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Bild zur Petition mit dem Thema: Aufruf zur wirtschaftspolitischen Erneuerung der SPD Aufruf zur wirtschaftspolitischen Erneuerung der SPD
  • Von: Makroskop Mediengesellschaft mehr
  • An: SPD-Parteivorstand
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Wirtschaft mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
    Sprache: Deutsch
  • 5 Tage verbleibend
  • 2.338 Unterstützende
    16% erreicht von
    15.000  für Sammelziel

Aufruf zur wirtschaftspolitischen Erneuerung der SPD

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Die SPD, die traditionsreichste Partei Deutschlands, ist eine Partei ohne eigenes Profil geworden. Kaum noch in der Lage, neue Herausforderungen aufzunehmen und progressive Politik zu artikulieren, fungiert Sie als reine Mehrheitsbeschafferin der CDU.

Die Sozialdemokratie ist damit existenziell bedroht. Das Schicksal ihrer niederländischen und französischen Schwesterparteien, die bei den letzten Wahlen in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwunden sind, rückt in greifbare Nähe.

Auf dem SPD-Parteitag 2003 in Bochum forderte Peer Steinbrück, dass die SPD „gerade in schwierigen Zeiten den Mut, die Courage und die Entschlossenheit haben“ müsse, „die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland zu gestalten.“

Doch mit Entschlossenheit hat sich die SPD damals auf den Weg in eine ideologische Sackgasse gemacht. Sachzwänge der Globalisierung und der Demographie, so der Irrglaube, ließen eine sozialdemokratischen Idealen orientierte Politik nicht mehr zu. Die eigenen Regierungserfahrungen und die Erkenntnisse einer progressiven Ökonomik wurden hinweggefegt, und die SPD geriet an den Rand des Abgrunds.

„Die Sozialdemokraten sind Opfer des neoliberalen Globalisierungskonzeptes geworden, dem sie sich selbst weitgehend ergeben haben.“ – Peter Brandt, Sohn von Willy Brandt

Will die Sozialdemokratie überleben, muss sie nicht weniger schaffen, als den Aufbruch in eine mit dem New Deal vergleichbare Erneuerung. Dieser Aufbruch bedeutet zugleich die Rückkehr zu den traditionellen sozialdemokratischen Werten. Kernstück eines solchen Projektes ist ein neues Verständnis von Wirtschaft. Das ist der Schlüssel zur Lösung der existenziellen Krise.

Will die SPD „Gestaltungskraft“ erreichen, wie sie in ihrem Arbeitsprogramm #SPDerneuern schreibt, muss sie jetzt entscheiden, an welches Bild der Wirtschaft sie in Zukunft glauben will: An eine durch den Staat entsprechend der sozialen und ökologischen Erfordernisse regulierte und auf der Makroebene gesteuerte Marktwirtschaft oder an eine orientierungslos in die Zukunft taumelnde Wirtschaft, die keiner der großen gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen ist.

Zwölf Jahre nach den „Reformen“ der Agenda 2010 ist es an der Zeit, die gesellschaftlichen Realitäten zur Kenntnis zu nehmen: Anhaltende Massenarbeitslosigkeit und gravierende wirtschaftliche Diskrepanzen in der Europäischen Währungsunion, für die Deutschland einen Großteil der Verantwortung trägt. Ein nicht mehr funktionierendes Rentensystem, enorme Ungleichheit, Altersarmut, Kinderarmut, ein wachsender Niedriglohnsektor, immer weniger unbefristete und gut bezahlte Jobs, marode Infrastruktur, klamme Kommunen, überbordende Spekulation eines außer Kontrolle geratenen Finanzsektors, sinkende Investitionen der Unternehmen trotz blendender Gewinnsituation und viele ungelöste ökologische Aufgaben.

Diesen Realitäten muss sich die SPD stellen. Dafür braucht sie eine Rückbesinnung auf sozialdemokratische Grundwerte. Der im Arbeitsprogramm #SPDerneuern versuchte Aufbruch ist jedoch eine Kehrtwende auf halbem Wege. Das Programm kritisiert die Ideologie der „Staatsverachtung“ der man sich „teilweise (…) nicht entschieden genug entgegengestellt“ habe. Man erkennt sogar, dass der „ungebändigte Neoliberalismus (…) zu eklatanten Fehlentwicklungen geführt“ hat. Doch was sind die konkreten Konsequenzen aus der Erkenntnis der „Einschränkung der Staatstätigkeit zugunsten des Marktes“? Was heißt es, die „eigene Politik der letzten 20 Jahre“ hinterfragen zu wollen?

Begründung:

Auch wenn im Arbeitsprogramm vage von „neuer Wirtschaftspolitik“ die Rede ist, davon, dass die „Rolle (…) eines handlungsfähigen Staates (…) neu thematisiert werden [müsse]“, weiß die SPD offensichtlich nicht „wie“ sie das bewerkstelligen soll.

