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Petition richtet sich an: Bayerischer Landtag
Das Weißbuch der Reformkommission Museumsoffensive empfiehlt, dem Architekturmuseum der TUM die feste Zuteilung seiner Ausstellungsräume in der Pinakothek der Moderne zu entziehen und es künftig nur noch als Kooperationspartner zu führen.
Wir als Studierende der Architektur an der Technischen Universität München setzen uns für den Erhalt der dauerhaften Ausstellungsräume des Architekturmuseums der TUM in der Pinakothek der Moderne ein. Gemeint sind die eigenen Räume im Erdgeschoss, die das Museum seit September 2002 nutzt, nicht eine Fläche an anderer Stelle. Konkret fordern wir:
1. Das Architekturmuseum der TUM behält seine dauerhaften, exklusiv zugewiesenen Ausstellungsräume in der Pinakothek der Moderne. Die Empfehlung, die feste Raumzuteilung aufzulösen, wird zurückgenommen.
2. Sollte daran nicht festgehalten werden, wird der Begriff „garantierte Ausstellungsmöglichkeiten“ beziffert: Fläche, Zeitraum pro Jahr und Planungsvorlauf werden schriftlich festgeschrieben.
3. Die TUM erhält ein verbindliches Mitspracherecht bei der Raumvergabe, damit Lehrveranstaltungen darauf aufbauen können.
4. Vor der weiteren Umsetzung werden die Auswirkungen auf den Studienbetrieb geprüft und die Studierenden beteiligt.
Begründung
Wir sind 1.500 Studierende der Architektur an der TU München. Für uns ist das Architekturmuseum mehr als ein Ausstellungshaus. Es ist Teil unserer Ausbildung.
Es ist aus der Lehre entstanden
Das Architekturmuseum wurde 1868 als Lehrsammlung für die Architekturausbildung an der Vorgängerin der heutigen TUM gegründet. Aus dieser Sammlung ist eines der größten Architekturarchive im deutschsprachigen Raum geworden, mit rund 600.000 Zeichnungen, 200.000 Fotografien und 1.500 Modellen. Seit September 2002 hat das Museum eigene Räume im Erdgeschoss der Pinakothek der Moderne, die im Entwurf des Hauses von Anfang an für die Architektur vorgesehen waren. Wer die Verbindung zur Ausbildung löst, löst das Museum von seinem Gründungszweck.
Wir arbeiten dort
Studierende der TUM wirken seit Jahrzehnten an den Ausstellungen mit, lange bevor es dafür eigene Seminare gab. Bei „Königsschlösser und Fabriken“ 2018/19 zum 150-jährigen Jubiläum der TUM, bei „Die Olympiastadt München“ 2022/23, bei der aktuellen Ausstellung „CONVIVIUM. Nahrungssysteme am Limit“, und Jahr für Jahr bei der Architektur-Jahresausstellung unserer Fakultät. Dazu kommen Lehrveranstaltungen etwa das Modul „Architekturmuseum“ oder die „Projektwerkstatt kuratorische Praxis“.
Diese Formate enden nicht mit einer Abgabe vor einer Jury, sondern mit einer Ausstellung vor einem Publikum, das nicht vom Fach ist. Man lernt dabei etwas, das man im Entwurfssaal nicht lernen kann. Und sie brauchen einen Termin, der ein Jahr im Voraus feststeht, weil Seminare so lange im Voraus geplant werden. Eine Fläche, über die jedes Mal neu entschieden wird, kann das nicht tragen.
Was „garantiert“ bedeutet, steht nirgends
Das Weißbuch empfiehlt einerseits, die feste Raumzuteilung aufzulösen und die Koordination einer neu einzurichtenden Leitung der Pinakothek der Moderne zu übertragen. Andererseits empfiehlt es „garantierte Ausstellungsmöglichkeiten für das Architekturmuseum der TUM“. Wie viele Quadratmeter, wie viele Wochen im Jahr, mit welchem Vorlauf: dazu steht nichts. Solange das so bleibt, ist die Garantie eine Absichtserklärung.
Ein Museum ohne festen Ort ist kein Museum
Ein öffentlicher, verlässlicher Ort entsteht über Jahrzehnte. Wechselnde Gastauftritte ersetzen ihn nicht. Was einmal aufgegeben wurde, lässt sich nicht einfach zurückholen. Wir brauchen gerade jetzt mehr Orte für Austausch, Kritik und neue Ideen, nicht weniger.
Wir sind nicht allein
Gegen die Empfehlungen haben sich bereits der BDA Bayern, die Bayerische Architektenkammer, die Bundesarchitektenkammer, die Bayerische Ingenieurekammer Bau, der Freundeskreis des Architekturmuseums, die Föderation deutschsprachiger Architektursammlungen und über 150 Professor*innen europäischer Hochschulen ausgesprochen. Wir als Studierende schließen uns an.
Deshalb setzen wir uns für den Erhalt der dauerhaften Ausstellungsräume des Architekturmuseums der TUM in der Pinakothek der Moderne ein.
Für einen festen Ort für Architektur.
Für eine Ausbildung, die auf ihn angewiesen ist.
Quellen:
Weißbuch der Reformkommission Museumsoffensive, vorgestellt am 15.07.2026:
kulturzukunftbayern.de, PDF.
Pressemitteilung des Staatsministeriums vom 15.07.2026: stmwk.bayern.de
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
09.09.2026
Sammlung endet:
08.03.2027
Region:
Bayern
Kategorie:
Bildung
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Warum Menschen unterschreiben
Architektur ist Raum und Kunst, prägt unsere Umwelt. Es ist gut Menschen damit zu konfrontieren, das Wissen über Raum und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft zugänglich zu machen. Das Architekturmuseum schafft diese zufällige Begegnung, in der man sich nicht explizit für Architektur interessieren muss um Architektur interessant zu finden. Das ist Bildung.
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Ich habe selbst das Architekturstudium absolviert und kann daher unmittelbar die Wichtigkeit der dauerhaften Vermittlung von Wissen rund um die Baukultur nachvollziehen. Der Verlust dieser Möglichkeit würde schwerer wiegen, als es den Entscheidenden momentan bewusst ist.