Education

Der Zugang zur Ausbildung im Rehasport muss flexibler umgesetzt werden.

Petition is directed to
Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages
33 Supporters 33 in Deutschland
0% from 50.000 for quorum
  1. Launched 21/07/2019
  2. Collection yet 4 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. decision
I agree that my data will be stored. The petitioner can view my name and location and forward it to the petition recipient. I can revoke this consent at any time.

Innerhalb der letzten beiden Wochen habe ich auf zwei Wegen versucht, einen flexiblen Zugang zu einer Qualifizierung als Übungsleiterin für den Rehasport zu erlangen. Zum einen über den Landessportbund NRW, zum anderen über den Deutschen Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW. In beiden Fällen waren die jeweiligen Entscheidungsträger nicht dazu bereit, mir eine flexible Lösung zu ermöglichen.

Daher möchte ich erreichen, dass der Deutsche Olympische Sportbund [DOSB] seine Rahmenrichtlinien zur Erlangung der Übungsleiter-Lizenzen zügig und gründlich überarbeitet. Ich möchte weiter erreichen, dass die Landessportbünde und Behinderten- und Rehabilitationsportverbände in ihren Konzeptionen den Zugang zu Qualifizierung sowie die Anrechnung vorhandener Qualifikationen stärker an den im Einzelfall real vorhandenen Kompetenzen orientieren müssen.

Lösungsansätze können ggf. dem Deutschen Qualitätsrahmen für lebenslanges Lernen entnommen werden.

www.dqr.de/

cdn.dosb.de/alter_Datenbestand/fm-dosb/arbeitsfelder/Ausbildung/Rahmenrichtlinien_2006/Rahmenrichtlinien_fuer_Qualifizierung_von_2005.pdf

cdn.dosb.de/alter_Datenbestand/fm-dosb/arbeitsfelder/Ausbildung/downloads/Handreichung_DQR.pdf

Für die Erlangung der Übungsleiter-B-Lizenz mit dem Profil Rehasport sieht der DOSB folgende Reihenfolge vor [hier vereinfacht]:

  1. Basismodul Übungsleiter C
  2. Aufbaumodul Übungsleiter C

  3. Basismodul Übungsleiter B Reha

  4. Aufbaumodul Übungsleiter B Reha

Ein erheblicher Teil der Lernziele des Basismoduls Übungsleiter C bezieht sich auf allgemeinpädagogische Fragen, z.B. wie man mit Gruppen umgeht, oder wie man Teilnehmer einer Gruppe individuell fördert. Die Anerkennung von Abschlüssen aus anderen Ausbildungen regeln die Landesverbände eigenständig. Mit der Erlangung der Übungsleiter-Lizenzen des DOSB könnte man im Verein, aber auch selbstständig z.B. in der VHS Sportangebote realisieren.

Der Deutsche Behinderten- und Rehabilitationssport Nordrhein-Westfalen bietet die Qualifizierung für den Rehasport wie folgt an:

  1. Grundlagen-Modul je nach Vorbildung [3 Varianten]
  2. Profil-Modul; z.B. Psychiatrie, Neurologie, …

Mit einer Vereinsbindung und der entsprechenden Qualifizierung kann man auch ohne DOSB-Lizenz Angebote realisieren. Vereinsbindung bedeutet hier, dass man nur als Mitarbeiterin bzw. Mitglied eines Vereins Maßnahmen anbieten darf, nicht aber selbstständig.

Reason

Mit dem Verweis auf meine Ausbildung und Berufserfahrung sowie auf Terminüberschneidungen beantragte ich beim Landesportbund NRW einen flexibilisierten Qualifizierungsweg. Dabei ging es mir hauptsächlich um zwei Dinge:

• Abweichung von der Reihenfolge bezüglich der Basis- und Aufbaumodule • Prüfung der Anrechnungsmöglichkeiten im Hinblick auf meine berufliche Qualifikation

Konkret hatte ich danach gefragt, mich wie folgt für die kostenpflichtigen und nicht billigen Kurse [teils Wochenende, teils während der Woche] anmelden zu dürfen:

  1. Aufbau-Modul [Beginn 22.07.]
  2. Basis-Modul ÜL-C [Beginn 14.09.]
  3. Basis-Modul ÜL-B Reha Erwachsene [Beginn 21.09.]
  4. Aufbau-Modul ÜL-B Reha Erwachsene Neurologie [Beginn 03.10.]

