraße Werder (Havel) und dem Ortseingang Phöben ist geplant, mehr als 80 meist vitale Laubbäume zu fällen. Diesen erheblichen und zerstörerischen Eingriff in den Charakter dieser Allee lehnen wir, die Unterzeichner und Bündnis 90/Die Grünen - Ortsverband Werder (Havel) entschieden ab.

In unnötiger Art und Weise werden wertvolle Strukturen an Altbaumbeständen zerstört. Weder der ökologische, der klimatische noch der ästhetische Wert kann durch die vorgesehenen Ersatzmaßnahmen wiederhergestellt werden. Eine vergleichbare Funktion als Nahrungsquelle, Wohn-, Ruhe- und Fortpflanzungsstätte für zahlreiche Lebewesen würde erst in Jahrzehnten wieder erreicht werden. Altbaumbestände wie diese sind es, die dank ihres stärker ausgeprägten Wurzelsystems toleranter auf Trockenheit und zunehmende Extremwetterereignisse reagieren können.

Neupflanzungen hingegen benötigen einen erheblichen Mehraufwand an Betreuung, der, wie in diesem Jahr zu sehen, nicht vollumfänglich von den Landesbetrieben, den Gemeinden und ihren BürgerInnen geleistet werden kann. Die Folgen der Mangelversorgung mit Wasser sind zum Teil schon heute offensichtlich, werden aber aller Voraussicht nach besonders in der kommenden Vegetationsperiode zu erkennen sein. Viele Jungbäume werden dann nicht mehr ergrünen und zukünftig keinen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaverbesserung leisten.

Als bedrückendes Beispiel dafür ist auf den Zustand der Neupflanzungen in der Eisenbahnstraße Werder (Havel), ebenfalls Landesstraße 90, zu verweisen. Auch dort wurden vitale Altbäume gefällt und durch Neuanpflanzungen ersetzt. Diese weisen infolge der diesjährige Trockenheit starke Schädigungen auf. Die Straße nach ihrer Sanierung in ihrer jetzigen Breite zu belassen wäre unserer Meinung nach ein einfacher, aber sehr wichtiger Schritt zum Erhalt so vieler Bäume wie möglich. Das notwendige Maß an Verkehrssicherheit ließe sich durch eine entsprechende Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erreichen. Zukünftige Verkehrsprojekte sollten nicht wie in den vergangenen Jahrzehnten ausschließlich dem PKW und LKW Verkehr unterstehen. Moderne Planungen sollten vielmehr alle Schutzziele gleichberechtigt abwägen und dabei die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen im Auge behalten.

Aus den vorgenannten Gründen verlangen wir, den geplanten Ausbau in seiner jetzigen Form zu überdenken und die vergleichsweise geringen Mehrkosten zum Schutz der Bäume während der Baumaßnahmen nicht zu scheuen. Bei Einhaltung der entsprechenden Baumschutzbestimmungen (entsprechende Regelungen finden sich in der DIN 18920 und in der RAS-LP 4) überstehen Bäume die mit dem Straßenausbau verbundenen Tiefbauarbeiten.

Die meisten Bäume sind als erhaltenswert anzusehen und können noch viele Jahre ihre wichtige Funktion erfüllen. Dabei sind Reststandzeiten, insofern dieser Begriff überhaupt angebracht ist, von mehreren Jahrzehnten möglich. Abgänge müssen durch Neuanpflanzungen ersetzt werden, um den ursprünglichen Allee Charakter wieder herzustellen.

Wir fordern den vorhandenen Baumbestand zu erhalten, fachgerecht zu pflegen und zu ergänzen.

Schließen möchten wir diesen Brief mit dem Kredo des ausgewiesenen Experten Professor Roloff: “in-dubio-pro-arbore” ( Im Zweifel für den Baum).

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Bündnis 90/Die Grünen - Ortsverband Werder (Havel) aus Werder (Havel)
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer,
    vielen Dank an dieser Stelle für eure Teilnahme an dieser Petition. Um Fr. Ministerin Schneider über die zahlreiche Unterstützung zu informieren, möchte ich die Petition an dieser Stelle beenden und übergeben.
    Bislang habe ich weder von Ministerin Schneider noch vom Landesbetrieb Straßenwesen irgendeine Reaktion auf den offenen Brief, noch auf die Hinweise zur Petition erhalten.
    Ich halte euch auf dem Laufenden,
    grüne Grüße, Markus

Pro

Das Fällen sämtlicher Bäume ist unnötig. Ein Ausbau der L90 kann auch schonender passieren. In der heutigen Zeit sollte man das Fällen der Bäume immer vermeiden, wenn das möglich ist.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.