Región.: Bamberg
Derechos civiles

Appell: Solidarität mit allen, die für Respekt und Demokratie eintreten

Petición a.
Bürgerinnen und Bürger
321 Firmantes
32% alcanzado 1.000 de objetivo de la recogida
  1. Iniciado 4/12/2020
  2. Collección de firmas hasta 5 Semanas.
  3. Sumisión.
  4. Diálogo con destinatario
  5. Decisión

Gemeint sind wir alle!

Gemeint sind wir alle, wenn die Leugner*innen der Corona-Pandemie auf die Straße gehen und krude Verschwörungsmythen aggressiv in Wort und Bild zur Schau stellen. Nicht nur in Leipzig, Berlin und München, sondern auch in Bamberg tragen sie zur Verbreitung wissenschaftsablehnender Falschinformationen bei und gefährden dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gemeint sind wir alle, wenn die Gefährdung der Gesundheit und damit die Bedrohung des Lebens Schwächerer billigend in Kauf genommen wird, weil schon das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und Abstandhalten als Zumutung empfunden werden.

Gemeint sind wir alle, wenn von den Demonstrant*innen behauptet wird, Demokratie und Grundrechte seien in Gefahr, sie andererseits aber nur zu gerne von der Solidität der Rechtsprechung profitieren, die ihnen ihre Kundgebungen ermöglicht.

Gemeint sind wir alle, wenn die Anhänger*innen von Verschwörungsmythen einerseits das demokratisch verbriefte Demonstrationsrecht selbstverständlich in Anspruch nehmen und sich dann aber in grotesker Selbstüberschätzung als „Widerstandskämpfer*innen“ inszenieren. Sie missachten und entwerten damit Mut und Leistung von „wahren“ Widerstandskämpfern, wie zum Beispiel Claus Schenk Graf von Stauffenberg oder Hans Wölfel, und untergraben damit die Wurzeln unserer Republik.

Gemeint sind wir alle, wenn die von uns gewählten Politiker*innen in Bund, Land und Kommune persönlich beleidigt und verunglimpft werden, wenn Journalist*innen für ihre professionelle kritische Berichterstattung geschmäht und angegriffen werden.

Gemeint sind wir alle, wenn in Bamberg geradezu absurde Statements, aufhetzende Reden und antisemitische Formulierungen unwidersprochen im öffentlichen Raum dargeboten werden.

Gemeint sind wir alle, wenn Menschen öffentlich an den Pranger gestellt werden, nur weil sie wachsam Verschwörungstheoretiker, Wissenschaftsverneiner und antisolidarische Protestler beobachten und die Öffentlichkeit über deren destruktive Aktivitäten informieren.

Bamberg, im Dezember 2020

Das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Die Erstunterzeichner*innen:

  • Oberbürgermeister: Andreas Starke
  • 2. Bürgermeister: Jonas Glüsenkamp
  • 3. Bürgermeister: Wolfgang Metzner
  • Evang.-Luth. Dekanat und Vorsitzender Förderverein Zelt der Religionen: Dekan Hans-Martin Lechner
  • Interreligiöse Fraueninitiative: Mirjam Elsel
  • MIB: Marco Depietri, Mitra Sharifi
  • KAB: Ralph Korschinsky
  • DGB: Mathias Eckardt
  • IG Metall: Martin Feder
  • Ver.di: Doris Stadelmeyer
  • Ver.di Schweinfurt: Marietta Eder
  • AWO Kreisverband Bamberg Stadt und Land e.V.: Geschäftsführer Mattias Kirsch
  • Projektstelle gegen Rechtsextremismus am EBZ Bad Alexandersbad: Martin Becher
  • Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg: Stephan Doll
  • DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner): Joachim Reitz
  • Stadtjugendring: Michaela Rügheimer
  • Die Naturfreunde Deutschland, Landesverband Bayern, OG Bamberg: 1. Vorsitzender Alfred Dittrich
  • Amnesty International, Gruppe Bamberg: Ute Kleemiß
  • Migrationsdienst der AWO Bamberg Stadt und Land e.V.: Leiterin Nurşen Ergin
  • Freund statt fremd: Ulrike Tontsch
  • Remsi Al Khalisi, Chefdramaturg und stellvertretender Intendant des ETA Hoffmann Theater
  • Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Bamberg: Esther Gratz
  • Willy-Aron-Gesellschaft e.V.: Daniel Manthey
  • CHANGE e.V.: Riccardo Schreck

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Die Demos gegen Corona in Bamberg sind gezeichnet von völlig unpassenden und geschmacklosen Vergleichen, in denen die Verfolgung von Juden mit den aktuellen Corona-Maßnahmen verglichen wird und man sich auf eine Stufe mit dem Widerstand im 3. Reich stellt. Zudem werden weitere antisemitische Verschwörungserzählungen zu Rothschilds, George Soros usw. in den entspr. Telegram-Gruppen unwidersprochen geteilt. Sowas darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahen leugnen weder die Existenz von Corona, noch sind sie Rechtsextremistisch, sondern distanzieren sich sogar explizit von jeder Art von Extremismus und Gewalt. Der Petitionstext liest sich, als hätte der Autor sich noch nie mit den Inhalten der Demonstationen beschäftigt.

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