Meine berufliche Qualifikation stellte ich dem Vorstand des LSB NRW wie folgt dar:

        1. Staatsexamen der Fächer Pädagogik und Geografie für das Lehramt der Sekundarstufen II und I
  • langjährige Tätigkeit als Lehrkraft im Schuldienst der SEK I, inklusive langjährige Klassen- und Jahrgangsstufenleitung
  • langjährige Tätigkeit in der Schulleitung, inklusive Zuständigkeit für die Unterrichtsverteilung im Fach Sport
  • zahlreiche Fortbildungen und Qualifizierungen in den Bereichen individuelle Förderung, Unterrichtsentwicklung, kooperatives Lernen
  • zahlreiche Fortbildungen und Qualifizierungen in den Bereichen Leitungs- und Verwaltungshandeln, Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • zurzeit Belegung eines Fernlehrgangs zur Vorbereitung auf die amtsärztliche Prüfung zur Erlangung der Heilpraktikererlaubnis

Der Vorstand des Landessportbundes NRW lehnte den Antrag mit Schreiben vom 17.07.2019 vollständig ab, forderte keinerlei Belege, Zertifikate o.Ä. ein und erklärte das Verfahren für abgeschlossen.

Für die vorliegende Petition ergänze ich im Hinblick auf das Aufbaumodul Übungsleiter B Neurologie, dass ich mich im Rahmen des oben erwähnten Lehrgangs ausgiebig mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt habe und dies auch hätte nachweisen können.

Eine Erkundigung beim Justiziariat der Geschäftsstelle des DOSB ergab, dass der DOSB kein Aufsichtsgremium über die Landessportbünde sei. Wie beim Landessportbund NRW die Anerkennung anderer Ausbildungen und mögliche Einzelfallprüfungen gehandhabt würden, sei dem Justiziariat der DOSB-Geschäftsstelle nicht bekannt.

Daraufhin versuchte ich, mit dem Deutschen Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW [DBRSNW] zu einer Lösung zu kommen. Ich wurde sehr freundlich und gut beraten und fand auch sofort einen Verein, der Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit zeigte. Die erhoffte Flexibilität des DBRSNW stellte sich dann aber als Irrtum heraus, all meiner Vorqualifikation und Berufserfahrung fehle der Bezug zum Sport und daher sei auch hier keinerlei Anerkennung und keinerlei terminliche Abweichung möglich.

Zum Zwecke der Petition ergänze ich hier wie folgt:

Als Referendarin begleitete ich bereits in meiner Ausbildung eine Gruppe von etwa 12 Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 während einer Klassenfahrt auf einer 1-2 stündigen Radtour und auf einer etwa 1-2 stündigen Kanutour. Das habe ich nicht zertifiziert bekommen, aber ist das kein Sport?

Mit der von mir langjährig geleiteten Klasse von 27 [!!!] Jugendlichen ging ich im Rahmen der "Bewegungslehre" – sozusagen als Vertretungslehrerin im Fach Sport – regelmäßig auf einen etwa 45-minütigen Spaziergang. Das habe ich nicht zertifiziert bekommen, aber ist das kein Sport?

Als Lehrerin leitete ich einmal eine Gruppe von etwa 10 Mädchen in einer Projektwoche: Mädchenfußball. Das habe ich nicht zertifiziert bekommen, aber ist das kein Sport?

Ich könnte diese Liste noch erweitern, lass es aber dabei.

