Zunächst an der Stelle der Hinweis, dass es sich im Folgenden um meine persönliche Meinung handelt. Auch wenn die Schilderungen die Ansichten der meisten meiner Kameraden widerspiegeln, so handelt es sich leider NICHT um eine offizielle vom Vorstand unterstützte Aktion der Einsatzabteilung oder des Feuerwehr-Vereins Lorchhausen. Die Interessen der übrigen Kameraden bleiben somit gewahrt.

Weiter entzieht sich der Inhalt sämtlicher Kommentare meinem Einflussbereich. Von Kommentaren mit unverhältnismäßigen Äußerungen oder gar Beleidigungen distanziere ich mich ausdrücklich. Der Rest ist gern willkommen.

Und nun zum eigentlichen Thema:

Nach einem unabhängigen Gutachten, dem sog. "Bedarfs- und Entwicklungsplan" der Stadt Lorch, stehen gleich mehrere kleine Ortsteil-Wehren vor dem Aus.

Darin bemängelt werden u.a. die schlechte Bausubstanz der Gebäude, die beengten Platzverhältnisse, fehlende Parkplätze für die Einsatzkräfte, die Anbindung an das Straßennetz (Stichwort "Kreuzverkehr"), sowie fehlende Abgasabsauganlagen und getrennte Umkleidebereiche.

Zudem sind nach aktuellen Statistiken von über 100 freiwilligen Feuerwehrleuten im gesamten Stadtgebiet tagsüber bestenfalls 17 (!) verfügbar. Unter der Augenwischerei, primär diesen Kräftemangel absorbieren zu wollen, sollen jetzt die Wehren Wollmerschied und Ransel sowie Lorch und Lorchhausen verschmolzen werden.

Für weitere Details lesen Sie auch bitte die folgenden Pressestimmen:

www.rheingau-echo.de/nachrichten/region/lorch/bedarfs-entwicklungsplanung-id15007.html

www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/lorch/lorch-fasst-heisses-eisen-an_15098444.htm

www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/lorch/lorcher-feuerwehren-stehen-vor-markanten-veraenderungen_15137721.htm

www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/lorch/petition-gegen-fusion-der-lorcher-mit-der-lorchhaeuser-feuerwehr_15138460.htm

www.wiesbadener-tagblatt.de/lokales/rheingau/lorch/auch-die-wollmerschieder-feuerwehrleute-wehren-sich-gegen-fusion_15148533.htm

Begründung

Selbst wenn die geplanten Zusammenlegungen vollzogen werden, so stehen unter der Woche von 5 bis 17 Uhr trotzdem nicht mehr Einsatzkräfte zur Verfügung als bisher! Schließlich fahren fast alle nach wie vor weit außerhalb zur Arbeit.

Zugegeben könnte man dann zwar mit zum Beispiel zweimal drei Mann ein Fahrzeug komplett besetzen statt zwei Fahrzeuge unvollständig, der Bevölkerung hat man die Sache jedoch weitaus optimistischer zu verkaufen versucht. Auf kritische Nachfragen antwortete man auf den Infoveranstaltungen politisch-typisch nur mit Ausflüchten und schwammigem Gerede.

Da kommt also ein Gutachter daher und bemängelt fehlende Abgasabsauganlagen, fehlende getrennte Umkleiden, die Parkplätze für die Einsatzkräfte oder die Unterbringung von Einsatzfahrzeugen, die es ohne die zu 100% selbst finanzierten Mittel nicht einmal gäbe! Ja Potz-Blitz, dann müsste man ja bundesweit jede zweite Wehr schließen!

Vielleicht säße man aber tatsächlich zwei Sekunden eher im Auto, wenn der Spind des benachbarten Kameraden etwas weiter weg oder man von der imaginären Kameradin in Unterwäsche nicht mehr so abgelenkt wäre. Abgase sind irrelevant, sofern man die Karre einfach so lange wie möglich aus lässt. Zudem bietet spätestens der Parkplatz des seit Jahren leer stehenden Hotels Rheingold die nötigen Reserven. Vielleicht entsprechen unsere Gerätehäuser nicht mehr den aktuellen Normen aber so lange nicht wir selbst dagegen protestieren, sollte man angesichts der leeren Kassen einfach mal die Finger von solchen unsinnigen Projekten lassen und nach Alternativen suchen.

Die meisten Mitglieder dieser "beengten" Wehren schätzen genau diesen kleinen Rahmen und das was sie haben! Sie werden weder aus besserem Equipment noch aus einer Verdreifachung der Einsätze eine gesteigerte Motivation generieren. Es wäre interessant zu wissen, bei welcher Wehr mit Kübelspritze der Gutachter diese Entwicklung beobachten konnte. Wer am Ende eines noch so objektiven Gutachtens zu letztlich derart emotionalen Schlussfolgerungen kommt, von dem hätte man auch erwarten können, dass er sich dazu evtl. vorher mal die Meinungen der Ortsteile einholt. Vielleicht hätte das im Vorfeld schon zu klareren Verhältnissen geführt?

Mindestens drei der Lorchhäuser Kameraden wohnen schon lange in Lorch oder zumindest näher an der Wache Lorch als an der Wache Lorchhausen. Warum hat seither wohl kein Wechsel stattgefunden?