Wir geben der SPD-Parteiführung daher 10 Antworten in Form von konkreten Forderungen für eine SPD-Regierungsbeteiligung mit auf den Weg in die Sondierungsgespräche:

  1. Lösung der Eurokrise durch eine neue deutsche Wirtschaftspolitik: Politische Stärkung der Gewerkschaften, damit in Deutschland Lohnsteigerungen möglich werden, die den Partnern die Luft zum Atmen lassen. Abschaffung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes und damit die Abkehr von der „schwarzen Null“ in Deutschland und der Austeritätspolitik in Europa.

  2. Aktives Eintreten für eine am Inflationsziel orientierte Lohnpolitik in der EWU; Ausweitung der Bedeutung des Flächentarifes; Erhöhung des Mindestlohns; Einschränkung der Leiharbeit; Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen; Bekenntnis zur vollumfänglichen Durchsetzung des Ziellandprinzips in der EU-Entsenderichtlinie.

  3. Ein EU-Programm für öffentliche Investitionen mit dem Ziel, die Deindustrialisierung in den Partnerländern aufzuhalten und die öffentliche Infrastruktur europaweit zu modernisieren.

  4. Reform des Bankensektors: Überwachung der Banken durch eine kompetente Bankenaufsicht; Trennung des Zahlungsverkehrs und Kreditgeschäfts vom spekulativen Investmentbanking und eine unbegrenzte Garantie des Staates für die Bestände aller Girokonten.

  5. Überarbeitung des Sozialgesetzbuches: Der Bedarf und nicht die Kosteneinsparung muss an erster Stelle stehen. Mindestanforderung ist eine Beseitigung der Hartz-Regelungen.

  6. Einstieg in einen glaubhaften ökologischen Umbau im Rahmen der globalen Vorgaben. Internationales Eintreten für eine systematische Entkopplung der wirtschaftlichen Entwicklung vom Verbrauch fossiler Energieträger auf lange Sicht.

  7. Ökologischer Umbau der deutschen und europäischen Landwirtschaft.

  8. Erneuerung der sozialen Sicherungssysteme: Bürgerversicherung im Gesundheitswesen; Stärkung der gesetzlichen Rente, Einführung einer bedarfsorientierten Mindestrente.

  9. Durchsetzung eines gemeinsamen und einheitlichen Systems der Unternehmensbesteuerung in der gesamten EU; Besteuerung von Spekulationsgewinnen; Abschaffung der Abgeltungssteuer; Erhöhung des Spitzensteuersatzes.

  10. Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Wiesbaden, 30.11.2017 (aktiv bis 27.02.2018)


Neuigkeiten

Die Petition wurde verlängert, weil die Debatte um die (wirtschafts)politische Erneuerung der SPD auch in den nächsten Wochen und Monaten aktuell bleiben wird. Sowohl im Zuge der Sondierungsgespräche und etwaigen Koalitionsverhandlungen, für die sich ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Richtig, die SPD muss sich den neuen Herausforderungen endlich annehmen. Aber was wird stattdessen gemacht? Alte Pappdeckel, längst angeschimmelt und vom Zahn der Zeit fast zerfressen, wie die idiotische Idee einer sozialsitischen Einheitsversicherung ...

PRO: Man muss die Menschen informieren, wenn genug bescheid wissen, könnte sich das auch bis ganz nach oben rum sprechen, leider werden solche Aktioenen ja schon fast als LINKSRADIKAL in unsere neoliberalen ausgerichtetet Wirtschaft/ Weltordnung gesehen. Aber ...

CONTRA: Entschuldigung, das ihr Linken eine Minderheit sind. Diese Weltanschauung dar sich nicht weiter vererben, wozu gibt es Eugenik.

CONTRA: Die Makroskop Mediengesellschaft ist Herausgeber der " jungen Welt", ein linkes Propaganda Blatt zur Gehirnwäsche, der neuen deutschen verdummten Jugend. Dadurch trägt diese (Gesellschaft) eine Schuld an den Linken Ausschreitungen seit 1968 in der BRD. ...

>>> Zur Debatte


Warum Menschen unterschreiben

Angesichts der Gefahr einer neuen GroKo ist diese Aktion sehr wichtig!

Wir brauchen in Deutschland und in Europa eine andere Wirtschafts- und Finanzpolitik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht die Wirtschaft.

Wir brauchen mehr Demokratie, mehr Gerechtigkeit und mehr Sozialverhalten in Deutschland, wie auch in Europa, das geht nur mit Solidarität aller Sozial und Demokratisch denkender Menschen.

Weil mit der Umverteilung von Unten nach Oben schluß gemacht werden muß. Sonst "fliegt" uns der Laden um die Ohren

Wirtschaftspolitische Unkenntnis vieler Bürger.

>>> Zu den Kommentaren


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