Das Kultusministerium mit Herrn Staatsminister Prof. Dr. Alexander Lorz plant den Wegfall des 13. Schuljahres an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Das bedeutet, behinderten Kindern die Zeit zu stehlen, die sie in der Berufsorientierung dringend benötigen. Kinder mit geistiger Entwicklungsverzögerung können sich kein Berufsfeld theoretisch erschließen, sie brauchen die Erfahrung in der Praxis. Sie brauchen diese Zeit, das Erfahrene zu verarbeiten und einzuordnen, bevor sie sich auf weitere und neue Situationen einlassen können. Wir bitten den Hessischen Landtag und das Kultusministerium: Geben sie unseren behinderten Kindern, den sozial Schwächsten, die Zeit ihren Beruf, den sie in der Regel den Rest ihres Lebens ausführen, in Ruhe auszuwählen. Machen sie nicht wieder den Fehler, Kinder durch Verkürzung der Schulzeit (G8) aus finanziellen Gründen zu benachteiligen!

Begründung

Behinderte Kinder sind nicht imstande, eine Schullaufbahn so gradlinig zu durchlaufen, wie es von Kindern an einer Regelschule erwartet wird. Sie brauchen viel mehr Zeit, sich mit neuen Umgebungen auseinanderzusetzen. Es dauert bei ihnen viel länger, bis sie ihre Fähigkeiten in den Kulturtechniken und Alltagskompetenzen über alle Schulstufen hinweg nach ihren Möglichkeiten nutzen können. Behinderte Kinder können sich nicht einfach auf dem Arbeitsamt beraten lassen, da sie es theoretisch eher nicht verstehen. Sie können auch nicht einfach mehrere Praktika hintereinander machen, da sie neue Erfahrungen nicht so schnell verarbeiten können. Es ist auch keine Option, einfach früher mit der Berufsorientierung zu beginnen, da sie in diesen Lebensjahren mit anderen Dingen und Eindrücken beschäftigt sind.

BEHINDERTE KINDER BRAUCHEN ZEIT!!!

Alle Kinder an Förderschulen mit geistiger Entwicklung sind entwicklungsverzögert! Dies steht absolut im Widerspruch, diesen Kindern aus finanziellen Gründen auch noch Zeit für ihre Entwicklung zu stehlen - hier wird mal wieder an der falschen Stelle gespart. Auch behinderte Kinder gehören zu unserer Gesellschaft.

Wir, die Eltern und die Schulen, geben unseren Kindern die Zeit, die sie brauchen, Tag für Tag. Es wäre schön, wenn auch das Kultusministerium und der Hessische Landtag diesen Kindern diese Zeit zugestehen würde.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Hiermit möchten wir im Namen aller behinderten Kinder, Eltern, Angehörige, Betreuer und Lehrer Danke sagen.
    Wir haben gekämpft, sind an die Öffentlichkeit, haben die Petition gestartet und haben sehr viele Emails an Verbände und Politiker geschrieben…

    UND … wir hatten Erfolg

    Der Wegfall des 13. Schuljahres an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung wird nicht umgesetzt.

    Wir sind sehr, sehr happy über diese Entscheidung, Vielen Dank.

    Wir möchten auch Danke sagen an Frau Anja Kornau SPD Fraktion und an Herrn Mathias Wagner Bündnis 90/ Die Grünen für ihre Unterstützung und ihre persönlichen Emails.

    Besonders tief ergriffen haben uns die vielen herzlichen Kommentare, daran erkennt man, dass es vielen Menschen sehr nahe geht, auch hier noch mal Vielen, Vielen Dank.