Auch die kleinen Wehren sind hoch angesehen, funktionieren mit dem was sie haben und unterhalten zusätzlich gesunde Vereine, die einen Großteil der Ausrüstungsfinanzierung und das Ortsgeschehen ausmachen. Die Erfahrung mit anderen Vereinen hat gezeigt, bricht der aktive Teil einer Gruppierung weg, ist nur kurze Zeit später auch der Rest verschwunden. So weit muss es nicht kommen. Mit der geplanten Nummer wird sich Lorch ordentlich verheben. Also denken Sie besser JETZT nochmal darüber nach.

Weiter zeigt sich auch hier, dass man im Rathaus offenbar noch immer nicht rechnen kann: Man möchte also min. zwei kleine Gerätehäuser, deren jährliche Kosten kaum mehr als einige tausend Euro ausmachen, schließen, und stattdessen lieber für paar Millionen Euro neu bauen!? Dass hier Landesmittel bis max. einem Drittel beantragt werden können, ändert nichts an der Tatsache, dass der Rest einfach fehlt!

Also mehr politischer Wahnsinn und Fehleinschätzungen auf einem Fleck gehen kaum!

Rund 15 aktive gut ausgebildete Lorchhäuser Kameraden werden die Durchsetzung des Vorhabens mit einem Austritt quittieren. WIR haben uns das bereits sehr gut überlegt! Sie auch, Herr Bürgermeister?

Wir sind gerne bereit in Eigenleistung den ein oder anderen Mangel zu bereinigen, um so den "Status gelb" oder besser "orange" unseres Gerätehauses zu erhalten. Im Prinzip muss seit Jahrzehnten das Dach gemacht werden. Der Rest macht eigentlich nicht den Eindruck als müsse man bereits die Decke stützen.

Wir bedanken uns bei unserem Stadtbrandinspektor sowie seinem Stellvertreter, die - wie bereits in der Vergangenheit - unermüdlich nach Lösungen suchen und einiges am Laufen halten, das längst nicht mehr selbstverständlich ist. Schade nur, dass hier seither die Stimmen aus dem Rathaus auf sich warten lassen...

Werdet endlich wach!

Wir sind für jede Unterstützung dankbar!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Am Abend des 1. September haben die 19 Stadtverordneten der Stadt Lorch, bestehend aus SPD, CDU und dem ursprünglichen Antragsteller FWG, gemeinsam einen Entwurf erarbeitet und überraschend einstimmig auf den Weg gebracht.

    Die Stadtverwaltung wird beauftragt die Kosten für die Beseitigung der Mängel zu errechnen. Alternativ dazu werden auch die Kosten der fiktiven Fusion mit der Kernstadt ermittelt.

    Geplant ist dann in letzter Konsequenz jenen Weg zu wählen, der mit der höheren Personaldecke einhergeht. Und das kann - wie jedem bekannt sein sollte - nur der Erhalt des Lorchhäuser Feuerwehrhauses sein.

    Nach Rücksprache mit dem Prüfenden Ingenieur, der die Lorchhäuser Unterkunft schon am kommenden Dienstag unter die Lupe nimmt, wird der Stadtverwaltung nach Übergabe des offiziellen Berichtes dann noch eine letzte Kulanz gewährt, die beschriebenen Zustände unverzüglich (d.h. ohne schuldhafte Verzögerungen) zu bereinigen.

    Ab diesem Zeitpunkt der bereits angekündigten Bewertung "rot", geht die Verantwortung rund um die Lorchhäuser Unterkunft auf den Bürgermeister als oberste Instanz der Feuerwehr, über.

    Ich berichte in der Sache weiter.

  • Wer möchte, kann unter folgendem Link das Statement der Feuerwehrkameraden bewerten oder auch kommentieren.

    www.rheingau-echo.de/nachrichten/region/lorch/appell-stadtverordneten-id24381.html

    Vielen Dank für Eure Unterstützung!

  • Zur nächsten Stadtverordnetensitzung am 1. September hat die Freie-Wähler-Gemeinschaft Lorch einen Antrag zum Erhalt der Feuerwehr Lorchhausen eingereicht.

    Da die FWG derzeit eine Koalition mit der SPD bildet und theoretisch 11 von 19 Stimmen inne hat, müsste die Abstimmung positiv verlaufen.

    Zuvor fand ein Gespräch und Vorort-Termin mit den betroffenen Kameraden statt, die sich freilich sehr dankbar zeigen.

    Da der nächste Prüftermin bereits am 6. September stattfindet, ist die große Frage, ob man es hier im Falle eines Abstimmungserfolgs noch auf einen gemeinsamen Nenner bringt...

    Ich berichte weiter.

Pro

Die Problematik wird auf vorgeschlagenem Weg nicht beseitigt, eher gestaltet sie sich komplizierter! Es ist gegen eine gut ausgebildete eigenständige Wehr im Ort doch wegen Mängel, die man vielleicht mit gutem Willen anders beheben kann nichts einzuwenden. DIE FEUERWEHR MUß IM ORT BLEIBEN!!!

Contra

Noch kein CONTRA Argument.