openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close
Bild zur Petition mit dem Thema: Frau Nahles! Wie eine faire Behandlung von ALG II-Empfängern gelingen kann! Frau Nahles! Wie eine faire Behandlung von ALG II-Empfängern gelingen kann!
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit ...
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Gesellschaft mehr
  • Status: Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen bzw. wird nicht weiter verfolgt
    Sprache: Deutsch
  • Gescheitert
  • 46 Unterstützende
    46 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen

Frau Nahles! Wie eine faire Behandlung von ALG II-Empfängern gelingen kann!

-

Anerkennung von gesellschaftlichem Engagement für den Bezug von ALG II!

Ich möchte mit dieser Petition den (naiven) Versuch starten, vielleicht einen Grundgedanken des bedingungslosen Grundeinkommens zu realisieren. Ich möchte, dass in der nahen Zukunft jeder Bundesbürger und jede Bundesbürgerin, die sich nachweislich zum Zeitpunkt des Antrags auf Transferleistungen gem. SGB2 gesellschaftlich engagiert, keinem sozialen und behördlichen Druck mehr ausgesetzt wird, sondern sich damit den Bezug von ALG 2 "voll verdient" hat. Dabei ist es egal, ob in der Jugend- und Altenbetreuung, in der Pflege der eigenen Angehörigen (Eltern, Geschwister, Kinder), im Rettungsdienst, in der feiwilligen Feuerwehr oder im Bereich Umwelt- und Denkmalschutz etc.,! Damit gelänge ein Paradigmenwechsel, denn jede gesellschaftlich nutzbringenden Tätigkeit wäre einer "klassische Erwerbsarbeit" wäre einer - gleich welcher Art - gleich gestellt. Deutlich dafür spricht, dass das Leistungsprinzip von Leistung und Gegenleistung erhalten bliebe. Es würde nur unserer Zeit gemäß ausgedehnt auf Tätigkeiten der sozialen Wertschöpfung, welche in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung keine Anerkennung findet. Ich suche noch Unterstützer, die in juristischer Hinsicht und verfahrenstechnischer Hinsicht unterstützen würden.

Begründung:

Es ist davon auszugehen, dass das bedingungslose Grundeinkommen für lange Zeit noch Illusion bleiben wird. Aber waum nicht Teile davon bereits in die Umsetzung bringen. Auch dies schafft Bewusstseinswandel in kleinen Schritten. Wie Götz Werner und die Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens zurecht argumentieren, reicht der klassische Begriff der "Erwerbsarbeit" nicht mehr aus, um gesellschaftlich gerechtfertigt Arbeitseinkommen zu verteilen. Warum? Unteranderem deshalb, weil die Transformation von der Industriegesellschaft zur Wissens- und anspruchsvollen Dienstleistungsgesellschaft zunehmend Menschen abhängt, die schlecht bis gar nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt kommen. Statistiken sind zwar eine schöne Sache und wir hören überall die Hiobsbotschaft vom Fachkräftemangel und die frohe Botschaft von rückläufigen Arbeitslosenquoten. Was aber soll man tun, wenn man vorher Jahrzehnte bei Schlecker oder bei Opel am Band gearbeitet hat? Soll ich dann innerhalb der nächsten Jahre als 49-Jähriger mein Abi nachholen und Maschinenbau studieren oder schnell zum Altenpfleger werden? Bin ich überhaupt dafür geeignet?

Oder wie beliebt sind 50plus-Bewerber/innen eigentlich wirklich bei Unternehmen? Als erfahrener Unternehmensberater kann ich Ihnen sagen: Sobald körperliche Beanspruchung wesentlicher Teil der Berufstätigkeit ist, sind ältere und gesundheitlich eingeschränkte Bewerber/innen raus! Zudem reden wir hier von mehreren Millionen langzeitarbeitslosen Menschen, die sich oft ohnmächtig und nutzlos fühlen. Warum nicht die Chance geben in einem öffentlichen Arbeitsmarkt, der keine Übergangslösung darstellt, sondern fest akzeptiert ist. Wer mehr erreichen will und kann, wird sich seinen Weg aus der staatlichen Grundversorgung suchen, um mehr als die 700-800 EUR zu verdienen. Ich kenne und traf in meiner täglichen Arbeit und im Bekanntenkreis sehr häufig Menschen ohne Arbeitsplatz, die sich bereits im Ehrenamt für die Gesellschaft sinnstiftend engagierten oder die selbst einen Ein-Euro-Job dankbar angenommen haben, weil sie in ein soziales und berufliches Gefüge integriert waren. Welche soziale Entspannung, welchen sozialen Klimawandel und welche Steigerung des Sozialkapitals ist durch gesellschaftliches Engagement möglich. Das sehen wir jeden Tag. Aber es wird davon ausgegangen, dass all dies Wohlfahrtstätigkeiten sind. So wie man es für selbstverständlich hält, dass Kindererziehung und Kinderbetreuung einer Mutter keinen volkswirtschaftlichen Wert hat. Auch Pflegearbeit in der Familie oder ehrenamtliche Tätigkeiten nicht. Schauen Sie mal in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Sie werden nichts finden. Welchen Sinn macht ein Kategorisierungssystem, in dem ausschließlich Erwerbsabeit am freien Markt als würdig eingestuft wird, staatlich subventionierte Arbeit für die Gesellschaft aber nicht? Ich beobachte zudem, dass unser aktuelles System oft Menschen in Tätigkeiten zwingt, die nicht zu ihren Kompetenzen und/oder zu ihrem Wertesystem passen, so dass diese Leute nach Monaten dann entweder tatsächlich krank werden oder sich einfach in die Krankheit flüchten. Und werden sie erst psychisch arbeitsunfähig, steigen auch für die Gesellschaft die Kosten enorm an. Ein Beinruch ist in wenigen Wochen verheilt und nach einer Reha in Ordnung. Psychotherapie dauert oft Jahre. Ich meine, die Politik sorgt deutlich mit dafür, dass unsere sozialen Kosten und Gesundheitskosten steigen. Helfen Sie mit, politisch Verantwortliche an ihre eigentliche Pflicht zu erinnern: Nach bestem Gewissen im Sinne der ihnen anvertrauten Menschen zu handeln und ihre Macht für eine humane Gesellschaft einzusetzen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Lübeck, 07.01.2015 (aktiv bis 06.07.2015)


Neuigkeiten

Ich bin nicht mehr überzeugt vom Erfolg meiner Petition und habe derzeit auch keine Ressourcen und Kapazitäten um diese Petition weiterzuverfolgen.

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Das wieder mehr Solidarität zwischen den Menschen entsteht dafür ist diese Petition wichtig,schade das soviele den Medien glauben und denken Hartz4ler wären faul.

CONTRA: Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Arbeiten? Faules Pack!

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf