Wie der Presse zu entnehmen ist, spricht sich die Verwaltungsspitze des Landkreises (LK) Potsdam-Mittelmark (PM) unter den aktuellen Voraussetzungen für die Variante 2 des Masterplanes zur Verwaltungsstandortreform mit Neubau eines Verwaltungsgebäudes für 1.000 Angestellte in Beelitz/Heilstätten aus und folgt damit dem externen Konzeptersteller des Masterplanes.

De facto soll nach den aktuellen Vorstellungen der Kreisverwaltung aus dem durch das Land Brandenburg im Jahr 1993 per Gesetz beschlossenem Standort der Verwaltung des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Bad Belzig über diverse Auslagerungen nunmehr ein alleiniger neuer Verwaltungsstandort aller Fachbereiche in Beelitz/Heilstätten geschaffen werden.

In allen bisherigen Betrachtungen und Erläuterungen völlig unberücksichtigt blieb, dass gerade der Erweiterungsbau der Kreisverwaltung im Papendorfer Weg in Bad Belzig mit Fertigstellung im Jahr 2000 ein Meilenstein für Bürgernähe im ländlichen Raum war, aber vor allen Dingen auch Arbeitsplätze in der südlichen Planregion 4 (Bad Belzig, Wiesenburg, Treuenbrietzen, Amt Brück, Amt Niemegk) des Landkreises PM bietet.

Besonders auffällig sind noch heute die erheblichen Unterschiede, bspw. bei der Arbeitslosenquote in Teltow, Werder/Havel, Beelitz/Heilstätten und im Bad Belziger Gebiet. Verwaltungsstandorte und damit geschaffene Arbeitsplatzangebote des Landkreises PM können diesem Umstand aktiv entgegenwirken.

Dass weniger optimale Arbeitsbedingungen in sämtlichen angemieteten Büroobjekten der Kreisverwaltung, wie im Masterplan PM als Ausgangspunkt dargestellt, in Teltow, Werder/Havel oder Brandenburg/Havel durch einen Neubau und Umzug behebbar sind, erscheint irgendwie logisch. Aber dass in einem extra für die Kreisverwaltung maßgeschneiderten Neubauobjekt Papendorfer Weg, welches dem Landkreis gehört und von diesem voll finanziert wurde, nach nicht mal 2 Jahrzehnten keine zeitgemäßen Arbeitsplätze für die Verwaltung im Zeitalter der Digitalisierung geschaffen werden können, das ist auch aus wirtschaftlicher Sicht kaum nachzuvollziehen. Zumal die Kosten für den geplanten Neubau in Beelitz/Heilstätten bei über 100 Mio Euro liegen sollen.

Wenn der Landrat des Landkreises PM mehrfach betont hat, dass er den Kreissitz Bad Belzig gerade nicht in Frage stellt, dann müssen doch auch positive Impulse von ihm und seiner Verwaltung ausgehen. Ein Abzug der Kreisverwaltung aus dem Papendorfer Weg in Bad Belzig dürfte nicht zur Stärkung der Kreisstadt und unserer ländlichen Region beitragen. Aufgrund der Kürze der Zeit zwischen der Vorstellung des neuen Masterplans PM im August 2018 und dem geplanten Beschluss des Kreistags Anfang Oktober 2018, besteht die akute Gefahr, dass nicht alle Kreistagsabgeordnete sich der Tragweite ihrer Entscheidung zwischen den 2 bestehenden Varianten bzgl. unserer ländlichen Region bewusst sind. (Vgl. Begründung)

Deshalb soll diese Petition an den Landkreis Potsdam-Mittelmark (Landrat und Kreistagsabgeordnete) zum Erhalt der Kreisverwaltung im Bad Belziger Papendorfer Weg und unserer Kreisstadt Bad Belzig ein klares Signal aus unserer Region zur nachhaltigen Stärkung der ländlichen Räume in Potsdam-Mittelmark sein.

Begründung

Im Jahr 1993 entschied sich das Land Brandenburg dafür, die Verwaltung des neu gebildeten Landkreises (LK) Potsdam-Mittelmark (PM) in der Kreisstadt Bad Belzig zu etablieren. (Quelle: Gesetz zur Bestimmung von Verwaltungssitz und Namen des Landkreises Potsdam-Mittelmark, 1993) Hauptgrund für die bewusste Wahl eines Standorts im ländlichen Raum war, wie in vielen anderen Landkreisen Brandenburgs auch, die Stärkung des ländlichen Raums, um einen nachhaltigen und gezielten Ausgleich zwischen den Berlin nahen und fernen Regionen zu gewährleisten.

Sicherlich sorgte die angestrebte Bürgernähe dafür, dass darüber hinaus Büroräume in Brandenburg/Havel, Werder/Havel und Teltow für die Kreisverwaltung angemietet wurden. Bis zum Stichtag 15.09.2016 ergab sich durch diverse Umzüge von Verwaltungseinheiten folgende neue Arbeitsplatzverteilung der Landkreisverwaltung PM mit der Kernverwaltung in der Kreisstadt: Bad Belzig (landkreiseigene Objekte): 403, Teltow (Mieträume): 241, Werder/Havel (Mieträume): 185, Brandenburg/Havel (Mieträume): 111. (Quelle: „Offener Brief zur beabsichtigten Verlagerung der Arbeitsplätze der Landkreisverwaltung von Bad Belzig nach Beelitz“, G. Baaske, R. Leisegang, I. Kampf, M. Köhler, M. Knape, M. Beckendorf, T. Hemmerling, August 2018) Im Frühjahr 2017 begann auf Vorschlag der Kreisverwaltung die Debatte um eine Neuordnung der v. g. Standortverteilung der Kreisverwaltung mit dem Ergebnis des Kreistagsbeschlusses einer „Skizze für ein Konzept zur Entwicklung der Verwaltungsstandorte der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark“ vom 22.06.2017. Enthalten ist eine geplante Neuaufteilung der Büroarbeitsplatzkapazitäten der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark nach Standorten im Jahr 2023 wie folgt: Beelitz/Heilstätten, Werder/Havel: 550, Bad Belzig: 400, Teltow 150.

