Studierende der Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt Sonderpädagogik) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fordern den Erhalt der AG Sonderpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft an der JGU Mainz sowie die für den Fortbestand notwendigen personellen und finanziellen Mittel.

Begründung

2009 ratifiziert Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention und verpflichtet sich dadurch, für Inklusion und damit für die Rechte von Menschen mit Behinderung einzustehen. 2017 will die Johannes Gutenberg-Universität Mainz diejenige Arbeitsgemeinschaft am Institut für Erziehungswissenschaft abschaffen, die sich mit den Rechten von Menschen mit Behinderung auseinandersetzt und damit einen zentralen Bestandteil von Inklusion darstellt. Eine Abschaffung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Sonderpädagogik ist weder auf professioneller, noch auf gesellschaftlicher Ebene vertretbar. Die AG Sonderpädagogik setzt sich seit mehreren Jahrzehnten wissenschaftlich mit grundlegenden sonderpädagogischen Inhalten in Bezug auf die gesamte Lebensspanne auseinander. Neben angeborenen kognitiven und körperlichen Behinderungen, liegt der Fokus der Sonderpädagogik auch auf durch Umweltfaktoren erworbene Beeinträchtigungen (bspw. Zerbrechen familiärer Bindungen, psychische Erkrankungen, medizinischer Fortschritt, Migration/Flucht). Durch die Studieninhalte - Psychoanalytische Pädagogik - Inklusion, Partizipation und Empowerment in den Bereichen Wohnen, Leben, Arbeit, Freizeit, Bildung - Spezielle Förderung ist die AG Sonderpädagogik der JGU Mainz mit ihrer außerschulischen Ausrichtung einzigartig in Deutschland. Gerade in Zeiten, in denen Themen wie Inklusion und Integration von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung sind, bedarf es einer Arbeitsgemeinschaft, die sich diesen Themen sowohl in Wissenschaft als auch Lehre verpflichtet. Eine Abschaffung der AG Sonderpädagogik würde zu einer massiven Einschränkung kritischer wissenschaftlicher Auseinandersetzung sowie dem Verlust von Vermittlung fachspezifischen Wissens und dessen Weiterentwicklung durch empirische Forschung führen. Dies bedeutet eine konkrete Entprofessionalisierung von (außerschulischer) sonderpädagogischer Wissenschaft, Lehre und Praxis. Auch im Hinblick auf die geographische Lage der JGU Mainz im Rhein-Main-Gebiet ist eine Abschaffung der AG Sonderpädagogik unverantwortlich. In den vergangenen Jahrzehnten entstand dort eine eng vernetzte sonderpädagogische Organisations- und Institutionslandschaft, welche u.a. durch von der JGU qualifizierte Fachkräfte getragen wird. Durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich Deutschland nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich verpflichtet. Demnach hat die AG Sonderpädagogik auch eine konkrete Verantwortung gegenüber der gesamten Gesellschaft. Betrachtet man die aktuelle Umsetzung von Inklusion, wird deutlich, dass ihr grundlegendes Ziel – nämlich die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen am gesamtgesellschaftlichen Leben - noch in weiter Ferne liegt. Aktuell findet Inklusion hauptsächlich auf struktureller Ebene statt. Entscheidend für eine gelungene Umsetzung ist jedoch darüber hinaus eine Veränderung in der Haltung der Gesellschaft. Katzenbach spricht an dieser Stelle von der „Inneren Seite“ von Inklusion. Durch die psychoanalytisch-pädagogische Ausrichtung der AG Sonderpädagogik ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit eben diesem Aspekt möglich: unbewusste Beziehungsdynamiken, Ein- und Ausgrenzungsprozesse, Teilhabe und Partizipation können auf dieser Grundlage besser sichtbar gemacht, rekonstruiert und verstanden werden. Das Fortbestehen dieser eigenständigen Arbeitsgemeinschaft ist notwendig, um sich den angeführten sonderpädagogischen Fragestellungen tiefgehend widmen zu können. Aktuell kann nur mit einer eigenständigen Sonderpädagogik der Weg hin zu Inklusion in Struktur und Haltung geebnet werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Tabea Keinath aus Mainz
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