    Im Namen aller behinderten Kinder Vielen Dank

  • ALSFELD - (red). Vor sechs Wochen gingen sie an die Öffentlichkeit, die Eltern der Brüder-Grimm-Schule wehrten sich gegen Pläne des Kultusministeriums, die - so war überraschend bekannt geworden - vorsahen, die gängige Praxis eines 13. und 14. Schuljahres an Förderschulen abzuschaffen. Sie starteten eine Online-Petition und wandten sich in einem offenen Brief an Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz, luden ihn gar nach Alsfeld ein, um ihre Kinder und deren Bedürfnisse kennenzulernen. Zu einem Besuch aus Wiesbaden kam es bisher zwar nicht, allerdings gab es jetzt gute Nachrichten aus dem Kultusministerium. In einer persönlichen E-Mail an die betroffenen Eltern heißt es nun: "Der vorliegende Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU und der Grünen für ein Gesetz zur Änderung des Hessischen Schulgesetzes sieht vor, die von allen Beteiligten als positiv empfundene Praxis beizubehalten. Ziel dieser Regelung ist eine rechtssichere, kriterienbasierte Verlängerungsmöglichkeit des Schulbesuchs für bis zu fünf Jahre über die Vollzeitschulpflicht hinaus."

    De facto bedeutet dies im Einzelfall die Möglichkeit von 13 bis 14 Jahren Beschulung an Förderschulen. Der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ist zwar noch offen, dennoch blickt die Elternschaft diesem zuversichtlich entgegen. Schließlich hat die Maßnahme nicht nur von vielen Menschen Unterstützung erhalten, sondern auch aus den politischen Lagern der Linken und der SPD kam viel Zuspruch. "Wer sollte also dagegen stimmen?", fragen sich die Eltern rund um Schulelternbeiratsvorsitzende Pia Razingar.

    Auch viele Verbände schlossen sich dem Begehren der Eltern von Kindern mit geistiger Behinderung nach Bekanntwerden des Anliegens an: "So hat sich beispielsweise der Paritätische Wohlfahrtsverband in Hessen für den Erhalt des 13. und 14. Schuljahres eingesetzt", berichtet Mit-Initiatorin Traudi Schlitt.

    Andreas und Kathrin Maus zeichneten verantwortlich für die Online-Petition. Noch etwa zehn Tage bleibt die Petition unter "https://www.openpetition.de/!kinder" online und dort nachzulesen sind viele Kommentare, die den Eltern der Brüder-Grimm-Schule viel Mut und Zuspruch gespendet haben. "Wir sind dabei auf wahnsinnig viel Verständnis gestoßen - ganz gleich, ob von Menschen, die Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung haben oder nicht. Allen war unsere Argumentation, dass unseren Kindern bei Bedarf mehr Zeit zum Lernen zugestanden werden muss, schlüssig und klar", freut sich Kathrin Maus. Und dieses Einsehen hatte am Ende wohl auch das Kultusministerium.

    Was allerdings bleibt, ist der Eindruck, dass die Belange von Menschen mit Behinderung in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle spielen. "Wir haben zunächst gemerkt, dass sich kaum jemand für dieses Thema interessiert, dass es einfach nicht vorkommt. Wir sind zu wenige und wir haben offenbar auch keine Lobby", klagt Doris Kremer. So waren selbst die verschiedenen Verbände erst durch den Elternprotest auf das Problem aufmerksam geworden.

    www.oberhessische-zeitung.de/lokales/alsfeld/alsfeld-positives-signal-aus-dem-wiesbaden-zur-petition-der-brueder-grimm-schule_17472179.htm

  • Sehr geehrter Herr Maus,

    vielen Dank für die Zusendung Ihrer E-Mail. Als bildungspolitischer Sprecher der Fraktion antworte ich gerne auch im Namen meiner Fraktionskollegen. Wir haben uns in Gesprächen mit dem Kultusministerium für eine Lösung für die von Ihnen angesprochene Fragestellung eingesetzt.

    Im Ergebnis hat das Kultusministerium eine Klarstellung veröffentlicht. Diese finden Sie im Anhang meines Schreibens.

    Ich denke, mit dieser Lösung können wir sicherstellen, dass die Schülerinnen und Schüler weiterhin die Zeit in der Schule verweilen können, die sie benötigen. Gerne stehe ich Ihnen zu diesem und anderen bildungspolitischen Themen weiterhin zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Mathias Wagner

    Fraktionsvorsitzender
    Bildungspolitischer Sprecher

    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
    im Hessischen Landtag

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.