(Quelle: pm-belzig.more-rubin1.de/beschluesse_details.php?vid=201752103100031&nid=ni_2017-KT-55&status=1&suchbegriffe=Skizze+f%FCr+ein+Konzept+zur+Entwicklung+&select_koerperschaft=&select_gremium=&datum_von=2016-01-01&datum_bis=2018-08-30&richtung=ASC&entry=&kriterium=be)

Somit bedeutete dieses Ansinnen bereits eine Abkehr vom Kernverwaltungsstandort in Bad Belzig, worauf einige Kreistagsabgeordnete schon seinerzeit hinwiesen.

Die Skizze war u. a. Basis für die Zustimmung des Kreistags zum Kauf eines Grundstücks in Beelitz/Heilstätten und für die professionelle Fortschreibung unter Federführung der Landkreisverwaltung.

Die Vorstellung dieser professionellen Fortschreibung als Verwaltungsstandortentwicklungskonzept bzw. Masterplan PM fand ein Jahr später intern für alle Kreistagsabgeordneten am 14.08.2018 im Rahmen der 2. Landratsgespräche statt und beinhaltete wiederum völlig neue Pläne. Präsentiert wurden zunächst die unangemessenen und nicht zeitgemäßen Arbeitsverhältnisse für die Landkreismitarbeiter an allen derzeitigen Verwaltungsstandorten und die Idee eines zentralen Neubaus, um diesen Defiziten zu begegnen.

Am Ende des durch Externe erarbeiteten Masterplanes PM standen 2 Varianten an folgenden Standorten.

Variante 1: Beelitz Heilstätten (Neubau Verwaltungsgebäude): 750 Angestellte und Bad Belzig (Erhalt Verwaltungsstandort): 250 Angestellten

Variante 2: Beelitz Heilstätten (Neubau Verwaltungsgebäude): 1.000 Angestellte und Bad Belzig: Lediglich Erhalt Kreis- und Landratssitz Beide Varianten wurden darüber hinaus ergänzt um Servicestellen des Landkreises an den bisherigen Verwaltungsstandorten. Fragen zur Ausgestaltung dieser oder dem Personalmanagement zwischen den einzelnen Standorten konnten nicht beantwortet werden. Da die Verwaltungsspitze und auch zahlreiche anwesende Kreistagsmitglieder aller Fraktionen zur Vorstellung am 14.08.2018 sich mit großer Mehrheit unter dem Eindruck der vorgetragenen Argumente durch den externen Konzeptersteller für die Variante 2 aussprachen, ist es dringend geboten, dass die Kreistagsabgeordneten neben der Verwaltungsumstrukturierung viele weitere Auswirkungen verinnerlichen, die Tragweite ihrer Entscheidung erkennen und durch ihre Stimme für den Erhalt des Verwaltungsstandortes Papendorfer Weg unserer ländlichen Region im Vergleich zu den prosperierenden Regionen eine ausgeglichene zukunftsfähige Entwicklung ermöglichen.

Bitte unterstützen Sie diese Petition, um der v. g. Forderung Nachdruck zu verleihen und sowohl den Verwaltungsstandort Bad Belzig, Papendorfer Weg, als auch den Status der Kreisstadt Bad Belzig nachhaltig abzusichern.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Dr. Michael Klenke aus Brück
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Neuigkeiten

Pro

Es gab in Brandenburg bisher den Konsens, dass die Ränder gestärkt werden sollen, während der Speckgürtel um Berlin eher weniger Unterstützung braucht. Das wird nun durch die Zentralisierung der Kreisverwaltung in einem Neubau an einem Standort kurz hinter dem Berliner Ring fallen gelassen. Hinzu kommt, dass eine funktionierende und gewachsene Struktur aufgegeben wird zugunsten von einer teuer erkauften vermeintlichen "Bürgerfreundlichkeit". Es wäre wesentlich bürgerfreundlicher, wenn das digitale Angebot in PM gestärkt würde sowie in Bürgerbüros auch z.B. Kfz-Ummeldungen möglich wären.

Contra

Bad Belzig darf nicht schon wieder so egoistisch sein und nur an sich denken. Es gehen keine Arbeitsplätze verloren und Pendeln bis nach Beelitz ist nicht die Welt. Die Kaufkraft von Bad Belzig ist so oder so am Boden. Geschäfte mit schlechten Leistungen/Service und wenig Auswahl. Das wird mit der Zeit noch schlimmer werden, ob die Kreisverwaltung nun umzieht oder nicht. Ob die 100 Millionen für den Neubau, bzw auch nur ein Teil davon, für andere notwendige Dinge bzw überhaupt in Bad Belzig angekommen wären, ist reine Spekulation. Ich vermute Bad Belzig hätte von dem Geld nie etwas gesehen.