Die Haltungen des Landessportbundes NRW und des Deutschen Behinderten- und Rehabilitationsverbandes NRW lassen damit aus meiner Sicht eine sachgrundlose Unflexibilität bzw. eine nur begrenzte und nicht kompetenzorientierte Flexibilität erkennen. Darüber hinaus ist auf Seiten der Entscheidungsträger hier

• die Minderbewertung bzw. Fehlbeurteilung eines Lehramtsstudienganges Pädagogik sowie • die Minderbewertung bzw. Fehlbeurteilung des Wertes und der Inhalte beruflicher Erfahrung und beruflicher Fort- und Weiterbildung im Hinblick auf eine Tätigkeit im Schuldienst

zu vermuten.

Beide Verbände tragen mit dieser Haltung nicht zur Förderung des Sportes in der Gesellschaft und auch nicht zur Qualitätssicherung im Rehasport bei, da die de facto vorhandenen Kompetenzen nicht zählen. Dies wäre aber ein unerlässlicher Schritt der realen Qualitätssicherung, die über das Abhaken formaler Vorgaben hinausgeht. Dem muss seitens des DOSB und anderer Stellen u.a. durch die Überarbeitung der Rahmenrichtlinien entgegengewirkt werden.

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Thank you for your support, Anke Kirste from Wiehl
Question to the initiator

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News

  • Liebe Mitzeichnende,

    auch ein weiterer Verband sah keine Möglichkeit, mir einen Zugang zur Qualifizierung zu ermöglichen.

    Daraufhin habe ich in meinem Facebook-Profil das mitgesandte Bild gepostet. Ich werde weitere Posts zum Thema "Gerechte Bewertung von Bildung und Beruf" vorbereiten.

    Vielen Dank für Eure Mitzeichnung.

    Viele Grüße
    Anke Kirste

  • Liebe Mitzeichner/innen,

    auf die Mail an verschiedene Vertreter beim DBS habe ich bisher keine Antwort erhalten.

    Ich habe den Petitionstext auch noch auf einem anderen Weg weiter geleitet.

    Insbesondere die Rückmeldungen von Personen, die schon seit langem im Rehasport tätig sind und immer wieder ihre Lizenzen erneuern müssen, zeigen mir, dass es im Zusammenhang mit dem Lizenzsystem tatsächlich ein paar Fragezeichen gibt. Schickt mir bitte gerne eure Berichte und Erfahrungen. Das geht über das Feld "Fragen an den Initiator", welches ihr am Ende des Petitionstextes findet.

    Und verbreitet bitte die Petition weiter.

    Vielen Dank für eure Unterstützung.

    Viele Grüße

    Anke Kirste

  • Liebe Unterstützende,

    nachdem der DBRSNW weiterhin keinerlei Möglichkeiten zur Flexibilisierung sieht, und sich dabei u.a. auf die Rahmenvorgaben des Dachverbandes DBS bezieht, habe ich gestern eine Nachricht an mehrere Führungskräfte beim DBS geschickt. Mal sehen ...

    Nochmals vielen Dank für Eure Unterstützung und bitte verbreitet die Petition weiter.

    Viele Grüße
    Anke Kirste

pro

Not yet a PRO argument.

contra

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • on 08 Aug 2019

    Als Kneipp Landesverband erhalten wir viele Anfragen, die die Ausbildungen betreffen. Hier ist eine Verschlankung dringend notwendig.

  • on 05 Aug 2019

    Habe 35 Jahre Erfahrung rehasport und fachausbildung als Lehrerin sek II Sport. Und soll mit Vereins ÜL dieselben aus oder Fortbildungen machen.

  • on 29 Jul 2019

    Selbstbetroffen

  • on 29 Jul 2019

    Ich finde dass die Vorqualifizierung ein wichtiger Grundstein zur Festlegung von Grundausbildung und Refresher sein muss. Es ist wohl ein gewaltiger Unterschied ob der Rehasport von der Hausfrau oder dem Klemptner oder einem Sportwissenschaftler oder Physiotherapeut durchgeführt wird. Da liegen die Grundlagen doch weit auseinander.

  • Mirko Caspary Wuppertal

    on 25 Jul 2019

    ja und das sofort.

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