Wir sagen NEIN zur Schulfusion Herzberg/Hattorf und Schließung des Standortes Wulften. Am 16.02.2018 wurde veröffentlicht, dass die Kreisverwaltung vorschlägt, die Oberschule Hattorf mit Herzberg zu fusionieren. Dies soll schon zum neuen Schuljahr (01.08.2018) geschehen. Die Außenstelle Wulften hat nach Angaben des Kreisrates keine Zukunft und soll zum Schuljahresende geschlossen werden. Der Landkreis wird nach eigenen Angaben keine weiteren Gelder in den Standort Wulften investieren. Die Fusion und Schließung der Außenstelle bedeutet nach bisherigem Stand, dass zum neuen Schuljahr 18/19 die 8. – 10. Klassen (eventuell auch die 7. Klassen) nach Herzberg zur Schule gehen und die neuen 5. und 6. Klassen in der Außenstelle Hattorf unterrichtet werden.
Grundlage für diesen Vorschlag der Kreisverwaltung bildet eine Elternbefragung des Landkreises, in der begründet wird, dass eine Oberschule zweizügig laufen müsse und dazu ca. 48 Schülerinnen und Schüler im Jahrgang benötigt werden. Der OBS Hattorf/Wulften wurden hierbei nach den Hochrechnungen der Umfrage für die nächsten Jahre zwischen 26 – 39 Schüler pro Jahr prognostiziert. Da der Schulleiter zum Schuljahresende in den Ruhestand geht und seine stellvertretende Schulleiterin sich an einer anderen Schule beworben hat, müsste die Schulleitungsstelle neu besetzt werden. Dies soll laut Landesschulbehörde aber nicht geschehen. Durch die Fusion würde diese Stelle eingespart werden, da der Standort Hattorf unter die Schulleitung Herzbergs fallen würde. Wir beantragen, dass die derzeitige Eigenständigkeit der OBS Hattorf mit der Außenstelle Wulften erhalten bleibt und keine Fusion mit Herzberg stattfindet. Zudem soll die Schulleitungsstelle schnellstmöglich ausgeschrieben werden.

Begründung

  • Die sehr guten Ergebnisse unsere Schule bei der Schulinspektion im Januar 2017, insbesondere in den Bereichen „Unterrichtsqualität“, „Differenzierung“ und „kollegiale Zusammenarbeit“, werden von den Verantwortlichen nicht gewürdigt.
  • Die Abwicklung einer Schulfusion und Schließung eines Standortes kommt ohne Anhörung und Beteiligung des Schulvorstands, der Eltern und Lehrer in weniger als einer Woche.
  • Die Befragung des Landkreises bildet den tatsächlichen Zuspruch für die OBS Hattorf wegen einer zu geringen Beteiligung der infrage kommenden Eltern nicht angemessen ab.
  • Bei der Elternbefragung wurde nicht auf die Tragfähigkeit und Wichtigkeit der Aussagen hingewiesen. Ebenfalls fehlte ein Abgabedatum.
  • Die OBS Hattorf/Wulften ist gut ausgestattet und speziell der Standort Hattorf ist neu saniert wurden (neue Mensa, Zäune, Smart- u. Whiteboards, Renovierungsarbeiten).
  • Die räumlichen Kapazitäten in Hattorf und Wulften reichen für die nächsten 4 Jahre für eine mehr als vollständige Auslastung aller Klassen. (Hierbei wären Differenzierungsräume aufgrund der Auslastung nicht einmal möglich. Ein Leerstand von Räumen oder eine ineffiziente Nutzung kommen keinesfalls infrage.)
  • Die Schließung des Standortes Wulften wäre nur der Anfang einer anschließenden Schließung des Standortes Hattorf, da letztendlich ökonomische Pläne entwickelt werden, um diese Kosten ebenfalls einzusparen.
  • Der vorgegebene Teilungsschlüssel für zwei Klassen liegt bei 29 Schülern, sodass die OBS Hattorf mit ihrem prognostizierten Schülerzahlen aus der Befragung, sowie der aktuellen Prognose aus der SEP immer eine Zweizügigkeit in den nächsten 4 Jahren erreichen würde.
  • Die Zahl von 48 Schülern pro Jahrgang impliziert relativ große Lerngruppen, die in Zeiten der inklusiven Beschulung nicht lernförderlich sind. Gerade zu Zeiten der Inklusion ist es von äußerster Wichtigkeit, dass die Schülerinnen und Schüler in kleinen Lerngruppen gefördert und gefordert werden. Ab 29 Schülern dürfen kleineren Lerngruppen gebildet werden, somit wäre eine Zweizügigkeit erreicht.
  • Die Befragung zählt nicht die Doppelwertigkeit der inklusivbeschulten Schüler. Da die OBS in vielen Klassen ein oder mehrere Inklusionsschüler unterrichtet, würden sich die Berechnung der tatsächlichen Schülerzahlen verändern. Das hat wiederum Einfluss auf die Größe der Lerngruppe und den Teilungsfaktor. Die prognostizieren Zahlen sind somit unglaubwürdig.
  • Zur Zeit hat die OBS Hattorf kleine bis mittelgroße Lerngruppen. Die Fusion mit Herzberg würde bedeuten, dass es größere Klassen und neue Klassenzusammensetzungen geben
    wird. Die bestehenden Klassengewohnheiten und – verbände, in die sich die Schüler eingelebt haben, würden aufgebrochen werden.
  • Die Schüler müssten weitere Fahrtwege und frühere Aufstehzeiten in Kauf nehmen. Zudem kommen höhere Fahrtkosten auf das Land zu.
  • Die OBS Hattorf hat ein breites sport- und musikkulturelles Angebot geschaffen mit einem breitgefächerten AG-Angebot, Fahrten, Kulturveranstaltungen (Kulturabend, Weihnachtsmarkt u.v.m.), für das sich die Schüler explizit an dieser Schule entschieden haben.
  • Die kleinere dörflichere Schulgemeinschaft schafft bei einer kleineren Schülerschaft und kleineren Lerngruppen ein familiäres Miteinander, besseren Zusammenhalt und eine Zusammenarbeit, für das sich die Eltern bei der Anmeldung speziell ihrer Kinder entschieden haben. Eine Fusion würde diese fest bestehende Gemeinschaft vernichten.
  • Die Kreisverwaltung möchte damit vor allem Gebäude und eventuell anstehende weitere Investitionen (in Wulften) aus ökonomischer Sicht reduzieren. Zudem sollen die Schulleitungs- und Verwaltungsstellen durch die Fusion eingespart werden.
  • Eine kollegiale Zusammenarbeit, ein starkes Engagement im Team und die gegenseitige Verständigung ist bei einem Kollegium mittlerer Größe mit bisher ca. 30 Kollegen leichter und effektiver, als bei einer Fusion mit einem doppelt so großen Kollegium.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Frank Engels aus Wulften
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