Die Pinel gGmbH fordert, dass ihre Einrichtung für 40 psychisch kranke Menschen in Berlin-Schöneberg erhalten bleibt.

Begründung

Problem

Das Gebäude, in dem die Einrichtung untergebracht ist, soll an den Meistbietenden verkauft werden. Der Eigentümer und Verkäufer, der Konzern Vivantes GmbH, der sich gerne als „Netzwerk für Gesundheit“ vermarktet, dabei jedoch bleibt, was er ist, nämlich ein profitorientiertes Wirtschaftsunternehmen (zu 100 % landeseigen), nimmt zwar das Gebot der Betreiberin Pinel gGmbH zur Kenntnis, behandelt es aber wie eines von vielen – ausschließlich nach der Höhe. Bietet einer mehr Geld für das Gebäude, bekommt er es. Auch, wenn dabei die Kranken das Nachsehen haben. Soweit die Logik des Gesundheitsnetzwerks Vivantes.

Nun scheint es einen wirtschaftlich reizvollen Interessenten mit einem für Vivantes lukrativen Angebot zu geben, der das Gebäude zu Eigenbedarfszwecken erwerben will, was dann bedeuten könnte, dass die Pinel gGmbH mit ihrer Einrichtung das Gebäude innerhalb eines Jahres verlassen muss.

Hintergrund

Die Pinel gGmbH kümmert sich in vier Berliner Bezirken (Pankow, Lichtenberg, Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf) um eine gemeindenahe psychosoziale Versorgung von Menschen mit geistiger oder psychischer Beeinträchtigung. Mit rund 300 Beschäftigten hält sie zahlreiche Betreuungs- und Hilfsangebote für über 600 chronisch kranke Menschen aufrecht.

Im Berliner Bezirk Schöneberg gibt es ein Wohnhaus für 40 psychisch kranke Menschen, das von der Pinel gGmbH betrieben wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pinel versuchen dort, die Forderungen des Namensgebers der Gesellschaft, Philippe Pinel, zu berücksichtigen und weitestmöglich umzusetzen: den Menschen ganzheitlich zu betrachten, Integration als unverzichtbares Element von Heilung zu begreifen sowie eine volle Inklusion und uneingeschränkte Menschenrechte auch für chronisch Kranke zu verwirklichen.

Dies ist nur möglich, wenn die betreuten Menschen mitten in der Stadt bleiben und nicht in Heime an den Rand Berlins zurückgedrängt werden, denn das wäre eine Abkehr von den Inklusionsbemühungen der Psychiatriereform. Für die Bewohnerinnen und Bewohner wäre das eine Katastrophe.

Helfen Sie daher der Pinel gGmbH, insbesondere aber den 40 psychisch kranken Menschen aus der Einrichtung in Berlin-Schöneberg, mit Ihrer Unterschrift, damit Vivantes doch noch einlenkt und die Wohnungen erhalten bleiben! Unterzeichnen Sie jetzt! Vielen Dank!

Michael Gollnow, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Pinel gGmbH

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Neuigkeiten

  • Sehr geehrte Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Online-Petition zur Rettung des Wohnhauses Dominicusstr.

