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Bundesregierung, Deutsches Studentenwerk(DSW) , Studentenwerke
Sehr geehrte Bundesregierung, sehr geehrtes Deutsches Studentenwerk (DSW), sehr geehrte Studentenwerke,
im Wintersemester 2015/16 wird es so viele Studenten wie noch nie in der bundesdeutschen Geschichte geben. Gleichzeitig sinkt die bundesweite Versorgungsquote von staatlich geförderten Wohnheimplätzen in Relation zur Zahl der Studenten weiterhin ab, von 9,95 % im Jahr 2014 auf nun 9,86 %. Zu Beginn des Wintersemesters sind deshalb in den deutschen Hochschulstädten wieder zehntausende Studienanfänger auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Daher fordern die Unterzeichner:
… zusätzliche Investitionen in den Neu- und Ausbau von Studentenwohnheimen; … Anreize für private Akteure, studentischen Wohnraum zu schaffen; … die Nutzung leer stehender Flächen und Gebäude wie ehemaliger Kasernen; … die Förderung alternativer Wohnraumkonzepte als Übergangslösung wie das Containerwohnen; … die Abschaffung marktverzerrender Maßnahmen wie der Mietpreisbremse.
Dôvody
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist für Studenten bereits seit Jahren unzumutbar. Nur massive zusätzliche Investitionen in den Neu- und Ausbau von Studentenwohnheimen und den allgemeinen Wohnungsbau könnten die Lage in deutschen Hochschulstädten entspannen. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam die Weichen für eine langfristige Beseitigung dieses Mangels stellen. Bürokratische Hürden im Wohnungsbau müssen reduziert werden. Wir brauchen Anreize für private Akteure, studentischen Wohnraum zu schaffen. Gerade die von der Bundesregierung in Kraft gesetzte marktverzerrende „Mietpreisbremse“ muss wieder abgeschafft werden.
Auch die Nutzung leerstehender Flächen und Gebäude, wie ehemaliger Kasernen, stellen eine Chance dar, mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ein Paradebeispiel sieht der LHG deswegen in der Umgestaltung einer Tübinger Kaserne in erschwingliche Unterkünfte.
Für die kommenden Semester fordert der LHG alternative Wohnraumkonzepte als Übergangslösung, wie das Containerwohnen, um den Ansturm der Studenten in den ersten Semesterwochen zu bewältigen.
Das Thema Wohnraum wurde viel zu lange aus der öffentlichen Debatte herausgehalten. Wenn wir in Großstädten weiterhin ein Bild wollen, das alle Bevölkerungs- und Einkommensgruppen widerspiegelt, ist ein ‚Weiter so! ‘ indiskutabel. Wir hoffen, dass dieses Nichthandeln in Zeiten der Flüchtlingskrise nicht als Steilvorlage für extremistische Parteien dient, Bevölkerungsgruppen aufgrund von Wohnungsmangel gegeneinander auszuspielen. Deshalb sollten die vielen Zauderer in den Kommunen und in den Regierungen endlich aufwachen und handeln!