    Vor fast zwei Jahren begann ein Ringen um den Erhalt des Wohnhauses Dominicusstr., ein Ort der bezirklichen gemeindepsychiatrischen Pflichtversorgung, dessen Betreuungsangebot sich an Menschen richtet, die wegen schwerer psychischer Beeinträchtigungen auf eine intensive Unterstützung und Betreuung rund um die Uhr angewiesen sind. Durch eine öffentliche Ausschreibung im Bieterverfahren durch die Vivantes GmbH geriet die Einrichtung in Gefahr eines Verlustes ihres Standortes und damit auch die Beheimatung ihrer Bewohner und Bewohnerinnen zu verlieren.
    Die Option eines Bieterverfahrens, nämlich das Objekt an den Meistbetenden zu veräußern, ist ein Prozess, dessen Anwendung sich aus der immer weiter voranschreitenden Gentrifizierung unserer Stadt ableitet. Hintergrund hierbei ist ein sozioökonomischer Strukturwandel bestimmter großstädtischer Viertel im Sinne einer Abwanderung ärmerer und eines Zuzugs wohlhabenderer Bevölkerungsgruppen. Parallel kommt es zu einem Anstieg des Wohnpreisniveaus. In Berlin sind in den letzten Jahren die Preise für Immobilien so rasant wie nirgendwo in Deutschland gestiegen. Die Folge ist eine dramatische Reduzierung von bezahlbarem Wohnraum.
    Diese Entwicklung hat natürlich aus Auswirkungen auf Wohnprojekte die von Menschen mit einer psychischen Erkrankung, also einer Bevölkerungsgruppe mit niedrigem Einkommen, genutzt werden. Gemeinnützige Träger der psychosozialen Versorgung sind also vor die Herausforderung gestellt, wollen sie die genutzten Objekte behalten, selbst Gebäudeeigentum zu erwerben. Ein Bieterverfahren zeigt aber auch Grenzen auf, da die Liquidität von gemeinnützigen Unternehmen nicht ins Unermessliche geht. Noch von viel größerer Bedeutung ist aber die gesellschaftspolitische Konsequenz, die Verdrängung von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung aus ihrem angestammten Kiez und Wohnumfeld, die sich fast ausschließlich im SGB XII – Bezug befinden. Diese Auswirkung bedrohte auch das Wohnhaus Dominicusstr.
    Der Fortbestand einer psychosozialen Versorgung und der von der vor Ort geleisteten integrativen Arbeit waren gefährdet. Die Menschen die unser Betreuungsangebot in Form des Wohnhauses Dominicusstr. nutzen, sind in diesem Kiez fest verwachsen. So eine Verwurzelung oder besser noch eine Beheimatung ist ein Prozess, der sich über viele Jahre hin entwickelt.
    Der Lebensraum von Menschen mit einer chronischen psychischen Erkrankung entsteht in einem Kiez durch eine Belebung und Erschließung des Sozialraumes durch die Akteure selbst, gemäß ihren Fähigkeiten und Ressourcen über die sie verfügen.
    Dieser Prozess braucht seine Zeit. Er beinhaltet ein gegenseitiges Kennenlernen, zwischen den Bewohnern des Wohnhauses und den umliegenden Anwohnern und Geschäften.
    Ängste und Vorurteile werden überwunden. Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses Dominicusstr. gelingt es Vertrauen zu fassen und man wagt sich, die Ängste überwindend aus dem vertrauten schutzbietenden Bereich heraus und zeigt die Bereitschaft sich auf neue Beziehungen und Interaktionen einzulassen.
    Man weiß von einander und man kennt sich. Das Straßenbild bestimmen die Menschen, die hier wohnen.
    Inklusion, ein Wort das oft benutzt wird findet hier seine Bedeutung. Im Besonderen in einem kleinen Kooperationsprojekt zwischen dem Wohnhaus Dominicusstr. und der evangelischen Nachbargemeinde „Alt-Schöneberg“.
    Seit sechs Jahren feiern wir zweimal im Monat mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Dominicusstr. und den Mitgliedern der benachbarten Kirchengemeinde gemeinsame Andachten. Neben dem geistlichen Angebot handelt es sich hier eben auch um ein soziales Event, das auf einem gegenseitigen Achten und Respektieren beruht, - also eine gelebte Inklusion.
    Dieser Bestand, ein mit Leben gefüllter Sozialraum zwischen Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung und den übrigen Bewohnern des Kiezes, drohte nun zu zerbrechen.
    Es hätte eine Verlegung der Bewohnerinnen und Bewohner stattgefunden. Da bezahlbarer Wohnraum nicht im Bezirk als auch im Zentrum der Stadt zur Verfügung steht wäre eine Verlegung in andere Einrichtungen am Stadtrand die Alternative gewesen.
    Durch eine gezielte und effektvolle Öffentlichkeitsarbeit, unter Einbindung der Politik, des Abgeordnetenhauses und des Bundestages, sowie des Wohlfahrtsverbandes, der Kirche, des Angehörigenverbandes als auch der Medien in Form der Presse, des Fernsehens und nicht zuletzt durch Ihre Unterzeichnung der Online-Petition, gelang es auf das Problem aufmerksam zu machen.
    So entstanden eine Öffentlichkeit und eine Lobby, die sich für die Interessen unser BewohnerInnen einsetzte. In der Konsequenz und auch unter der Anwendung einer neuen Liegenschaftspolitik des Senats erhielt Pinel schließlich den Zuschlag für den Erwerb des Wohnhauses.
    Am 27. November wurde der Kaufvertrag zwischen Pinel und Vivantes unterzeichnet.
    Die BewohnerI

Pro

Die psychisch-kranken Menschen haben ein Recht in ihrem Wohnhaus zu bleiben wo sie von Mitarbeitern der Pinel gGmbH seit Jahren professionell gepflegt werden. Das Gesetz verbietet doch, dass Vivantes als landeseigener Gesundheitsbetrieb eine Immobilie die sie für ?1 vom Staat (dem Steuerzahler!) geschenkt erhielt versucht für ?2,5Mill privat zu verkaufen. - Nein, der Immobilienmakler Vivantes muss das Wohnhaus für ?1 an den Staat (so ein Weiterkauf war nicht im Vertrag) zurückgeben, - oder eine Lösung muss zwischen Staat, Vivantes und Pinel als bleibender Mieter/Käufer ausgearbeitet werden!

Contra

Petition Bürgerversicherung und Volksentscheid und es ist Geld da für öffentliche Trägerschaften. Ansonsten können solche Petitionen mit der Forderung kleiner Kinder verglichen werden, die ein Bonbon aus der leider leeren Dose haben wollen...